BodenseeHerrenloses Boot löst Grosseinsatz aus: Einsatzkräfte suchen weiter nach vermisster Person

Ein führerloses Motorboot hat am Freitagabend auf dem Bodensee einen grenzüberschreitenden Sucheinsatz ausgelöst. Rettungskräfte aus der Schweiz, Deutschland und Österreich standen im Einsatz. Auch heute Samstag dauert die Suchaktion an, denn bisher konnte der Bootsbesitzer nicht gefunden werden.

Ein Polizeihelikopter sucht am Samstag über Altenrhein nach der vermissten Person.Ein Polizeihelikopter sucht am Samstag über Altenrhein nach der vermissten Person.

Bild: Sandro Büchler

Fischer entdeckten das treibende Boot gegen 18 Uhr und alarmierten die Behörden, wie das Nachrichtenportal vol.at berichtet. Gegen 20 Uhr wurde das Boot der Polizei in der Seemitte auf Höhe Wasserburg und Nonnenhorn gemeldet.

Da sich der Schlüssel noch im Boot befand, bestand die Befürchtung, dass sich Personen im Wasser befinden könnten. Feuerwehr, Wasserrettung und weitere Einsatzkräfte starteten daraufhin eine umfangreiche Suchaktion.

16 Boote und zwei Helikopter suchten Bodensee ab

Insgesamt waren 16 Boote aus den drei Ländern beteiligt. Das Gebiet wurde systematisch abgesucht. Dank koordinierter Suchmuster mit Abständen von rund 100 Metern konnte innert kurzer Zeit eine grosse Fläche überprüft werden. Zudem unterstützten zwei Helikopter die Suche aus der Luft.

Die Fischer schleppten das Boot schliesslich an Land. Nach bisherigen Erkenntnissen handelt es sich um ein Motorboot mit Schweizer Zulassung. Die Polizei suchte die Wohnadresse des Besitzers auf, traf dort jedoch niemanden an. Der Einsatz wurde am Freitagabend gegen 22 Uhr vorläufig beendet. Eine Vermisstenmeldung lag zu diesem Zeitpunkt nicht vor.

Suche geht weiter

Wie Robin Bernhardsgrütter, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau, am Samstagvormittag auf Anfrage sagt, gehe die Suche auch heute weiter. «Wir suchen auf dem Wasser und an Land nach der vermissten Person.» Konkret bedeutet das, dass nicht nur der Bodensee erneut abgesucht wird, sondern auch bürokratische Abklärungen laufen. So werden beispielsweise Spitäler abtelefoniert und Angehörige kontaktiert, um den Aufenthaltsort der vermissten Person ausfindig zu machen.

Auch ein Super-Puma-Helikopter der Schweizer Armee beteiligte sich an der Suchaktion.Auch ein Super-Puma-Helikopter der Schweizer Armee beteiligte sich an der Suchaktion.

Bild: Sandro Büchler

Aktuell sei alles offen und die Ermittlunegn würden andauern, sagt Bernhardsgrütter weiter. Der Polizeisprecher kann keine Auskunft dazu geben, ob der vermisste Bootsbesitzer im Thurgau wohnhaft ist. (stm)

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