«Frauen sind in kirchlichen Leitungsaufgaben unterrepräsentiert», halten die Verantwortlichen der Bistümer Basel und St. Gallen in einer gemeinsamen Medienmitteilung fest. Sie führen daher im Herbst dieses Jahres ein Mentoring-Programm für Frauen ein. Damit soll die Rolle der Frau in der Kirche gestärkt und «die männlich geprägte Organisationskultur überdacht und weiterentwickelt» werden. Im Bistum Chur ist eine Beteiligung am Programm aktuell noch in Abklärung.

Vier Tandems starten im Herbst

Im Herbst starten demnach vier Tandems. Sie bestehen jeweils aus einer Mentorin, also einer Frau, die bereits eine kirchliche Führungsrolle innehat, und einer begleiteten Person (Mentee), die jeweils aus unterschiedlichen Bistümern stammen. Während eines Jahres treffen sich die Tandems zu monatlichen Gesprächen. Zum Programm gehören ausserdem Seminare und Online-Kurse zu Führung, Kommunikation, Selbstmanagement und Intervision sowie ein Praxisprojekt, heisst es auf der Website des theologisch-pastoralen Bildungsinstituts, welches das Programm koordiniert.

Die begleitete Person könne so ihre eigenen beruflichen Ziele klären, Rückmeldungen zu Führungsverhalten und Stärken erhalten, ein Netzwerk aufbauen und Verantwortung in einem Praxisprojekt erproben. Auch Mentor:innen könnten ihr eigenes Führungsverhalten reflektieren und sich weiter vernetzen. 

Hildegardis-Verein aus Deutschland

Nach dem Pilotjahr wird das Ergebnis evaluiert und über eine Fortsetzung entschieden. Dabei werde auch die Finanzierung weiterer Durchgänge geklärt, so die Mitteilung.

Das Mentoring-Programm geht zurück auf den deutschen Hildegardis-Verein. Dieser führt es in Zusammenarbeit mit den deutschen Bischöfen seit 2016 durch. Mehr als 260 angehende Führungskräfte habendas Mentoring bisher abgeschlossen. 

Der Hildegardis-Verein fördert und begleitet Frauen bei ihrer Aus- und Weiterbildung durch Mentoring-Programme, Netzwerk-Treffen und Inklusions-Projekte mit Studentinnen und Akademikerinnen mit Behinderung. sys