Nationalspieler und Topskorer Luca Sigrist war kaum zu halten. Hier kommt er gegen Basels bestem Spieler Ante Babic (links) und Edson Imare zum Abschluss. Nationalspieler und Topskorer Luca Sigrist war kaum zu halten. Hier kommt er gegen Basels bestem Spieler Ante Babic (links) und Edson Imare zum Abschluss.

Bild: Edgar Hänggi

Gegen tausend Zuschauende wollten sehen, ob die Basler dem Favoriten aus der Zentralschweiz ein Bein stellen könnten. Am vergangenen Mittwoch musste sich das Team von Trainer Thomas Haegeli im ersten Spiel in Kriens mit 35:42 (23:25) geschlagen geben. Zur Pause lag der RTV jedoch lediglich mit zwei Toren zurück und glich danach gar zum 25:25 aus. So gesehen durften die Fans durchaus auf eine Überraschung hoffen, auch wenn die Qualitäten von Kriens-Luzern bekannt sind.

Ehe der erste Ball geworfen wurde, gab es drei Verabschiedungen bei den Baslern. Der Franzose Romain Peltier verlässt den RTV nach Luxemburg, Jannis Voskamp beendet seine Karriere im Spitzenhandball und der langjährige Assistenz-Trainer Patrice Kaufmann – ein «Urgestein» – zieht sich zurück, soll dem Verein jedoch nicht verloren gehen.

Die Stimmung in der Halle war glänzend, denn der RTV führte nach zwei Minuten und Toren von Peltier und Aleksander Spende mit 2:0. Auch als der Topskorer der Gäste, Nationalspieler Luca Sigrist, die Innerschweizer mit 4:3 erstmals in Führung brachte, hielt das Heimteam mit dem Favoriten nicht nur mit, sondern lag nach einem Treffer von Spende zum 12:10 (19. Minute) erneut mit zwei Toren voraus.

Der Lärmpegel in der Halle nahm zu und die Trainer hatten Mühe, ihre Anweisungen an die Spieler zu bringen. Kurz danach gelang Edson Imare mit dem 13:12 letztmals im Spiel ein Führungstreffer für die Basler. Dem Favoriten gelang es nicht, die Basler zu distanzieren. Erst kurz vor der Pause bedeutete das Tor von Milos Orbovic eine Drei-Tore-Führung. Das knappe Pausenresultat liess dem Heimteam noch immer alle Möglichkeiten, und das war auch die Meinung des Publikums.

«Wir wollten die Überraschung schaffen»Captain Basil Berger entfachte in der 36. Minute Hoffnung bei den RTV-Anhängern.Captain Basil Berger entfachte in der 36. Minute Hoffnung bei den RTV-Anhängern.

Bild: Edgar Hänggi

Tatsächlich kam in der 36. Minute nochmals Stimmung auf, als Captain Basil Berger mit einem sehenswerten Treffer auf 20:21 stellte. In der Euphorie passierte dem Heimteam mehr als einmal ein ärgerlicher Fehler und die Gäste konnten diesen mit einem Tor ausnützen. «Wir hatten uns vorgenommen, alles zu geben, wollten die Überraschung schaffen. Da ist es mir lieber, dass ein Spieler mal etwas zu viel will», erklärt Berger diese Situationen.

Als dann Luca Sigrist gleich vier Tore in Folge für die Zentralschweizer erzielte und der Gast mit 30:24 (47:16) vorn lag, war beim Heimteam die Luft draussen. «Wir kamen rund 40 Minuten nahe an unser Maximum», schildert Basels Captain. «Dann schied Christian Holm mit einer Fussverletzung aus. Er ist für uns offensiv wie defensiv ein sehr wichtiger Spieler und das machte sich bemerkbar.» Der Rückstand des RTV pendelte sich dann bei zehn Toren ein, ehe Kriens-Luzern in der Schlussminute noch zwei weitere Treffer landete.

«Das zeichnet uns als Team aus»

Nicht zufällig war bei den Gästen Luca Sigrist, der nächste Saison bei Melsungen in der Deutschen Bundesliga unter Vertrag steht, erneut der erfolgreichste Spieler. Sigrist möchte seine Treffsicherheit nicht herausstreichen. «Es war eine gute Teamleistung. In der Schlussphase spielte Milos Orbovic dreimal einen jungen Spieler an, damit dieser ein Tor erzielen konnte. Das zeichnet uns als Team aus.»

Dass der Ausgang der Begegnung lange offen war, hat für Sigrist einen Grund. «Wir sind nicht gut ins Spiel gestartet, lagen früh mit zwei Toren zurück und kassierten immer wieder Gegentreffer. Nach dem Seitenwechsel konnten wir unsere Fehlerquote verringern, erhielten dadurch mehr Zugriff auf das Spiel und auch unser Torhüter packte die eine und andere Parade aus.»

Trotz der Niederlage gegen Kriens-Luzern durfte Basel am Ende dennoch einen besonderen Moment feiern: RTV-Topskorer Aleksander Spende wurde für sein beeindruckendes 1000. Liga-Tor geehrt. Ein Meilenstein, der den Abend in einem versöhnlichen Licht ausklingen liess.

Aleksander Spende (rechts) wurde nach der Partie von Präsident Sven Lüdin mit einem speziellen Leibchen geehrt.Aleksander Spende (rechts) wurde nach der Partie von Präsident Sven Lüdin mit einem speziellen Leibchen geehrt.

Bild: Edgar Hänggi

TelegrammRTV 1879 Basel – HC Kriens-Luzern 29:41 (15:18)

Rankhof. – 932 Zuschauende. – SR: Spengler/Woschitz. – Strafen: 3×2 Minuten gegen den RTV Basel, 1×2 Minuten gegen den Kriens-Luzern.

RTV Basel: Guardia (25%), Hagmann (0%); Peltier (3 Tore), Berger (1), Holm (1), Hofer (1), Babic (7), Imare (6), Esone Mangue (1), Voskamp (2), Heinis, Spende (7), Meister.

HC Kriens-Luzern: Bonnefoi (30%), Scheidiger (10%); Aellen (1), Sigrist (13), Orbovic (8), Oertli (10), Epp (2), Sipic (1), Delchiappo (1), Bader (2), Langenick (1), Zimmermann (2), Fuchs, Flückiger.

Bemerkungen: RTV ohne Brandt, Grace, Reichmuth, Vögtli und Weisskopf (alle verletzt). Kriens-Luzern ohne Cepic, Idrizi, Müller, Schelker, Schlumpf und Wolfisberg (alle verletzt). – RTV verabschiedet vor dem Spiel die Spieler Romain Peltier und Jannis Voskamp sowie den langjährigen Assistenztrainer Patrice Kaufmann. – Als beste Spieler ihrer Teams wurden Ante Babic (RTV Basel) und Luca Sigrist (Kriens-Luzern) ausgezeichnet. – Alexander Spende für sein 1000. Liga-Tor geehrt und mit einem speziellen Dress ausgezeichnet.