Ähnlich verhält es sich bei einem möglichen Sturz des iranischen Oberhauptes Ajatollah Chamenei: Aktuell würden 33 Prozent der Amerikaner es begrüßen, wenn die USA seine Herrschaft im Iran beenden, unter Republikanern unterstützen 59 Prozent das Vorhaben.
Der Iran will dagegen ausschließlich über sein Atomprogramm sprechen. Im Vorfeld hatte es dazu bereits Gespräche mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) gegeben. Der stellvertretende iranische Außenminister Madschid Tacht-Rawantschi hatte am vergangenen Wochenende einen Kompromiss vorgeschlagen: Wenn die USA die Sanktionen gegen den Iran aufheben, könne das Land den Anreicherungsgrad seines Urans senken, sagte Tacht-Rawantschi dem britischen Sender BBC.
Ein hoher Anreicherungsgrad des radioaktiven Materials ist erforderlich, um Nuklearwaffen zu bauen. Zudem schloss Tacht-Rawantschi nicht aus, dass der Iran seine Uranbestände an andere Länder abgeben könnte. Entsprechende Angebote gab es bereits in der Vergangenheit aus Russland.
Ob sich die US-Seite darauf einlässt, ist bislang offen. Beide Parteien hatten im Vorfeld der Gespräche den militärischen Druck erhöht. Die USA hatten zuletzt die Verlegung eines zweiten Flugzeugträgers, der USS Gerald R. Ford, in die Golfregion verkündet. Es handelt sich dabei um den größten Flugzeugträger der USA. Zuletzt war er vor der venezolanischen Küste stationiert.
Laut staatlichen Medienberichten begann der Iran am Montag als Gegenmaßnahme eine Militärübung in der Straße von Hormus. Die Meeresenge verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman, dem Arabischen Meer und dem Indischen Ozean. Von dort werden rund 20 Prozent der weltweiten Ölvorkommen verschifft. Vermutet wird, dass das Regime eine Blockade als Druckmittel gegenüber den USA einsetzen könnte.
Donald Trump hingegen hatte der iranischen Führung zuletzt erneut gedroht. Der Präsident sagte am vergangenen Freitag im Bundesstaat North Carolina, dass ein Regimewechsel in dem Land «das Beste wäre, was passieren könnte». Innerhalb der US-Regierung scheint man zudem skeptisch zu sein, ob es tatsächlich zu einer Verhandlungslösung kommen wird. Die «New York Times» berichtete am gestrigen Montag, dass mehrere hochrangige Beamte bezweifeln, dass es zu einem Deal kommt, mit dem Trump zufrieden sein wird.