Biffy Clyro sind nach Berlin in eine Art zweites Zuhause gekommen. Hier haben sie ihr im Winter 2024 ihr zehntes Album «Futique» aufgenommen, ein Wortspiel aus «Future» und «Fatigue». Es ist ihre erste «europäische» Platte nach lauter Alben, die allesamt an der kalifornischen Küste entstanden sind.

Die Songs haben sie in den sagenumwobenen Hansa-Studios in Schöneberg eingespielt. Dort waren sie kurz vor der Corona-Pandemie für eine Akustiksession und haben jetzt, ein paar Jahre später, mit ihrem Berlin-Album etwas vervollständigt, wie sie sagen. Die Band aus Schottland hat immer schon einen eigentlich hochkomplexen, aber trotzdem faszinierend zugänglichen Sound: Knackig runtergezockte Rockbretter in oftmals rhythmisch komplexen Strukturen und absolut pop-untypischen Taktarten, die sich ganz unvermittelt ins Hymnische verwandeln.

Da kann sich niemand emotional rausziehen, auch nicht in der Max-Schmeling-Halle: In der einen Sekunde nicken tausende Köpfe, in der nächsten grölen alle pathetisch mit, als sei es ein schottisches Fußballstadion an einem Derby-Wochenende.