Leopoldshöhe. „An die Töpfe, fertig, los“, eröffnet Moderatorin und Spitzenköchin Viktoria Fuchs die erste Runde einer ganz besonderen Woche der ZDF-„Küchenschlacht“. Erstmals in diesem Jahr treffen in der sogenannten Champions-Week ausschließlich Kandidatinnen und Kandidaten aufeinander, die bereits zuvor einen Wochensieg erringen konnten. Ihr gemeinsames Ziel: der Einzug ins große Jahresfinale – und die Chance auf 25.000 Euro.
Mit dabei ist auch der 42-Jährige Georg Hermann aus Asemissen, der sich bereits im Januar vor laufender Kamera an die Spitze kochte und nun erneut sein Können unter Beweis stellen will. In nur 35 Minuten ein Gericht auf Spitzenniveau zu kreieren, verlangt nicht nur handwerkliches Geschick, sondern auch Nervenstärke, Kreativität und Improvisationstalent. Das ungewohnte Studio-Ambiente erhöht zusätzlich den Druck.
Tagesmotto „Suppen de luxe“ am Dienstag
Nach seinem starken Auftaktsieg in der Champions-Week der ZDF-„Küchenschlacht“ muss Georg Hermann am zweiten Tag beweisen, dass er sein Niveau auch unter steigenden Anforderungen halten kann. Die Messlatte ist hoch – und das Feld inzwischen auf fünf ambitionierte Mitstreiterinnen und Mitstreiter geschrumpft.
Das neue Tagesmotto „Suppen de luxe“ verlangt weit mehr als wohlige Sämigkeit. Hier ist die Suppe nicht Beilage, sondern Hauptdarsteller. Gefordert sind Raffinesse, handwerkliche Präzision und ein fein abgestimmtes Zusammenspiel von Konsistenz und Einlage. Eine klassische Brokkolicremesuppe mit kleinem Sahnehäubchen hätte hier kaum Eindruck hinterlassen. Moderatorin und Spitzenköchin Viktoria Fuchs bringt es treffend auf den Punkt: Wer hier bestehen will, muss über sich hinauswachsen und kulinarisch in andere Kulturen reinschnuppern.
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Dass Hermann gerne über den Tellerrand hinausblickt, hatte er bereits am Vortag mit seiner asiatisch inspirierten Interpretation der „Kräuterküche“ unter Beweis gestellt. Diesem Stil bleibt er treu und entscheidet sich erneut für eine fernöstlich angehauchte Komposition: eine Selleriecremesuppe mit Dashi – einem japanischen Fischsud – kombiniert mit gebratenen Jakobsmuscheln und Bärlauch-Öl. Das „de luxe“ stecke vor allem in der Einlage, steht für Hermann fest. Die größte Herausforderung: die feinen Aromen perfekt auszubalancieren. Nach 35 Minuten zeigt sich Hermann zufrieden, weiß jedoch um die starke Konkurrenz.
Georg Hermann serviert Selleriecremesuppe mit Dashi, gebratenen Jakobsmuscheln und Bärlauch-Öl zum Tagesmotto Suppe de luxe.
| © ZDF/Gunnar Nicolaus
Jurorin Zora Klipp lobt den Teller des Lippers als „optisches Highlight“. Der Bärlauch meldet sich sofort, gefolgt von einer feinen Sellerienote. Auch die Jakobsmuscheln sind auf den Punkt gegart. Kritik gibt es dennoch: „Zu flüssig für eine Cremesuppe“, beurteilt die Hamburger Köchin. Die Konkurrenz setzt ebenfalls starke Akzente, etwa mit einer aufwendig zubereiteten Ramen-Variation inklusive selbstgemachten Nudeln, die schließlich den Tagessieg holt. Am Ende muss Klipp zwischen zwei Tellern entscheiden.
Hermanns Suppe überzeugt mit Aroma und Präsentation, ist allerdings etwas zu dünn, die des Mitstreiters dagegen zu dick geraten. Ihre Wahl fällt schließlich aus dem Bauch heraus knapp auf Hermann – ausschlaggebend sind Geschmack und Präsentation. Damit sichert sich der Leopoldshöher als letzter Kandidat den Einzug in die nächste Runde und zeigt sich sichtlich erleichtert.
Doch die größte Überraschung des Tages kommt nicht aus dem Topf, sondern vom ambitionierten Hobbykoch selbst. Mitten im Wettbewerb verrät der IT-Vertriebler, seiner Partnerin einen Heiratsantrag gemacht zu haben. Und, sie hat „Ja“ gesagt. Ein Erfolg auf ganzer Linie, nicht nur am Herd.
Tagesmotto „Kräuterküche“ am Montag
„Ich werde Gas geben und schauen, wie weit die Reise geht“, kündigt Hermann vor Beginn der ersten Runde selbstbewusst an, die unter dem Tagesmotto „Kräuterküche“ steht. Dabei legt Moderatorin Viktoria Fuchs großen Wert darauf, dass Kräuter nicht bloß dekorativ eingesetzt werden. „Ich möchte das Herbe und die Frische der Kräuter spüren“, betont sie.
Auftakt der Champions-Week der ZDF-Küchenschlacht: Die Kandidaten Renato Fazzone und Tim Frömel, Moderatorin Viktoria Fuchs, Jurorin Milena Broger sowie die Kandidaten Max Cagal, Ingrid Puchegger, Alexandra Stumper und Georg Hermann.
| © ZDF und Gunnar Nicolaus
Fein gepresster Fisch im Stil eines Carpaccio
Als der Countdown beginnt, wächst auch bei Hermann die Anspannung. Für seine Interpretation des Themas entscheidet er sich für ein raffiniertes Gericht: „Smashed Hamachi“, ein fein gepresster Fisch im Stil eines Carpaccio. Die in Japan beheimatete Gelbschwanzmakrele wird begleitet von einem Wildkräutersalat mit asiatischem Dressing, Koriander-Öl, knusprig frittierten Pilztaschen sowie einer scharfen Kräuter-Mayonnaise.
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Präzises Arbeiten erfordert die Zubereitung der Pilztaschen. Eine fein abgeschmeckte Pilzfarce wird in Frühlingsrollenteig gewickelt, anschließend in Reismehl gewälzt und goldbraun ausgebacken. „Mhm, mhm, lecker“, kommentiert Fuchs sichtlich angetan beim Probieren der Füllung.
Als die letzten zwei Minuten herunterzählen, zeigt sich Hermanns Sinn für Ästhetik: Mit ruhiger Hand richtet er an, verteilt die Vinaigrette fein dosiert und garniert den Wildkräutersalat mit gelben Veilchen, bevor der Teller servierfertig auf dem drehbaren Jurorentisch landet. Dort nimmt die österreichische Köchin Milena Broger Platz. „Beim Lesen der Rezepte und Anschauen der Gerichte merkt man, dass wir uns in der Champions-Week befinden“, stellt sie anerkennend mit Blick auf die sechs kreativen Kräuter-Variationen fest.
Hermanns Gericht wird zum Favoriten des Tages auserkoren
Georg Hermanns Interpretation einer kulinarischen Kräuterküche: Smashed Hamachi mit Wildkräutersalat, frittierten Pilztaschen, Spicy-Kräuter-Mayonnaise, Koriander-Öl und eingelegten Zwiebeln.
| © ZDF und Gunnar Nicolaus
Doch wie zufrieden ist Hermann selbst? „Der Fisch ist gut“, sagt er überzeugt und wirkt insgesamt zufrieden. Einen kleinen Patzer muss er sich dennoch eingestehen. Die eingelegten Zwiebeln, obwohl früh vorbereitet, haben es nicht auf den Teller geschafft und stehen nun separat bereit. Auch bei der Mayonnaise sieht er noch Verbesserungspotenzial. „Sie hätte etwas mehr Schärfe vertragen können“, sagt er. Diese Einschätzung teilt auch die Jurorin: „Die Schärfe kommt nicht so gut rüber“, merkt Broger an.
Umso mehr überzeugt der Rest des Gerichts. Der Wildkräutersalat punktet mit einer gelungenen Mischung, der Fisch ist auf den Punkt, und die mit Sojasoße verfeinerten Pilztaschen mit einer ausgesprochenen Würze. Die Pilzfarce sei für sich genommen fast zu intensiv, so die Jurorin, entfaltet aber im Zusammenspiel mit der Leichtigkeit des Fisches und der süßsauren Frische des Salats ihre volle Stärke.
Es sei ein „sehr interessantes Spiel“, das zeige, wie gut sich klassische heimische Kräuter auch im asiatisch inspirierten Stil einsetzen lassen. Besonders lobt sie Hermanns Mut, mit unterschiedlichen Aromen zu experimentieren. Dieser Mut wird prompt belohnt. Mit seinem Gericht überzeugt Hermann und zieht als Favorit souverän in die nächste Runde ein. Dort wartet bereits das nächste Tagesmotto auf den ambitionierten Hobbykoch.
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