Am Freitagabend löste ein grosser Brand einen Millionenschaden im St. Jakob-Park aus.
Bild: Andy Mueller/freshfocus/Archiv
«Sie konnten flüchten, aber es wurde für die beiden knapp.» Der Satz, den Daniel Stucki am Samstag gegenüber SRF-Sport äussert, sorgt für Gänsehaut.
Zwei Mitarbeitende des FC Basel sind am Freitagabend im Basler St. Jakob-Park dabei, im klubeigenen Fitnesscenter zu trainieren. Circa 21 Uhr ist es, als einer der beiden feststellt, dass es brennt. Sofort alarmiert er die Feuerwehr, wenig später wird auch der automatische Feuer-Alarm ausgelöst. Die Feuerwehr rückt zu einem grösseren Einsatz aus, findet starke Rauchentwicklung vor, bekommt den Vorfall aber in den Griff.
Am Samstagmorgen wird auch öffentlich bekannt, was sich am Freitagabend im Bauch des Basler Fussballstadions abgespielt hat: Der gesamte Garderobenbereich der 1. Mannschaft des FC Basel ist vollständig zerstört. Betroffen sind unter anderem die Garderoben, Materialräume sowie sämtliche Spieler- und Trainermaterialien. Ebenfalls beschädigt wurden das Trainerbüro, das Team-Manager-Office, die Physiobereiche sowie die Duschen und Sanitäranlagen.
Die Katakomben der Basler sind bis auf Weiteres amtlich versiegelt, «weil die Luftqualität enorm schlecht ist», so der FCB. Mindestens bis am Montag müsse die Forensik in den betroffenen Räumen Untersuchungen vornehmen. Noch länger werden die Räumlichkeiten unbenutzbar sein.
Keine Schuhe, keine Bälle und ein zu grosses Risiko
In der Folge des «massiv unglücklichen Ereignisses», wie Stucki es nennt, musste die Partie des FC Basel gegen den FC Thun abgesagt werden. Diese wäre am Samstag um 20.30 Uhr ausgetragen worden. Auswärts zwar, dennoch war für die Basler eine Durchführung unmöglich.
FCB-Sportchef Daniel Stucki.
Bild: Georgios Kefalas
Noch in der Nacht auf Samstag habe der Klub versucht, alles Mögliche zu tun, damit die Partie nicht verschoben werden müsse, versichert Stucki. Der Staff und die Entscheidungsträger kamen jedoch zum Urteil: Der FCB muss bei der Swiss Football League (SFL) einen Antrag auf Verschiebung einreichen, welchen die SFL ohne zu zögern bewilligte.
Denn sämtliches Material, welches der FCB – oder auch jeder andere Profi-Klub – für ein Spiel benötigt, ist verbrannt oder mit hochgiftigem Russ bedeckt: Trikots, Schuhe, medizinisches Equipment, Laptops zur Fitness- und Datenanalyse, Fitnessgeräte. «Wir haben nicht einmal mehr Bälle. Diese mussten wir von anderen Klubs erfragen, damit wir für die Super League zulässige Bälle haben», so Stucki.
Denn von der kompletten Zerstörung ist auch das Ersatzteillager betroffen. So haben die Spieler des FC Basel keine eingelaufenen Schuhe, oder je nachdem überhaupt keine mehr. Das Gesundheitsrisiko wäre zu gross gewesen, so in Thun beim Leader anzutreten. «Das hat es unmöglich gemacht», erklärt Stucki. Sollte etwas vom Material wider Erwarten noch brauchbar sein, muss es erst von einer Spezialfirma gereinigt werden, bevor es wieder benutzt werden kann.
Während die Liga mit allen Parteien noch am Samstag ein Ersatzdatum finden konnte – den kommenden Samstag, 18. April, um 20.30 Uhr – wird sich der FCB noch länger mit vielen Fragen beschäftigen müssen. Eine davon ist jene nach der Ursache.
Das nächste Heimspiel steht auf der Kippe
Früh am Samstag war zu vernehmen, dass der Brand wohl im Sauna- und Wellnessbereich, welchen der FCB in seinem Garderobentrakt zwecks Regeneration besitzt, ausgebrochen sein musste. Zwar ist die Kriminalpolizei der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt noch dabei, zusammen mit Fachspezialisten die genaue Brandursache und den Brandhergang zu ermitteln, doch Stucki bestätigte diese These gegenüber SRF.
Noch nicht abschliessend zu beantworten ist auch die Frage nach der Höhe des Schadens. Erst nach einer Sichtung kann eine Inventarliste erstellt und der finanzielle Schaden eruiert werden. Stucki meint jedoch: «Ich gehe von einem Schaden in Millionenhöhe aus.»
Ebenfalls unklar ist, ob der Vorfall noch weitreichendere Konsequenzen für den Spielbetrieb des FC Basel nach sich ziehen wird. Am 26. April würde der FCB den FC Sion zum Auftakt der Championship Group empfangen. Dieses Spiel steht aktuell auf der Kippe. Stucki: «Es dürfte schwierig werden, dass die Garderoben dann, selbst in einer abgespeckten Version, zur Verfügung stehen werden.»
Klarheit können beim FC Basel nur die nächsten Tage bringen.