Microsoft vollzieht die Rolle rückwärts: Einem neuen Bericht zufolge wird die erst 2022 eingeführte Sparte Microsoft Gaming wieder eingestampft. Unter der neuen CEO Asha Sharma soll stattdessen die Marke Xbox nun wieder kompromisslos ins Zentrum rücken.
Rückblickend markierte der Januar 2022 einen Wendepunkt: Im Zuge der geplanten Activision-Blizzard-Übernahme beförderte Microsoft den damaligen Executive Vice President of Gaming, Phil Spencer, zum CEO von Microsoft Gaming – und aus der klassischen Xbox-Abteilung wurde eine neue, übergreifende Sparte.
Während man fortan versuchte, den Drahtseilakt zwischen Hardware-Tradition und Cloud-Zukunft zu bewältigen, rückte die Marke Xbox allerdings immer weiter in den Hintergrund. Doch dieser Ansatz scheint unter der neuen Xbox-Chefin Asha Sharma, die erst im vergangenen Februar den Posten von Spencer übernahm, nun schon wieder Geschichte zu sein.
„Xbox muss unsere Identität sein“
Wie der renommierte Journalist Tom Warren von The Verge jetzt nämlich berichtet, hielt die neue Xbox-CEO am heutigen Donnerstag eine interne Betriebsversammlung ab. Und das Ergebnis sei nicht weniger als ein Paukenschlag: Die Bezeichnung Microsoft verschwindet – die Abteilung wird wieder schlicht in Xbox umbenannt.
Dabei soll Sharma laut Quellen, die an dem Meeting teilnahmen, deutliche Worte für diesen Schritt gefunden haben: „Xbox muss unsere Identität sein. Microsoft Gaming war eine Abkehr davon.“
Damit löst die neue Chefin einen weiteren Teil ihres Versprechens ein, das sie bereits zu ihrem Amtseintritt gab: die „Rückkehr von Xbox“. Wie ernst es der neuen Führung ist, spiegele sich laut Warren auch in den Büros wider: An den Wänden des Microsoft-Campus in Redmond prangen inzwischen Plakate mit Slogans wie „Return of Xbox“ und „Future of Play“.
Passend dazu wurde sogar ein neues Logo gesichtet, das sich vom „Flat Design“ der letzten Jahre verabschiedet und stattdessen auf hochwertige Glaseffekte setzt – ein deutliches optisches Signal für den Neustart. Intern soll das neue Logo zudem bereits für „Materialien zu Project Helix“ – der nächsten Xbox-Generation – genutzt werden.
Die neue Xbox-Chefin räumt auf
Offiziell hat Microsoft die Umbenennung zwar noch nicht kommuniziert, doch bereits die letzten Wochen machen deutlich, dass es sich hierbei um weit mehr als nur reine Kosmetik handeln würde. So zeigt sich Sharma seit ihrem Amtsantritt äußerst tatkräftig und räumt konsequent mit Strategien auf, die sowohl in der Community als auch intern für Unmut sorgten.
Unter anderem wurde die umstrittene „This is an Xbox“-Kampagne, die suggerierte, dass jedes beliebige Gerät eine Xbox sein kann, bereits vor Wochen beendet. Intern soll Sharma diesen Schritt laut Berichten kurz und knapp kommentiert haben: „Es fühlte sich einfach nicht nach Xbox an.“
Zudem erfolgte erst vor wenigen Tagen eine Preissenkung für den Xbox Game Pass Ultimate und den PC Game Pass, nachdem Sharma intern klargestellt haben soll, dass der Abo-Dienst längst „zu teuer für die Spieler“ geworden sei.
Dem Bericht von Warren zufolge soll die neue Chefin auch für die Entscheidung verantwortlich sein, künftige Spiele der „Call of Duty“-Reihe nicht mehr ab dem ersten Tag im Game Pass zu veröffentlichen. Die Integration von Day-One-Releases dieser Größenordnung wurde intern demnach „heftig debattiert“ – und habe laut Kritikern schlicht „nie Sinn ergeben“.
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