Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen. Frankreich ist ohne Zweifel ein wunderschönes Land, aber als ich gestern beruflich nach Strassburg reiste, erfuhr ich auch eine andere Seite.

Das Frappierende: Es begann schon im Bahnhof Basel, bei den französischen Gleisen. Der Unterschied zwischen den Ländern war bereits hier augenfällig. Der Zug: kaum angeschrieben, aussen versprayt, innen verfilzt.

Frankreich, ach Frankreich: Eine Reise ins Nachbarland als politisches Warnsignal. Wir brauchen keine EU-Verhältnisse!

Zur Begrüssung der Fahrgäste gab es als Erstes eine Warnung vor Dieben und Taschendieben. Sie sollte sich als nur zu berechtigt herausstellen. In Mülhausen stiegen zwei junge Typen ein, die einen verdächtigen Eindruck erweckten und es ratsam erscheinen liessen, die Reisetasche in Blick und Griff zu haben.

Bei der nächsten Station stiegen sie aus, in unterschiedliche Richtungen. Jeder nahm Gepäck von der Ablage. Im Moment fiel niemandem etwas auf.

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Ankunft in Strassburg: Eine Dame, die während der Fahrt wie ich vis-à-vis am Laptop gearbeitet hatte, steht auf – und fragt auf Französisch: Wo ist mein Gepäck? Es war weg. Offensichtlich hatten die beiden es mitgehen lassen.

Auf dem Perron informiert sie den Schaffner. Dieser zuckt nur die Schultern: «Gehen Sie zur Polizei.»

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Nicht dass so etwas nicht auch in der Schweiz vorkäme, beileibe nicht. Die in erster Linie importierte Kriminalität ist auch bei uns hoch. Aber ein solcher Niveauunterschied und ein solches Absacken des Sicherheitsgefühls unmittelbar nach der Grenze sind doch augenfällig und ein politisches Warnsignal. Da liegen Welten dazwischen. Wir brauchen keine Nivellierung nach unten. Wir brauchen keine EU-Verhältnisse.