Ex-Olympiasportlerin steht bereit

Meloni bekommt Konkurrenz

Aktualisiert am 19.04.2026 – 09:38 UhrLesedauer: 3 Min.

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Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (Archivbild): In Genua wächst eine Herausforderin heran. (Quelle: IMAGO/marco iacobucci / ipa-agency.net/imago)

Eine italienische Lokalpolitikerin könnte zur Hoffnung für die Oppositionsparteien gegen die Meloni-Regierung sein. Silvia Salis ist nicht abgeneigt.

Sie war zweimal für Italien bei den Olympischen Spielen dabei, jetzt könnte sie einen Wettkampf ganz anderer Art im Kopf haben. Die Bürgermeisterin von Genua, Silvia Salis, ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und wird als mögliche Herausforderin für Regierungschefin Giorgia Meloni gehandelt.

Die 40-Jährige war früher Hammerwerferin, gilt als politisch links und damit als Gegenpol zu Melonis rechten Bündnis. Auch wenn sie bislang keine landesweite politische Erfahrung hat, äußert sie sich klar zu den Themen, die Italien beschäftigen. «Ich bin eine progressive Kandidatin, die fest davon überzeugt ist, dass wirtschaftliche Entwicklung und soziale Gerechtigkeit Hand in Hand gehen können», sagte sie in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg «Die rechtsgerichtete Regierung hat es nicht geschafft, beides zu verwirklichen, und hat damit sowohl die Wenigen als auch die Vielen unzufrieden gemacht. Was an sich schon eine ziemliche Leistung ist.»

Premierministerin Giorgia Meloni muss derzeit kämpfen. Innenpolitisch verlor sie vor wenigen Wochen eine Abstimmung über die von ihr vorgelegte Justizreform. Außenpolitisch ist sie von US-Präsident Donald Trump wegen Landeverboten für amerikanische Kriegsflugzeuge kritisiert worden und geht zunehmend auf Distanz zu ihm. Nach der Niederlage von Viktor Orbán am vergangenen Wochenende hat sie einen Verbündeten von der rechten Seite in der EU verloren.

Im von Regierungskrisen geschüttelten Italien könnte Salis frischen Wind ins politische Geschäft bringen. Sie gehört keiner Partei an, sieht sich aber als links. 2025 wurde sie zur Bürgermeisterin von Genua gewählt und schlug damit einen Meloni-Kandidaten. Sie schaffte es, für die Wahl die Opposition hinter sich zu vereinen. Damit wurde Italiens politische Klasse auf sie aufmerksam.

Im nächsten Jahr stehen Wahlen an. Die Opposition in Italien ist nicht geeint, die politische Bandbreite reicht von der Demokratischen Partei über die populistische Fünf-Sterne-Bewegung bis zu Grünen und der Linken Allianz. Eine klare Führungspersönlichkeit hat sich bislang nicht kristallisiert. Am bekanntesten sind Giuseppe Conte von der Fünf-Sterne-Bewegung und Elly Schlein von den Demokraten.