Ein 33-jähriger Mitarbeiter einer Kindertagesstätte soll am Dienstag, den 14. April 2026, mit Vorwürfen konfrontiert worden sein, über Jahre hinweg mindestens 15 Kleinkinder im Alter von eins bis vier Jahren in Einrichtungen in Bern und Winterthur misshandelt zu haben, wie aus Berichten von 20min hervorgeht.

Die Vorfälle ereigneten sich laut den Ermittlungen vorwiegend in den Sanitärräumen sowie während der Ruhezeiten der Kinder. Der Beschuldigte, der zuvor eine handwerkliche Lehre absolvierte und später in den Betreuungssektor wechselte, hat die Taten bereits zu einem großen Teil gestanden.

Der 66-jährige Vater des Angeklagten äußerte sich gegenüber der Zeitung Blick zu den Hintergründen und verwies auf ein traumatisches Erlebnis in der Jugend seines Sohnes. Er sieht darin eine wesentliche Ursache für die spätere Entwicklung des mutmaßlichen Täters.

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«Ich weiss nicht mehr, wie alt er war. Aber der Übergriff hat ihn sicher geprägt», sagte der Vater gegenüber «Blick».

Zudem kritisierte der Vater die Aufsichtspflicht in den betroffenen Institutionen. Er forderte strengere Sicherheitsvorkehrungen, um Kinder vor Übergriffen durch Einzelpersonen innerhalb der Betreuungseinrichtungen zu schützen.

«Wenn in einer Kita so oft etwas passiert, dann kann man dort nicht sagen, sie seien unschuldig. Man darf Kinder einfach nie allein mit einer Person lassen», sagte der Vater.

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Die ehemalige Verlobte des Mannes beschrieb eine schleichende Wesensveränderung des Beschuldigten vor seiner Festnahme im Jahr 2024. Trotz der engen Beziehung habe sie keine direkten Hinweise auf die Übergriffe wahrgenommen.

«Plötzlich hat er angefangen, meinen Fragen auszuweichen», sagte die ehemalige Verlobte.

Die 29-Jährige gab an, dass die Kommunikation innerhalb der Partnerschaft zunehmend schwieriger wurde, bevor die Beziehung schließlich im Jahr 2023 endete.

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«Er hat sich mit der Zeit verändert. Ich habe gemerkt, dass etwas nicht stimmt», sagte die Frau.

Abschließend äußerte sie ihr Mitgefühl für die Opfer der Taten, betonte jedoch auch ihre persönliche Bindung zu dem Beschuldigten als Privatperson.

«Mir tut es leid für die Kinder, denen das passiert ist», sagte seine ehemalige Verlobte, «trotzdem bleibt er mir als Mensch wichtig.»

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Gegen den Mann wird weiterhin ermittelt, wobei bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung gilt.