Der Beitrag beginnt mit den Geräuschen eines Autokonvois mit viel Gehupe. Es herrsche «Partystimmung» in Budapest, informiert uns Isabelle Maissen, Moderatorin von «News Plus» bei Radio SRF, und auch ihre eigene Stimme klingt nach Festlaune.

In der Sendung wird über den Ausgang der Wahlen in Ungarn berichtet. Noch bevor sie ihre Gesprächsgäste befragt, gibt Maissen ihrer Hoffnung Ausdruck, dass bei der Niederlage von Ministerpräsident Viktor Orbán vielleicht «Trump und andere mitgemeint» sein könnten und nun «die ganze Rechtsaussenpolitik abgestraft» werde.

Denes Erdos/AP Photo/Keystone

Viktor Orban an einer Wahlkampfkundgebung in Budapest

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Genau so sei es, sagt wenig später der erste Gesprächsgast, eine Dame aus Österreich namens Natascha Strobl. Wenn Orbán verliere, sei das auch eine Niederlage für Alice Weidel, Giorgia Meloni und Marine Le Pen. Auch wenn sämtliche Umfragen in den bewussten Ländern exakt das Gegenteil sagen.

Da ist wohl der Wunsch der Vater der Gedanken. Strobl ist ehemaliges Mitglied der SPÖ und Mitbegründerin der Initiative «Offensive gegen Rechts». Radio SRF verkauft also eine politische Aktivistin als unabhängige Expertin.

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Aber verglichen mit den nächsten «Fachleuten» wirkt Natascha Strobl wirklich schon fast unbefangen. Denn danach telefoniert Isabelle Maissen mit Györgyi und Ferenc Domokos-Hauk, einem Ehepaar aus der Schweiz mit Wurzeln in Ungarn. Nebenbei sind sie übrigens die Eltern von Maissen.

Vielleicht sind das die ersten Auswirkungen der SRG-Sparmassnahmen, dass eine Moderatorin ihre eigenen Eltern als Interviewpartner nehmen muss?

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Der Ton ist gesetzt, es geht so weiter. Maissen fabuliert in der Sendung, dass Rechte in ganz Europa Orbán nacheiferten und die Justiz und das Wahlsystem umbauen wollten – und nebenbei die Korruption einführen würden. Sie spricht von einem «System Orbán». Etwas später lässt sie ihre Mutter von Ängsten über mögliche Wahlmanipulationen berichten. Wenn es die gegeben hat, fragt man sich, warum Orbán dann verloren hat.

Der Wahlausgang in Ungarn wird von einer Aktivistin gegen rechts und den Eltern der Radiomoderatorin kommentiert. Als Hörer steht man vor der Entscheidung: lachen oder weinen?