Ungarns scheidender Ministerpräsident Viktor Orbán hat eine „vollständige Erneuerung“ seiner rechtsnationalistischen Fidesz-Partei angekündigt. „Wir können nicht so weitermachen“, sagte Orbán am Donnerstag in seinem ersten Interview seit seiner Wahlniederlage am Sonntag, das live auf dem Youtube-Kanal Patriota übertragen wurde. „Eine vollständige Erneuerung ist notwendig.“ Dies gelte nicht nur für seine Partei, sondern auch für die anderen Kräfte im rechten Lager.

Bei der Wahl am Sonntag hatte die konservative Tisza-Partei von Oppositionsführer Péter Magyar eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament errungen, was dem künftigen Regierungschef grundlegende Reformen ermöglicht. Magyar löst damit den EU-kritischen und Kreml-freundlichen Ministerpräsidenten Orbán nach 16 Jahren an der Macht ab.

Orbán sagte in dem Interview auf dem Youtube-Kanal Patriota, er versuche, „irgendwie diesen Schock zu überwinden“. Als Parteivorsitzender übernehme er die „volle Verantwortung“.

Magyar hatte nach seinem Wahlsieg umfassende Reformen und einen „vollständigen Regimewechsel“ angekündigt. Das neu gewählte Parlament soll laut seinen Angaben Anfang Mai erstmals zusammenkommen.