Thrash SzenenbildFoto: 2026 Netflix, Inc.

„Thrash“ warnt vor einer vielleicht unterschätzten Gefahr des Klimawandels: Haie, die plötzlich zwischen den Häusern der Menschen ihr Unwesen treiben. Sollte man das sehen?

Die spannendsten Momente spielen sich eigentlich ab, bevor die Haie auftauchen. „Thrash“ lässt nicht viel Zeit verstreichen, um seine Bedrohung spürbar werden zu lassen. Ein Hurrikan braut sich zusammen. Bald wird er das amerikanische Küstenstädtchen erreichen und es ist völlig klar: Hier wird kaum jemand unbeschadet davonkommen. Überschwemmungen kündigen sich an und trotzdem spielt sich eine seltsame Normalität in der Ortschaft ab. Der Horror, auf den man wartet, ist gewissermaßen Teil des Gewöhnlichen.

Die Krisenstimmung von „Thrash“ passt somit gut in die Gegenwart, in der man allzu oft das Gefühl haben kann, alles würde gerade den Bach runtergehen. Egal, ob man sich nun vor Wirtschaftskrisen, Krieg oder (wie in diesem Film) vor den Folgen des Klimawandels fürchtet, der in absehbarer Zeit dafür sorgen dürfte, dass diverse Regionen der Welt unbewohnbar werden, und die Menschheit vor große Herausforderungen stellt. Zumindest dann, wenn sich die Probleme nicht mehr so einfach verdrängen lassen.

Warten auf die Apokalypse

In „Thrash“ scheint auch die Apokalypse in Form des Unwetters noch nicht alle in Alarmbereitschaft zu versetzen. Viele ergreifen die Flucht, andere bleiben aber, leugnen oder verharmlosen die Bedrohung. Eine Figur ist gerade auf dem Weg zur Arbeit. Ihr Chef will es so. Der Untergang der Stadt ist noch lange keine Ausrede, nicht der Lohnarbeit nachzugehen!

Wenn das Unwetter dann erst einmal aufzieht, dann sind das spektakuläre Bilder, die man in diesem Netflix-Film sehen kann. Tricktechnisch ist das zwar nicht immer auf der Höhe des Machbaren, aber wenn hier Deiche brechen und Flutwellen über das Land rollen, erzielt das die furchteinflößende Wirkung, die „Thrash“ offenbar intendiert. Weil der Autor und Regisseur Tommy Wirkola („Hänsel & Gretel: Hexenjäger“) aber keinen reinen Naturkatastrophenfilm gedreht hat, mausert sich all das schnell zum Creature Feature. Mit steigendem Wasserpegel schwemmt es nämlich gefräßige Haie in die Stadt, die nun zwischen den schwimmenden Fahrzeugen, umgekippten Bäumen und überschwemmten Häusern auf Beutejagd gehen.

„Thrash“ vereint Spannung und Albernheit

„Thrash“ wird damit quasi zu einer Variation des Films „Crawl“, der vor einigen Jahren international für viel Begeisterung gesorgt hat. Nur, dass die Überflutung dort keine Haie, sondern Krokodile aus der Gegend auf die menschlichen Opfer ansetzte. Interessant ist, dass man es hier zumindest über zwei Drittel der Laufzeit mit einem sehr ernsten, düsteren Vertreter des Genres zu tun hat. In den letzten Jahrzehnten ist gerade der Hai-Horror oft zu einer trashigen Ulknummer verkommen. Man denke nur an kalkulierte Billigfilme wie „Sharknado“, „Sand Sharks“ oder „Snow Sharks“.

„Thrash“ verfolgt natürlich ebenfalls eine groteske Grundidee, gibt sich aber lange Mühe, nicht nur Augenzwinkern und möglichst viel Quatsch auf den Bildschirm zu bringen, sondern tatsächlich einige intensive Thrills zu kreieren. Egal, ob es um das Balancieren und Taumeln über bestimmte Objekte geht, um ja nicht ins Wasser zu fallen, oder aber eine Geburt unter katastrophalen Umständen, die einen erheblichen Teil der Handlung einnimmt. Schade ist, dass ihm dabei recht schnell an Einfallsreichtum mangelt. Zwar geizt der Film nicht mit blutigen Effekten, aber so wirklich nervenaufreibend oder bedrohlich wirkt der Kampf gegen die Haie dann doch nicht.

So wartet man darauf, dass dieses Netflix-Werk endlich die nächste Stufe zündet und zum Glück passiert das irgendwann auch. Gegen Ende fährt „Thrash“ jedenfalls die großen, albernen Nonsens-Geschütze auf, wenn Mensch und Tier und Tier und Tier zum blutigen Duell laden. So ganz ohne den ironischen B-Movie-Charme anderer Genre-Vertreter geht es dann doch nicht. Spätestens zu diesem Zeitpunkt drängen sich wenig überraschend all die Thrash-Trash-Wortspiele auf, die man in der Rezeption des Films gerade zuhauf finden kann.

„Thrash“ ist seit dem 10. April 2026 bei Netflix verfügbar.

„Thrash | Official Trailer | Netflix“ von YouTube anzeigen

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