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Berlin – 1000 Euro steuerfrei können Angestellte von ihrem Arbeitgeber bekommen – so will die Bundesregierung die Folgen der Benzinpreis-Explosion abfedern. Aber viele Arbeitgeber winken ab. BILD fragt Arbeitgeber-Chef Steffen Kampeter (62, BDA): „Sind die Firmenchefs zu geizig?“

Nein, antwortet Kampeter. „Die wirtschaftliche Lage ist, dass vieles in den Unternehmen spitz auf Knopf gemacht wird. Wir haben eine Insolvenzwelle und viele Unternehmen können das einfach nicht leisten.“

Für Kampeter ist die geplante Prämie deshalb vor allem eines: eine falsch adressierte Maßnahme. Unternehmen sollen zahlen, obwohl sie selbst unter Druck stehen. „Da kommt die Bundesregierung an und sagt, sie will eine Entlastungsoffensive machen. Das Erste, was sie vorschlägt, ist eine Belastung der Unternehmen. Da haben die, glaube ich, Plus und Minus verwechselt“, meint Kampeter. „Man kann nicht eine Party bestellen und sie andere Leute zahlen lassen.“

Arbeitgeber-Chef zu 1000 Euro-Bonus: „Eine Party bestellen, die andere bezahlen, das macht man nicht.“1000 Euro Entlastungsbonus: Arbeitgeber wehren sich gegen Plan der Bundesregierung.

Quelle: Bild15.04.2026

„Das macht man nicht, das gehört sich nicht“

Zwar ist die Prämie für den Arbeitgeber freiwillig – doch allein die Ankündigung habe Erwartungen geweckt. In vielen Betrieben sei sofort gefragt worden: Wann kommt das Geld? Kampeter kritisiert Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) und Vizekanzler Lars Klingbeil (48, SPD) deutlich: Sie hätten „Erwartungen geschürt und die Erfüllung dieser Erwartung bei anderen abgeladen“. Sein Urteil: „Das macht man nicht, das gehört sich nicht.“

Schon jetzt sei klar: Viele werden leer ausgehen. Anders als bei der Inflationsausgleichsprämie der Ampelregierung (bis zu 3000 Euro steuerfrei) seien Arbeitgeber dieses Mal nicht eingebunden gewesen, die Maßnahme zu entwickeln. Kampeter erwartet deshalb, dass diesmal „deutlich weniger“ Beschäftigte von der Prämie profitieren werden (2022: mehr als 80 Prozent der Tarifbeschäftigten). Vor allem Unternehmen, die wirtschaftlich gut dastehen, könnten sich die Zahlung leisten. Für viele andere gelte das nicht.

Für Kampeter liegt der Fokus grundsätzlich falsch: „Das Wichtigste und das Sozialste und Entlastendste ist Arbeitsplatzsicherheit.“ Statt Einmal-Prämien fordert er echte Entlastung: weniger Bürokratie, niedrigere Energiepreise, geringere Sozialabgaben.