Parkuhr-AffäreNach Betrugsfall: Laufen einigt sich mit Ex-Stadtpolizist

Über 15 Jahre hat ein ehemaliger Laufner Stadtpolizist Parkuhrgelder gestohlen und sie im Casino verzockt. Zwei Jahre bedingt kassierte er dafür.  Die Stadt holt sich nun das gestohlene Geld von ihrem Ex-Mitarbeiter zurück.

Nicht mehr möglich: Die 2022 installierten, neuen Laufner Parkuhren sind betrugssicher.Nicht mehr möglich: Die 2022 installierten, neuen Laufner Parkuhren sind betrugssicher.

Bild: Kenneth Nars

Nach jahrelangem Diebstahl aus Parkuhren in Laufen fliesst nun ein Teil des Geldes zurück in die Stadtkasse. Der ehemalige Stadtpolizist verpflichtet sich, der Stadt bis Ende Mai über 350’000 Franken zu bezahlen. Das teilte die Stadt Laufen am Freitag mit. Stadtpräsident Pascal Bolliger sagt gegenüber dieser Zeitung: «Es ist wichtig, dass die Deliktsumme, die nicht verjährt ist, wieder zurückkommt. Denn dieses Geld gehört der Bevölkerung.»

Das Strafgericht Baselland hatte den inzwischen pensionierten Mann Ende März wegen gewerbsmässigen Diebstahls schuldig gesprochen . Über fünfzehn Jahre hinweg hat er Geld aus der Parkuhr am Laufner Amtshausplatz entnommen und im Casino verzockt.

Dass zwischen dem Zeitpunkt, zu dem die Stadt die Staatsanwaltschaft informiert hat, und dem Prozess vier Jahre vergangen sind, ist für Laufen ärgerlich. Denn die Verjährungsfrist wird vom Prozessjahr zurückgerechnet. «Diese Verzögerung kostet uns zusätzlich mehrere zehntausend Franken», sagt Bolliger und gibt zu: «Da hätten wir uns schon gewünscht, dass die Staatsanwaltschaft ein wenig schneller operiert.»

Nach dem Gerichtsentscheid suchte die Stadt das Gespräch mit dem Verurteilten. Ziel war es, den finanziellen Schaden möglichst rasch zu begleichen. Mit der nun vereinbarten Zahlung werden über 350’000 Franken Schaden sowie eine Parteientschädigung von gut 6’000 Franken abgedeckt. Ältere Forderungen kann die Stadt nicht mehr geltend machen, da sie verjährt sind.

Langwierige Verfahren wurden vermieden

Stadtpräsident Pascal Bolliger spricht von einer «tragfähigen Lösung», die eine schnelle Wiedergutmachung ermögliche. Gleichzeitig vermeide die Einigung weitere langwierige Verfahren.

Der Laufner Stadtpräsident Pascal Bolliger spricht von einer «tragfähigen Lösung».Der Laufner Stadtpräsident Pascal Bolliger spricht von einer «tragfähigen Lösung».

Bild: Klaus Andorfer

Der Fall hatte die Stadt stark beschäftigt. Nach ersten Verdachtsmomenten erstattete sie 2022 Anzeige bei der Staatsanwaltschaft und arbeitete mit den Strafverfolgungsbehörden zusammen. «Wir haben die Sache von Anfang an sehr ernst genommen», sagt Bolliger. Parallel dazu wurden interne Abläufe überprüft. Vor allem beim Umgang mit Bargeld hat die Stadt nach eigenen Angaben nachgebessert. «Alleinigen Zugriff auf Bargeld hat niemand mehr», erklärt Bolliger.

Zahlungen laufen heute weitgehend digital, verbleibende Bargeldprozesse unterliegen, so die Mitteilung, strengeren Kontrollen und dem Vier-Augen-Prinzip. Mit der Rückzahlung ist der Fall für die Stadt abgeschlossen, wie sie mitteilt. (ala/yak)

KommentareJetzt kommentieren

Noch keine Kommentare. Geben Sie die erste Meinung zum Artikel ab.

Aus diesen Gemeinden

Laufen WappenLaufen