In der vergangenen Woche prangerte LGoony an, wie schwer es sei, in der heutigen Zeit als Independent Artist auf eigenen Beinen zu stehen. Seinen Fans bietet er seither mehrere alternative Möglichkeiten an, ihn finanziell zu unterstützen. MC Rene kann dieser Vorgehensweise offenbar nur wenig abgewinnen. Wie auch schon beim splash! Festival im letzten Jahr nutzt er den aktuellen Anlass, um seine Kritik in einem Text auf Instagram zum Ausdruck zu bringen.
MC Rene sieht LGoonys Aussagen kritisch
Der zentrale Gedanke aus MC Renes Statement lässt sich wie folgt zusammenfassen: In dem Moment, in dem Kunst anfängt, sich zu erklären, habe sie schon längst verloren. Diese These untermauert er mit ein paar Beispielen.
So könne ein Boxer, der dem Publikum erklären würde, warum er den Kampf gewinnen muss, schon gar nicht mehr siegreich aus dem Match hervorgehen. Auch in der Literatur erkennt er eine Analogie: Es gebe einen großen Unterschied zwischen den Aussagen «Mein Buch kostet 30 Euro» und «Ich brauche eure Unterstützung, damit ich weiter Bücher machen kann». Das eine sei einfach ein Preis, das andere ein Geständnis. Für Letzteres würde das Publikum aber nur ungern bezahlen.
Lobend hebt MC Rene den australischen Musiker Nick Cave hervor. Der schreibe seit dem Tod seines Sohnes im Jahre 2015 öffentlich über «Trauer, über Gott, über das Weiterleben» – aber da er sich dabei nie erklären müsse, habe er an «Gewicht gewonnen». Streng genommen hat Cave aber auch schon vorher Bücher mit ganz ähnlichen Motiven auf den Markt gebracht.
Generell ist MC Rene der Meinung, dass man sich nicht finanziell von seiner Community abhängig machen sollte – wie eben im Falle von LGoony, der Links zu seinen Patreon-, Steady- und PayPal-Accounts in der Beschreibung seines Video-Statements hinterlegt hat. Der 49-Jährige sieht insbesondere den künstlerischen Aspekt gefährdet: