TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen
Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) – Buckelwal Timmy liegt nun den zwölften Tag in der Bucht von Poel bei Wismar. MediaMarkt-Gründer Walter Gunz hatte einen Rettungsplan auf den Tisch gebracht – doch das Ministerium lehnte ab. Und jetzt bremst auch eine der bekanntesten deutschen Meeresschutzaktivistinnen öffentlich die Hoffnung: Sängerin Sarah Connor (45).
Die Musikerin ist seit Jahren bekennende Meeresschutzaktivistin. 2024 gründete sie eine eigene Stiftung, um iberische Orcas zu retten. 2025 stellte sie die Dokumentation „UNTER ORCAS“ vor. Sie setzt sich gegen die Gefangenschaft und die Ausbeutung von Walen für Unterhaltungszwecke ein. Connor arbeitet mit PETA Deutschland in Kampagnen und begleitete schon selbst eine Orca-Expedition in die Arktis. Als 2024 bekannt wurde, dass der bekannte Walfanggegner und Umweltaktivist Paul Watson nicht nach Japan ausgeliefert werden soll, postete sie ein Video auf Instagram, in dem sie vor Freude weinte.

Der Buckelwal liegt vor der Insel Poel
Foto: Florian Manz/Greenpeace Germany/dpa
„Ich kann ihm nicht helfen“
In einem aktuellen Statement in sozialen Medien äußert sie sich jetzt auch zu Timmy: „Ich verstehe eure Anteilnahme und Sorge um den gestrandeten Buckelwal. Ich weiß, ihr wollt am liebsten, dass ich mir als Hobby-Meeresbiologin und Aktivistin ein Super-Woman-Cape umwerfe und den Wal retten gehe.“ Sie bekomme hunderte Nachrichten zu dem Thema pro Tag, schreibt sie. Dann wird sie deutlich: „So gerne ich in meinen Wetsuit springen und den Wal befreien würde … Ich kann ihm nicht helfen. Und wohl auch niemand anders mehr.“
Die Sängerin hat nach eigenen Angaben schon selbst mehrfach gestrandete und verendete Wale gesehen. Als großes Problem sieht Connor das Netz im Maul des Wals. „Man kann es nicht ohne Weiteres herausziehen, denn niemand weiß, ob der Wal bereits große Mengen davon im Magen hat, und ob es sich um die Organe gelegt hat. All das sind Dinge, die die Überlebenschancen zusätzlich senken“, fasst sie zusammen.

Popstar Sarah Connor hat sich mit Tier- und Meeresschützer Janek Andre zusammengetan, mit ihm die Iberian Orca Guardians Foundation gegründet
Foto: privat
Timmy könnte noch lange ausharren
Dann geht sie auf Timmys Zustand ein. Seit vielen Tagen hat er nicht mehr gefressen. „Ein Buckelwal hat eine dicke Fettschicht, die man Blubber nennt, und kann mehrere Wochen bis Monate ohne Futter auskommen. Es kann also sein, dass dieser Wal dort noch sehr lange so verharren wird.“ Sarah Connor versucht, ihre Fans zu motivieren, allgemein mehr für die Meere zu tun. „Esst weniger oder am besten gar keinen Fisch, reduziert euren Konsum. Ich drück euch.“