Die Betreibungsauszüge für Finanzberater Jörg Lutz aus Altendorf werden immer länger. Letztes Jahr beliefen sie sich allein für ihn privat auf rund 5 Millionen Franken. Aktuell sind es gegen 11 Millionen Franken.
Auch Lutz’ Logistik-Firma wird mit einer Viertelmillion Franken betrieben. Andere Lutz-Firmen gingen unter. Und seine Firma Normico Holding AG ist in Nachlassstundung.
Zu allen Ausführungen in diesem Bericht konnte Jörg Lutz Stellung nehmen. Siehe dazu Kasten am Berichtsende.
Stählin will 6,6 Millionen
Für Unternehmer Lutz wird es eng. Ihm sitzen auch gewichtige Gläubiger im Nacken. Allein die Glarner Regionalbank und die Zürcher Kantonalbank fordern von ihm 4,5 Millionen Franken.
Viel Geld von Lutz will auch der Lachner Ex-Betreibungsbeamte Hans Rudolf Stählin. Letzten Sommer forderte er von Lutz erst einmal 485’000 Franken. Dazu sagte Lutz vor Gericht, Stählin habe sich ihm gegenüber «dankbar» gezeigt, weshalb er Stählin nichts schulde. Nun sind Stählins Forderungen gegenüber Lutz gemäss Betreibungsauszug auf 6,6 Millionen Franken gewachsen. Offenbar ist Stählins Dankbarkeit zu Ende.
Montessori vergammelt
Lutz und Stählin hantierten früher als Freunde mit Stählins Lioma Stiftung in Liechtenstein. (Wozu brauchte der Gemeindebeamte eine Stiftung im Ausland?) So oder so: Die Lioma pumpte Darlehen an Lutz’ Montessori-Schule March, die sich Lutz unter freundlicher Toleranz der Zentralschweizer Stiftungsaufsicht unter den Nagel gerissen hatte – und danach zu Tode ritt. Die Schule ist heute geschlossen, die Betreibungsliste ist lang, die einst schmucken Schulgebäude vergammeln.
4 Millionen beim «Fridolin»
Mitten in dieses Finanzschlamassel gehört auch der Glarner «Fridolin»-Verlag von Walter Feldmann selig. 2019 hatte Lutz dem Sterbenden garantiert, seinen Erben den Verlag für 4 Millionen Franken abzukaufen. Gezahlt hat Lutz nie.
Dafür hat er als Willensvollstrecker des Verlegers den Verlag bankrott gemanagt. Letzten November hat das Glarner Obergericht Lutz als Willensvollstrecker wegen «grober Pflichtverletzungen» abgesetzt. Nun fordern die Feldmann-Erben von Lutz die von ihm ihrem sterbenden Vater gegenüber garantierten Millionen.
1,2 Millionen verschwunden
Auch bei Lutz’ Tschierva Verwaltungs AG fehlte viel Geld. Sie ging im Oktober 2025 in Konkurs. In sie hatte ein Deutscher 1,2 Millionen Franken investiert. Er sagt Linth24, Lutz habe sein Geld in die Lutz’sche Argyros Holding transferiert, womit es für ihn verschwunden sei. Ob nun auch die Argyros – unter zuvorkommender Begleitung der Schwyzer Justiz – bald verschwindet?
Forderung nach Konkurs
Weil Lutz’s Kartenhaus zusammenzubrechen droht, forderte die Glarner Regionalbank von Gerichtspräsident Thomas Jantz vom Bezirksgericht March schon vor einem Jahr, über Lutz’ Normico Holding den Konkurs zu eröffnen.
Doch Richter Jantz genehmigte Lutz stattdessen vom 31. März 2025 bis am 1. Dezember 2025 eine «stille, provisorische Nachlassstundung» – mit Vorteil für Lutz, denn so blieb das Unheil vorerst im Dunkeln.
Nun läuft bis 31. März 2026 die nächste Schonfrist für Lutz, nämlich eine «definitive Nachlassstundung». Und das, obwohl der für die Normico zuständige Sachwalter in seinem Bericht vom 10. November 2025 schrieb, der Normico sei «die definitive Nachlassstundung zu verweigern».
Es wimmelt von Millionen
Dieser Sachwalter-Bericht hat es ohnehin in sich. Lutz’ Liquidität wird darin mit «lediglich rund Fr. 5’400» beschrieben.
Umgekehrt weist Lutz in seinen Bilanzen ein Millionen-Vermögen aus. Dieses ist gemäss dem Sachwalter jedoch kaum zu durchschauen: Zum Beispiel soll die faktisch bankrotte Montessori-Schule Lutz 1,65 Millionen schulden, oder die ihm selbst gehörende Seestatt Corporate Finance AG 2,5 Millionen, und eine BGC Bosphorous Ltd. aus England schulde Lutz 2.5 Millionen Euro. Weitere 4 Millionen will Lutz aus «eignen Projekten aktivieren» können. Und 1 Million fehlte einfach mal. Lutz sagte dazu, das sei eine Fehlbuchung.
Passieren tut nichts
Es gibt eine «IG Jörg Lutz-Geschädigte», bestehend aus früheren Montessori-Stiftern. Sie versuchen seit Jahren, Lutz via das Bezirksgericht March zu stoppen. Passiert ist aber nie etwas. Dafür hat Lutz jetzt Strafanzeige gegen die IG-Mitglieder eingereicht.
Nun geht die Schwyzer Justiz auf die IG-Leute los – dieser Tage müssen sie vor der Staatsanwaltschaft Schwyz antraben.
Unvermögen oder Kumpanei?
Man fragt sich, ob sich die Schwyzer Justiz für die Lutz-Kritiker mehr interessiert als für die Lutz-Geschädigten? Und auch, weshalb zu diesem Treiben, um weiteren Schaden zu verhindern, nicht schon lange ein Gerichtsverfahren eröffnet wurde? Ist es Unvermögen der Schwyzer Justiz oder Kumpanei?
Was macht Richter Jantz?
Lutz logiert neu in der Ruoss Logistik in der Altendorfer Industriezone. Hier sind gemäss Anschrift auf dem Briefkasten seine 11 Firmen von der Argyros über die Normico bis zur SEL-EG GmbH aufnotiert.
Am 31. März 2026 endet die «definitive Nachlassstundung» von Lutz’s Normico Holding.
Man wird sehen, was das Bezirksgericht March unter Richter Thomas Jantz nun macht.
Und noch nebenbei: Letzten Herbst wurde der Briefkasten der «IG Jörg Lutz-Geschädigte» eines Nachts gesprengt. Am Morgen hing nur noch ein Loch in der Wand.