In Thun sind die Basler oft mit dem Schiedsrichter im Gespräch.
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Als Stephan Lichtsteiner an der Pressekonferenz nach dem Spiel die Frage beantworten soll, weshalb der FC Basel kein Mittel gegen die bekannten langen Bälle der Berner Oberländer gefunden hatte, meldete sich zunächst der Thuner Trainer Mauro Lustrinelli zu Wort: «Das nervt mich, wenn unser Spiel immer nur mit langen Bällen beschrieben wird. Das lese ich viel zu oft. Das sind Bälle hinter die Abwehr, heute sogar flache Bälle», so Lustrinelli.
Und genau diese Bälle hinter die Abwehr machten auch an diesem Frühlingsabend in der ausverkauften Stockhornarena den Unterschied. Nach einer knappen halben Stunde schaltete Kastriot Imeri mit einem einzigen Pass in die Tiefe die gesamte Basler Hintermannschaft aus, bevor Christopher Ibayi auf Vorarbeit von Elmin Rastoder den Ball ins Tor spitzelte. «Das müssen wir einfach besser verteidigen», so Lichtsteiner.
Auch die Basler Fans hatten ihren Anteil an der prächtigen Stimmung in Thun.
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Die Basler Führungsetage auf der Tribüne
Nach seiner Gelbsperre, die sich der Basler Coach im Rekordtempo eingefangen hatte, verfolgte Lichtsteiner das Spiel zusammen mit David Degen, Ruedi Zbinden und Daniel Stucki auf der Tribüne. Letzterer durfte im Gegensatz zu Lichtsteiner bei der Pausenansprache dabei sein. Der Sportchef richtete sich dabei aber weder an die Mannschaft noch fungierte er als Sprachrohr Lichtsteiners, wie die Spieler nach der Partie beteuerten.
Vertreten wurde Lichtsteiner von seinem Assistenten Matthias Kohler. «Die Matchvorbereitung war wie immer. Es war nichts anderes als sonst, ausser dass mit Matthias ein anderer Mensch an der Seitenlinie stand», sagte Dominik Schmid. Auch sonst gaben die Basler den äusseren Umständen in ihren Erklärungen für die Niederlage wenig Gewicht.
Für Stephan Lichtsteiner stand in Thun Matthias Kohler an der Seitenlinie.
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Erschreckend viele Ballverluste
Eine Woche nach dem Brand im Kabinentrakt des Joggeli waren es weniger die nicht vollständig eingelaufenen Schuhe der Basler, sondern vielmehr die Genauigkeit auf dem Platz, die den Unterschied machten. «Wir hatten zu einfache Ballverluste in den letzten 30 Metern», sagte Schmid und Flavius Daniliuc fügte an: «Jeder Ballverlust war gefährlich, das ist ihr Spiel. Sie freuten sich fast schon auf jeden Ballverlust von uns.»
Das TelegrammFC Thun – FC Basel
Stockhorn Arena. – 10’014 Zuschauende (ausverkauft). – SR: Mirel Turkes. Tore: 28. Ibayi 1:0 (Rastoder). 54. Heule 2:0 (Imeri). 56. Duranville 2:1 (Ajeti). 64. Rastoder 3:1 (Heule).
Thun: Steffen; Fehr, Montollo, Bamert, Heule (91. Bürki); Meichtry (63. Rupp), Bertone, Roth (74. Matoshi), Imeri (63. Kait); Ibayi (74. Labeau), Rastoder.
Basel: Hitz; Vouilloz (59. Rüegg), Omeragic, Daniliuc, Schmid; Leroy (69. Koindredi), Metinho (90. Broschinski); Traoré, Shaqiri, Salah (46. Duranville); Ajeti (69. Koloto).
Bemerkungen: Thun ohne Balaruban und Ziswiler (beide verletzt). Basel ohne Kaio Eduardo, Tsunemoto (beide verletzt), Akahomen, Pfeiffer, Kacuri (kein Aufgebot). – Verwarnungen: 14. Montolio (Foul). 27. Salah (Unsportlichkeit, fehlt gegen Sion gesperrt). 58. Leroy (Reklamieren, fehlt gegen Sion gesperrt). 80. Shaqiri (Reklamieren). 93. Bürki (Foul). 39. Pfostenschuss Imeri.
Tatsächlich war die Statistik der Basler Ballverluste in Thun erschreckend. Bei Xherdan Shaqiri standen nach 90 Minuten 19 Ballverluste zu Buche, bei Metinho zwölf und Ibrahim Salah musste nach ebenso vielen und teilweise unerklärlichen Fehlpässen bereits zur Pause raus.
Ibrahim Salah (links) konnte gegn den starken Michael Heule wenig ausrichten.
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Ein meisterlicher Heule sorgt für die Entscheidung
Bei aller Kritik am Basler Spiel darf an diesem Abend aber auch die Leistung des Heimteams nicht vergessen gehen. Beim 2:0 durch Michael Heule in der 53. Minute standen die Basler nach einem schnell ausgeführten Freistoss noch kollektiv im Schilf. Wie Heule dann aber elf Minuten später nach einem Lauf über den Flügel – welcher auch Gareth Bale stolz machen würde – Rastoder bediente, war schlicht meisterlich. «Es gibt einen Grund, warum sie Meister werden. Das ist ihr Spiel, wir hatten keine Antwort darauf», analysierte Daniliuc trocken.
Dass der eingewechselte Julien Duranville nach einem starken Dribbling mit seinem zweiten Treffer für Rotblau zwischenzeitlich auf 1:2 verkürzte (56.) verkam deshalb nur noch zur Randnotiz.
Julien Duranville trifft zum 1:2.
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«Ansatzweise habe ich gute Sachen gesehen. Es ist aber noch zu wenig, um über 90 Minuten dominanten Fussball spielen und den Gegner in Schwierigkeiten bringen zu können», fasste Lichtsteiner zusammen und fügte den Satz an, der zuletzt öfter gefallen war: «Man sieht, dass wir noch einen weiten Weg vor uns haben.»
Viel Zeit bleibt den Baslern nicht, um auf diesem Weg den nächsten Schritt zu machen. Am kommenden Sonntag ist im Heimspiel gegen den FC Sion (14 Uhr) ein Sieg Pflicht, um das Minimalziel Europacup nicht aus den Augen zu verlieren. Derweil könnte beim FC Thun bei einem Sieg im Heimspiel gegen Lugano bereits nach dem ersten Spiel der Meisterrunde die grosse Meisterparty steigen.