Ende 2026 wird das Pflegezentrum Meienberg in Jona geschlossen. Die Betagten ziehen dann ins neue Wohn- und Pflegezentrum Schachen. Danach sollen die leerstehenden Gebäude im Meienberg bis 2035 als Wohn- und Integrationszentrum für Flüchtende und Asylsuchende genutzt werden.
Entscheid des alten Stadtrats
Wie aus von Linth24 eingeforderten Akten hervorgeht, wurde der Entscheid zum Integrationszentrum vom alten Stadtrat am 2. April 2024 aufgegleist und am 18. November 2024 beschlossen – 6 Tage vor dem 2. Wahlgang zu den Stadtratswahlen.
Kommuniziert hat der alte Stadtrat seinen Entscheid nicht. Der neue Stadtrat hat mit dem Meienberg somit ein vom alten Stadtrat auf die Bahn gebrachtes Projekt übernommen.
Widerstand gegen Zentrum
Gegen das Integrationszentrum stellt sich nun die «IG Pflegezentrum Meienberg». Sie fordert stattdessen ein «quartierverträgliches Wohnprojekt».
Offiziell geht es den Gegnern damit um Wohnraum. In der Sache aber geht es, und jedermann weiss das, gegen das Flüchtlings- und Asylzentrum – also um ein landesweites Muster: Kaum jemand will Asylsuchende als Nachbarn haben. Auch bei der IG Meienberg ist es so, wo alle 11 Komiteemitglieder im Umfeld Meienberg wohnen.
2,5 Mio. für Mietwohnungen
Die Stadt bezeichnet die Zwischennutzung der Meienberg-Gebäude von 2027 bis 2035 als Integrationszentrum als kostengünstigste Lösung.
Linth24 hat nachgefragt: Würden für die 50 Asylsuchenden und Flüchtlinge, die im Meienberg Platz hätten, stattdessen Wohnungen angemietet werden, kostet das monatlich rund 25’000 Franken. Über acht Jahre bis 2035 somit rund 2,5 Millionen Franken.
0,5 Mio. für Meienberg
Umgekehrt kostet die Umnutzung des Meienbergs in ein Integrationszentrum «nur» rund 500’000 Franken. Die Betreuungskosten dürften bei beiden Varianten ähnlich sein.
Mit dem Meienberg könnte die Stadt somit rund 2 Millionen Franken sparen – und erhält Zeit, um bis 2035 ein nachhaltiges Nutzungskonzept für den Meienberg zu entwickeln.
Unterstützt werden die Gegner der kostengünstigen Meienberg-Variante von der FDP und der SVP, also von zwei Parteien, die den Stadtrat letzten Dezember aufforderten, zu sparen.
Komplexe Container
Komplex und ebenfalls teuer wäre der Bau eines Container-Dörflis für 50 Flüchtlinge und Asylanten: Ein solches würde gemäss Erfahrungswerten inklusive Infrastruktur wie Frisch- und Abwasser, Strom, Erschliessung Gemeinschafts- und Freiräume mindestens 2 Millionen Franken kosten. Hinzu kämen aber hohe Unterhalts- und Betreuungskosten sowie aufwändige und langwierige Bewilligungsverfahren.
Initiative dürfte gelingen
Die Unterschriftensammlung zur Initiative läuft noch bis 3. April 2026. Laut Heinz Kohler, Sprecher der Gegner des Integrationszentrums, liegen rund drei Viertel der nötigen 600 Unterschriften vor. Die Initiative gegen das Integrationszentrum dürfte wohl zustande kommen.
Finanziell und moralisch
Damit gilt als fast sicher: Der Stadt steht beim Meienberg ein Abstimmungskampf mit hohen moralischen und finanziellen Aspekten bevor.
Am kommenden Samstag sagt der für das Thema Meienberg zuständige Stadtrat Joe Kunz in einem Interview mit Linth24, weshalb er die Variante Zwischennutzung vorzieht.