Split-Level-Aufnahmen zeigen die Welt über und unter Wasser in einem Bild – genau das macht sie so faszinierend wie anspruchsvoll. Fotograf und Taucher Thomas Haider arbeitet seit Jahrzehnten mit dieser Technik und verfolgt damit zwei Langzeitprojekte: eines in Wien, eines in West-Papua. Seine Bilder wirken so unwirklich, dass Betrachter sie regelmäßig für Computeranimationen halten. Für Haider ist das das größte Kompliment.

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Technik an der Wasseroberfläche

Entscheidend für gelungene Split-Level-Fotos ist ein sogenannter Dome-Port – eine halbkugelförmige Glasscheibe vor dem Objektiv, die den extremen Weitwinkelbereich unter Wasser ermöglicht. Haider fotografiert mit Blenden zwischen 16 und 22, um sowohl das nahe Unterwassermotiv als auch die Landschaft darüber scharf abzubilden. Den Autofokus setzt er zunächst unter Wasser ein und schaltet dann auf manuellen Fokus um. Wellen, Licht und Tageszeit bestimmen, ob ein Bild gelingt oder nicht. Mittags bei Sonnenschein funktionieren Motive besonders gut, weil der Belichtungsunterschied zwischen oben und unten möglichst gering bleibt.

Sehen lernen statt träumen

Für Haider zählt nicht das einzelne Traummotiv, sondern das kontinuierliche Erarbeiten vor Ort. Er beschreibt seinen Ansatz in drei Schritten: das Potenzial erkennen, die Situation vorausahnen und dann am Motiv arbeiten. Die besten Aufnahmen entstehen, wenn Lebewesen freiwillig mit ihm interagieren – nicht, wenn er sie ins Bild zwingt. Respekt vor der Natur ist dabei keine Option, sondern Voraussetzung.

Warum seine Bilder aus West-Papua wie Wimmelbilder aussehen und weshalb er das Klischee von Model, Tauchermaske und Palme hinter sich gelassen hat – das erzählt Thomas Haider in der aktuellen Folge.

Split-Level Foto von einer Ente in Wien

Gelungene Split-Level-Motive findet man auch in der näheren Umgebung, wie hier in Wien für das Projekt „Wiener Wildnis“.

(Bild: Dr. Thomas Haider)

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(hoh)

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