Suchen Sie einen Web-Editor für Windows, also ein Programm zum Erstellen und Bearbeiten von Dateien mit Quellcode für Webseiten, kommt neben Notepad++ etwa HTMLPad infrage.

Diese Anwendung ist kostenpflichtig – bietet aber einiges. Wir haben uns die Software angesehen und berichten, was sie in petto hat.

Was leistet HTMLPad für Windows?

Lizenz/Preis und Bedienmodalität

HTMLPad

Optisch ansprechend und pragmatisch: HTMLPad – in das man sich einarbeiten muss.

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Die Software HTMLPad kostet als Vollversion 49,95 Euro und lässt sich als kostenlose Testversion 30 Tage lang ausprobieren. Es handelt sich bei der Vollversion um eine Lifetime-Lizenz, es fallen also für die Verwendung keine wiederkehrenden Abo-Gebühren an.

Mit HTMLPad gelingt nicht nur der Umgang mit HTML-Dateien – der Name legt hier eine Kompatibilität oder Affinität nahe –, sondern auch etwa mit CSS- und JavaScript-Dateien, ferner mit SassScript, das CSS ergänzt.

Positiv ist, dass sich festlegen lässt, ob die Lösung HTML-Dateien im Standard mit der Endung «.htm» oder «.html» speichern soll – in Speichern-unter-Dialogen ist die eigene Wahl künftig gesetzt, dort lässt sich aber auch immer noch die jeweils andere File-Extension angeben. Das ist eine eher seltene Funktionalität und ist sehr willkommen. Die hier gebotene Konfigurierbarkeit adressiert individuelle Präferenzen, schlägt aber nicht bahnbrechend in die Praxis durch: Einen technischen Unterschied zwischen «html» und «htm» gibt es nicht; die letztere Dateiendung ist ein Überbleibsel aus MS-DOS-Zeiten und von den Legacy-8+3-Dateinamen.

Es stehen verschiedene Oberflächen-Layouts zur Verfügung, unter denen Sie Ihre Präferenz wählen dürfen. Die anbei in einem entsprechenden Assistenten-Dialog angezeigten Screenshots sind leider nicht sehr groß; hier ist ein wenig Luft nach oben. Die Optik lässt sich im Betrieb jederzeit ändern – in unserem Test leider nicht so schnell, wie das wünschenswert wäre. Und es ist mit einem Neustart von HTMLPad verbunden.

Die Software fungiert als eine TDI-Anwendung (Tabbed Document Interface), es werden also Tabs (Registerkarten) unterstützt, die zu einem Multitasking einladen; respektive zu einem parallelen Laden mehrerer Web-Dokumente, zwischen denen man in raschen Kadenzen, vielleicht so wie Multitasking anmutend, wechselt.

HTML-Standards und Funktionen

HTMLPad

Das HTMLPad ist umfassend zu HTML kompatibel, zu älteren und (einer) neueren Iteration(en).

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In puncto HTML unterstützt HTMLPad verschiedene Standards, zum einen das aktuelle HTML5 und zum anderen unterschiedliche HTML-4.01-Konventionen. Je nachdem,welchen Standard man im «HTML-Seiten-Assistent» wählt, wird ein bestimmter initialer Quellcode in ein ansonsten leeres und zum Befüllen mit HTML-Auszeichnungssprachen-Code vorgesehenes HTML-Dokument eingefügt.

Dabei wird im Falle von HTML5 «» eingefügt, was wenig komplex ist – kein Vergleich zu HTML 4.01 mit «» als Korrespondenz. Der besagte initiale Quellcode signalisiert einem Webbrowser, wie er Webseiten-Quellcode interpretieren soll: Es kommen so moderne Methoden zum Einsatz – anstatt, wie bei einer fehlerhaften oder fehlenden Deklaration, dass so ein Surf-Client in einen Legacy-Modus («Quirks Mode») verfällt.

Zu den Funktionen von HTMLPad gehören eine Multi-Zwischenablage (erscheint rechts in einer Art Sidebar; freizuschalten) und ein Upload von Daten/Dokumenten auf einen FTP-Server – für eine Veröffentlichung im Web. Positiv ist auch, dass sich Web-Code über die Klickfolge «Werkzeuge > HTML-Tidy» säubern und komprimieren oder aber säubern und minimieren lässt; die Anzahl der anbei angezeigten Code-Zeilen reduziert sich in diesem Rahmen. An Bord sind darüber hinaus ein Support für Makros sowie Plug-ins, wobei die Letzteren in dem mitgelieferten «Plugin-Catalog» gerne in einer höheren Zahl vorhanden sein dürften. Eine GUI-interne Vorschau für Web-Dokumente ist an Bord, hier lässt sich zwischen Google Chrome und Microsoft Edge als Renderer wählen; vor allem Firefox, sekundär die technisch zu Google Chrome ähnlichen Pendants «Opera», «Vivaldi» und «Brave» sind nicht als Optionen gesetzt. Einen WYSIWYG-Editor-Modus konnten wir in unserem Test ebenfalls nicht finden.

KI-affiner Web-Editor

HTMLPad

KI macht vor HTMLPad nicht halt. Das Ganze ist hier eher als positiv zu bewerten.

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Oben in der Menüleiste taucht neben «Werkzeuge» etwa der Punkt «AI» auf. Sie können hier eine KI etwas Beliebiges fragen, sie neuen Code schreiben lassen und vorhandenen prüfen, erklären oder vereinfachen lassen. Die Nutzung der involvierten Computerschläue bedarf einer Anmeldung und gelingt nicht einfach so.

In Sachen AI-Engine wählen Nutzerinnen und Nutzer zwischen mehreren Varianten von Claude und OpenAI oder aber Google Gemini aus. HTMLPad mag als Vollversion als Lifetime-Lizenz vorliegen; doch kann die gebotene KI, für deren Einsatz es zu erwerbende Credits braucht, Folgekosten verursachen.

HTMLPad vs. Notepad++

Notepad++

Notepad++ und HTMLPad im Vergleich – HTMLPad sieht ein wenig moderner aus.

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Es ist, wenn es um HTMLPad geht, nicht abwegig, diesem das bewährte Notepad++ gegenüberzustellen.

Notepad++ ist kostenlos, während HTMLPad mit rund 50 Euro zu Buche schlägt. Eine komfortable Sitzungswiederherstellung ist nur bei Notepad++ geboten; HTMLPad stellt geladene, angezeigte Inhalte, wenn man es beendet, bei dessen nächstem Aufruf nicht automatisch wieder dar. Nur HTMLPad offeriert KI; bei Notepad++ lässt sich solche über Plug-in-Module nachrüsten. Notepad++ benötigte in unserem Test nur rund 14 Megabyte an RAM (Arbeitsspeicher), HTMLPad verschlang rund 50 Megabyte an RAM; dabei ist Notepad++ 64-bittig und HTMLPad entspricht der 32-Bit-Architektur, wird also unter Windows 64 Bit vom WOW64-Subsystem (marginal Performance-limitierend) emuliert.

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Der Speichern-unter-Dialog von HTMLPad ist in Sachen angebotene Speicherformate durchaus umfangreich, doch auch überschaubar, während Notepad++ in diesem Segment in die Vollen geht. Auch Notepad++ ist keine WYSIWYG-Anwendung. Nur HTMLPad schöpft das Thema «Animationen» voll aus: Diese erscheinen hier optional beim Einblenden von Kontextmenüs, optional lassen Sie zufällige Varianten aufpoppen.

HTMLPad im Test: Fazit und Alternativen

Die Software HTMLPad bietet einige positive Aspekte und wirkt dank KI modern, wobei diese nicht unmittelbar nutzbar ist. Die Software spricht Profis an, die bei Interesse an einem Web-Editor am besten selbst einen Test durchführen, um zu prüfen, ob alles Benötigte an Features inbegriffen ist. In Summe erscheint HTMLPad durchaus leistungsfähig.

Privatnutzer und -nutzerinnen zahlen für die Vollversion die bereits erwähnten 49,95 Euro, Firmen und Behörden blättern dafür 59,95 Euro hin.