Seit Ostermontag haben im Inneren und Äusseren Land Erstkommunionfeiern stattgefunden. Die Bilder aus Haslen, Schwende, Oberegg, Brülisau, Gonten, Appenzell und Eggerstanden zeigen, dass in allen Pfarreien des Kantons den Erstkommunikantinnen und Erstkommunikanten würdevolle Feste zum Weissen Sonntag, ihrem grossen Tag, geboten worden sind.
Haslen-Stein
Strahlender Sonnenschein und leuchtende Kinderaugen in Haslen. Der Ostermontag hat für 13 katholische Kinder aus Haslen, Schlatt und Stein eine besondere Bedeutung angenommen: Er wurde zu ihrem ganz persönlichen Feiertag.
Acht Kinder von Haslen, drei von Stein und zwei Kinder von Schlatt empfingen am Ostermontag in der Pfarrkirche Haslen die erste heilige Kommunion. Begleitet von der örtlichen Musikgesellschaft durften die Mädchen und Buben in die mächtige Kirche einziehen. Pfarrer Lukas Hidber, Johannes Epp und Katechetin Luzia Fuster gestalteten die Feier zum Thema «Mit Jesus vernetzt». Den Festgottesdienst begleiteten Sandro Neff am Hackbrett, Lena Inauen am Klavier, Anja Inauen am Bass und Marie-Louise Büchler an der Orgel musikalisch. Beim anschliessenden Apéro erfreute die Musikgesellschaft Haslen die Festgemeinde mit einem Ständchen. Für das gemeinsame Anstossen im Freien hätte das Wetter nicht besser sein können.
Schwende
Am Ostermontag sind auch in der Pfarrei St. Martin Schwende Erstkommunikanten gefeiert worden. Insgesamt 18 Mädchen und Buben nahmen im Rahmen eines würdevollen Gottesdienstes und in Anwesenheit zahlreicher Angehöriger ihre erste heilige Kommunion in Empfang.
Oberegg-Reute
Nicht nur im Inneren Land, auch in der Pfarrei Oberegg-Reute ist am Ostermontag eine fröhliche Schar von Erstkommunikanten gefeiert worden. Angeleitet und begleitet wurden die Kinder an ihrem grossen Tag von Pfarrer Eugen Wehrli und Seelsorgerin Cornelia Callegari.
Gonten
Das trübe Wetter am Sonntag, 12. April, konnte der heiteren Stimmung unter den Gontner Erstkommunikantinnen und Erstkommunikanten nichts anhaben. In der Pfarrei Gonten feierten 15 Mädchen und Buben ihren grossen Tag. Schwester Elisabeth hatte die Kinder liebevoll darauf vorbereitet. Trotz des leichten Nieselregens zogen die Erstkommunikanten strahlend und voller Vorfreude in die Pfarrkirche St. Verena ein, festlich begleitet von der Bürgermusik Gonten.
Während des Gottesdienstes nahmen die Mädchen und Buben neben dem Altar ihren Platz ein und gestalteten die Feier persönlich mit. Pater Josef Rosenast richtete in seiner kindgerechten Predigt zum Thema «mit Jesus vernetzt» wegweisende Worte an die Erstkommunikanten und ihre Angehörigen.
Der grosse und lang ersehnte Moment, der Empfang der ersten heiligen Kommunion, ging sehr würdevoll vonstatten. Der anschliessende Apéro rundete den gelungenen Festgottesdienst ab.
Brülisau
Drei Buben und zwei Mädchen aus der Pfarrei St. Sebastian durften am Sonntag, 12. April, in Brülisau zum ersten Mal an den Tisch des Herrn treten. Leider musste der schöne Anlass wegen des nasskalten Wetters ohne den feierlichen Ein- und Auszug mit der Musikgesellschaft Brülisau durchgeführt werden. Die Kreuze, welche die Kinder zur Erstkommunion erhielten, waren von den Papas angefertigt worden.
Appenzell
Trotz kalter Temperaturen und Nieselregens haben sich die Erstkommunikantinnen und -kommunikanten den feierlichen Einzug in die Pfarrkirche St. Mauritius durch die Appenzeller Hauptgasse nicht nehmen lassen.
Grau und nieselregnerisch zeigte sich der Weisse Sonntag am 12. April in Appenzell. Von allen Seiten her eilten die Familien mit ihren Erstkommunionkindern morgens kurz vor 9 Uhr zur Pfarrkirche – Treffpunkt war wegen der Nässe unter den Rathausbögen. Aufgeregtes Geschnatter herrschte dort, überall wurde noch rasch ein bisschen zurechtgezupft. Schuhbändel wurden gebunden und vor allem auch viele Kleiderstricke. Religionspädagogin Luzia Fuster half bei diesen letzten Vorbereitungen der Erstkommunikanten fleissig mit.
Sozusagen in allerletzter Minute wurde erst entschieden, dass man den feierlichen Einzug durch die Hauptgasse trotz des nassen Wetters wagen wollte. Um diese Info zu verkünden, hatte Fuster ihre liebe Mühe: Gegen den hohen Lärmpegel kam sie kaum an. Erst «en rechte Briescht» eines jungen Vaters sorgte für die nötige Ruhe.
Und endlich ging es los – über den Kanzleiplatz via Rot-Tor, «Truube» zum Landsgemeindeplatz. Allen voran die Fahnenträger mit grossen Schritten, hinterher flitzte die Kinderschar in ihren weissen Kleidern. Geduldig reihten sich die Mädchen und Buben vor dem Hotel Appenzell ein, als es von der Pfarrkirche her ganz festlich zu läuten begann. Die Musikgesellschaft Harmonie Appenzell gab den Takt zum Paradeschritt vor.
Wunderbar klang die Musik zum Glockengeläut – die Tambouren voran, gefolgt vom prächtig grossen Korps und schliesslich von der langen Kolonne von Erstkommunikanten-Goofe. Den krönenden Schlusspunkt setzte Standespfarrer Lukas Hidber mit seinen Ministrantinnen und Ministranten. So bescherte der festliche Einzug bei vielen «khörig Hennehuud». Nicht nur bei den zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauern, auch in den Kinderherzen dürfte dieses einmalige Erlebnis in unvergesslicher Erinnerung bleiben.
Die grosse Treppe bis zur Kirchentür des «Moritz» hatte es für die Erstkommunikanten in den langen weissen Gewändern in sich: Während die Mädchen das Kleid elegant anhoben, versuchten die Buben, mit Ausholen und einem eher sennischen Schritt die Stufen zu erklimmen.
Die Pfarrkirche von Appenzell war einladend und üppig geschmückt, in Gelb, Weiss und Grün. Sträusschen in den gleichen Farben und weisse Maschen zierten die Kirchenbänke. Ein aufgespanntes gelbes Tuch beherbergte die «Telefonhörer» in Form von verzierten Büchsen, die die Kinder im Unterricht gebastelt hatten.
Das Thema der diesjährigen Erstkommunion hiess «vernetzt mit Jesus». Vernetzt zu sein, sei wichtig für uns Menschen –nicht nur beim Telefonieren, erklärte Pfarrer Hidber. «In schönen Zeiten, aber auch schwereren Momenten füreinander da zu sein, zu wissen, an wen man sich wenden kann mit seiner Freude, aber auch mit Frust oder Ärger. Jesus möchte ebenfalls mit jedem von uns vernetzt sein. Deshalb feiert heute diesen grossen Tag», ermunterte der Pfarrer. «Und tut dies immer wieder, mit jeder Kommunion!»
Der Gottesdienst war sehr feierlich und abwechslungsreich gestaltet. Einerseits sangen die Kinder fröhliche, von synchronen Gesten untermalte Lieder. Auch für die zahlreichen Texteinsätze hatten die Mädchen und Buben fleissig geübt. Zudem führten sie ein kleines Theaterstück auf. Selbstverständlich kam auch wieder ein «Elternchörli» zustande. Sogar einen Jodel hatte es eingeübt, der während des Kommunizierens zu Herzen ging.
Man merkte es hier und dort an zappelnden Kinderbeinen: Der schöne Festgottesdienst neigte sich gegen Mittag dem Ende zu. Zum Andenken an diesen wichtigen Tag bekam jedes Erstkommunionkind ein kleines Kreuz überreicht.
Auf dem Kirchenplatz empfing die Musikgesellschaft Harmonie die Erstkommunikantenschar. Bis alle Gottesdienstbesucher aus der Kirche gekommen waren, konnte Dirigent Benjamin Zwick den Taktstock mehrere Male heben. Auch Andrin Kuppelwieser, Dirigent der Tambouren, liess seine Mannen kräftig arbeiten. Als dann endlich auch das obligate Gruppenfoto geschossen war, hielt es die Erstkommunikanten nicht mehr auf dem Platz. Zu sehr lockte nun das feine Mittagessen – ziemlich gewiss mit «Bomfried mit viel Ketschöp».
Eggerstanden
In Eggerstanden haben am Sonntag, 19. April, drei Mädchen und drei Buben aus Vorfreude auf ihre erste heilige Kommunion um die Wette gestrahlt. Vor der Kirche begrüsste die Musikgesellschaft Brülisau unter der Leitung von Dirigent Urs Wieland die Erstkommunionkinder mit ihren Eltern und allen Gästen mit festlichen Klängen. Dann setzten die Kirchenglocken ein und endlich erschienen Kaplan Thomas Meli und Diakon Stephan Brunner mit den Ministrantinnen und Ministranten, um die aufgeregten Kinder im weissen Kleid abzuholen. Feierlich schritt der kleine Zug in die Kirche ein. Der Altar war liebevoll geschmückt mit bunten Büchsen. Diese hatten die Kinder während der Vorbereitungszeit unter Anleitung von Religionspädagogin Luzia Fuster selber verziert. Im Hintergrund hing ein grosses Netz aus Schnüren, an dem grüne Papierstreifen mit den Namen der Erstkommunikanten befestigt waren. Die Telefonbüchsen und das Netz versinnbildlichten das diesjährige Motto des Weissen Sonntags: «Mit Jesus vernetzt».
Dass Maja Fritsche auch die Eggerstander Orgel bestens beherrscht, hat sie bewiesen, indem sie die fröhlichen Erstkommunionlieder virtuos begleitete. Antonia und Philipp Haas an Bassgeige und Hackbrett bereicherten den Festtag wunderbar mit feinen heimischen Klängen. Auch die Erstkommunikanten scheuten keinen Auftritt. Im Wechsel lasen sie unter anderem den Begrüssungstext und die Fürbitten. Zudem führten sie ein kleines Theater auf. Es erzählte die Geschichte des blinden Bartimäus, der von Jesus geheilt wurde.
Kaum hatten alle wieder in ihrer Bank Platz genommen, wurde es richtig spannend. Kaplan Thomas Meli kramte nämlich sein Handy hervor und verriet geheimnisvoll, dass er in diesem Moment im Himmel anrufen wolle. Er wolle Jesus berichten, dass sich in Eggerstanden sechs Kinder ungeduldig auf ihn freuen. Es tutete – und tatsächlich wurde am anderen Ende abgehoben: Der geheilte Bartimäus meldete sich.
Der Kaplan spielte die Szene mit viel Humor und rief ins Handy: «Jäää Bartimäus, du bisches!» Dann bat er lachend, Jesus ans Telefon zu holen. So mimte Meli ein vergnügliches Gespräch mit Jesus, das Kinder wie Erwachsene kichern liess. Am Ende erklärte der Kaplan mit einem Augenzwinkern, Jesus habe gerade ziemlich pressant, weil so viele Kinder überall Erstkommunion feierten. Doch seine «Telefonnummer» sei leicht zu merken – keine Zahlen, sondern drei Worte: «Liebe, Glaube, Hoffnung.» Damit könne man jederzeit im Himmel anrufen.
Schliesslich kam für die drei Mädchen und die drei Buben der grosse Moment: ihre erste heilige Kommunion. Dazu versammelten sich alle um den Altar, während ganz fein das Hackbrett erklang. Zum Andenken an diesen besonderen Augenblick erhielt jedes Kind ein gesegnetes Holzkreuz. Kaplan Meli riet ihnen, es am selben Tag gut sichtbar im Zimmer aufzuhängen.