Kantonslabor BaselSchminken mit Risiko: Viele Kinderkosmetika fallen durch

Viele Kinderkosmetika sehen harmlos aus, doch bei Kontrollen zeigen sich immer wieder gravierende Mängel. Das Kantonale Laboratorium Basel-Stadt hat nun erneut Produkte untersucht und zahlreiche Verstösse festgestellt, unter anderem fand es verbotene Inhaltsstoffe.

Hinter den farbenfrohen Produkten verbergen sich laut Behörden oft unerlaubte Stoffe und fehlerhafte Angaben.Hinter den farbenfrohen Produkten verbergen sich laut Behörden oft unerlaubte Stoffe und fehlerhafte Angaben.

Bild: Hendrik Schmidt/Keystone

Das Kantonale Laboratorium Basel-Stadt hat im Rahmen einer gemeinsamen Kampagne mit dem Kanton Aargau Kinderkosmetika untersucht – die Ergebnisse sind alarmierend: Von 23 risikobasiert erhobenen Produkten wurden 13 (57 %) beanstandet, für neun Produkte (39 %) wurde sogar ein Verkaufsverbot ausgesprochen. Betroffen waren vor allem Kosmetik-Sets, die häufig als Spielzeug vermarktet und mehrheitlich in China hergestellt werden.

Die Untersuchungen zeigen, dass Kinderkosmetika deutlich häufiger nicht den gesetzlichen Anforderungen entspricht als Produkte für Erwachsene. Hauptprobleme sind unerlaubte Inhaltsstoffe, Verunreinigungen sowie massive Mängel bei der Deklaration. Besonders häufig wurden nicht zugelassene Farbmittel nachgewiesen, insgesamt 52 unerlaubte Farbstoffe in 30 Teilproben wurden festgestellt. Diese waren oft die eigentlichen farbgebenden Substanzen, während die deklarierten Stoffe gar nicht enthalten waren.

Auch bei Konservierungsmitteln wurden Verstösse festgestellt. So fanden die Kontrolleure verbotene Isothiazolinone in Leave-on-Produkten, die allergische Reaktionen auslösen können. Zudem wurden in mehreren Produkten Nitrosamine nachgewiesen, potenziell krebserregende Stoffe, die teils in deutlich erhöhten Konzentrationen vorkamen, etwa in Nagellacken oder Haarkreiden. Ebenfalls problematisch sind erhöhte Gehalte an Acetaldehyd sowie Spuren von Formaldehyd.

Bild: Kantonslabor Basel-Stadt

Ein zentrales Problem bleibt die mangelhafte Deklaration: In über der Hälfte der Produkte fehlten Angaben zu Farbmitteln, in rund jedem fünften Produkt zu Konservierungsstoffen. Insgesamt wurden 82 nicht deklarierte Farbmittel und zahlreiche weitere nicht ausgewiesene Stoffe gefunden. Für Konsumentinnen und Konsumenten, insbesondere Allergiker, stellt dies ein erhebliches Risiko dar.

Das Labor betont, dass die hohe Beanstandungsrate auch auf die gezielte Auswahl risikobehafteter Produkte zurückzuführen ist. Dennoch zeigt sich seit Jahren ein konstantes Problemniveau. Zwar haben sich einzelne Hersteller verbessert, gleichzeitig drängen immer wieder neue Anbieter mit mangelhafter Qualität auf den Markt.

Die Behörden sehen weiterhin grossen Handlungsbedarf: Importeuren und Inverkehrbringern wird eine stärkere Selbstkontrolle abverlangt. Angesichts der anhaltend hohen Mängelquote sind zudem weitere Marktüberwachungen geplant.

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