Kaum ist der ungarische Störenfried weg, da brechen alle Dämme: Die Ukraine und Wolodymyr Selenskyj schwingen obenaus wie zu Beginn des Krieges.
Vorne dran ist wieder einmal Friedrich Merz. Hals über Kopf hat er das halbe ukrainische Kabinett zu Regierungskonsultationen nach Berlin geladen. Dieses Format findet normalerweise mit engen Partnern wie Frankreich, Polen oder Italien statt.

Friedrich Merz empfängt Wolodymyr Selenskyj zu Regierungskonsultationen in Berlin
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Doch was nicht ist, soll schon bald werden. Merz vereinbarte nicht weniger als eine Art von Waffenbrüderschaft mit dem Kriegsstaat Ukraine – auch wenn es offiziell «strategische Partnerschaft» genannt wird. Selenskyj sieht darin den potenziell «grössten Deal dieser Art in Europa».
Merz seinerseits verheimlichte nicht, worum es wirklich geht – um Waffen und Soldaten: «Keine Armee in Europa ist in den letzten Jahrzehnten im Kampf so erprobt worden wie die der Ukraine, keine Gesellschaft ist resilienter. Und keine Verteidigungsindustrie ist innovativer als die der Ukraine.»
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Damit hat Merz, der Baumeister der Brandmauer daheim, den Grundstein gelegt für eine andere Mauer quer durch Europa: Russland gehört nicht mehr dazu, nicht jetzt, nicht nach einem Ende des Krieges, nie mehr.
Die Mauer bewachen soll die Ukraine. Ihr fällt die Rolle eines Puffers zu. Da war Merz fast ehrlich. Zwar sicherte er Kiew Unterstützung auf dem Weg in die EU zu. Aber: «auch wenn wir beide wissen, dass wir es nicht kurzfristig in vollem Umfang umsetzen können».
«Nicht kurzfristig» heisst übersetzt: Nicht zu Lebzeiten von Merz’ Kindern und Kindeskindern. Wer dafür sorgen wird? Der neue ungarische Störenfried, der seine Landsleute über eine EU-Mitgliedschaft der Ukraine abstimmen lassen will. Mit garantiert negativem Ausgang.