Die Europäische Kommission hat die Übernahme von Sky Deutschland durch RTL Deutschland ohne Auflagen genehmigt. Zum 1. Juni wird der Deal vollzogen – es ist die größte Übernahme in der Geschichte von RTL. Vereinbart wurden 150 Millionen Euro in bar und potenziell weitere 377 Millionen Euro über eine variable Komponente.
Bertelsmann- und RTL-Group-Chef Thomas Rabe kündigt im Handelsblatt-Interview mit Anna Westkämper an, dass es nach der Zusammenführung der Organisationen zu einem Stellenabbau kommen wird. „Wir werden Doppelstrukturen abbauen, das wird auch Auswirkungen auf das Personal haben», sagt Rabe. Konkrete Zahlen nennt er nicht – wohl aber das Ziel: Innerhalb von drei Jahren sollen 250 Millionen Euro an jährlichen Synergien durch den Deal geschaffen werden. Ein Teil davon kommt aus dem Personalabbau, ein Teil aus der besseren Nutzung der Programminvestitionen von zusammengenommen 2,5 Milliarden Euro im Jahr. Wo genau Stellen wegfallen werden, lässt Rabe offen – klar ist nur: Doppelstrukturen in beiden Organisationen sollen zusammengeführt werden.
Sorge vor der wachsenden Konkurrenz durch Netflix und Amazon hat Rabe nicht – im Gegenteil. Mit zusammengenommen zwölf Millionen Abonnenten sieht er RTL bereits „in Schlagweite zu Amazon Prime und Netflix». Den entscheidenden Vorteil gegenüber den amerikanischen Plattformen sieht er in der Verwertung über drei Plattformen gleichzeitig sowie in der tiefen Verankerung im deutschen Markt. „Wir sind so für den Wettbewerb mit den amerikanischen Plattformen und Streamern besser aufgestellt», sagt Rabe im Handelsblatt. Langfristig will er die Abonnentenbasis auf 15 Millionen ausbauen – „damit wären wir statistisch in jedem dritten Haushalt in Deutschland vertreten.»
Die Plattformen Sky, Wow und RTL+ bleiben als eigenständige Marken bestehen. Für Zuschauer sichtbar wird der Zusammenschluss vor allem im Sport: RTL will künftig mehr Bundesliga-Spiele im Free-TV zeigen, Sky wiederum bekommt Zugang zu Europa League und Conference League.
Rabe erwartet zudem weitere Konsolidierungen im europäischen TV-Markt – insbesondere in Frankreich sieht er Optionen. „In der Politik ist die Einsicht angekommen, dass Konsolidierungen europäische Player nachhaltig stärken werden», sagt er.
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