Grosser Jubel nach der gelungenen Playoff-Qualifikation direkt nach dem Schlusspfiff gegen GC.
Bild: Alexander Wagner
Darum geht esAarau geht als klarer Aussenseiter ins Duell gegen Servette, kann aber befreit aufspielen.Verbesserte Defensive gibt Hoffnung auf ein engeres Spiel als in der Qualifikation.Servette dominierte die Quali mit 15 Siegen aus 18 Spielen sowie bester Offensive und Defensive.Aarau qualifizierte sich dank 8 Punkten aus den letzten 5 Spielen als letztes Team für die Playoffs.
Gross war die Konsternation bei den Red Boots nach der Hinrunde, welche sieglos und mit sehr wenig erzielten Toren auf dem vorletzten Platz abgeschlossen wurde. Hinzu kam das enttäuschende Ausscheiden aus dem Schweizer Cup in den Achtelfinals. Die Klubführung zog nach dem schlechten Start die Reissleine und entliess Oliver Häusermann im Oktober.
Die anschliessende Trainersuche gestaltete sich schwierig, bis im Dezember die Verpflichtung von Jürgen Seeberger bekanntgegeben werden konnte. Seeberger hatte in der Vergangenheit den FC Schaffhausen trainiert und diesen in den Nullerjahren von der 1. Liga bis in die Super League geführt. Die Ausgangslage vor der Rückrunde war klar: Sollte die Playoff-Qualifikation doch noch gelingen, braucht es eine 180-Grad-Wende.
Eine solche traf auch ein: Von den letzten fünf Spielen der Qualifikation ging nur eines verloren und mit einer Ausbeute von acht Punkten gelang der Sprung auf den letzten Playoff-Platz.
Nun kommen im Hinspiel der Viertelfinals die souveränen Tabellenführerinnen aus Genf nach Aarau. Deren Resultate widerspiegeln die pure Dominanz, welche die Genferinnen in dieser Saison zeigten: Aus 18 Spielen resultierten 15 Siege, hinzu kommen die beste Offensive und Defensive der Liga.
Gleich um elf Punkten wurden die zweitplatzierten BSC YB Frauen, notabene die Titelverteidigerinnen, distanziert. Während in Aarau die Chancenauswertung die ganze bisherige Saison lang ein Problempunkt war, läuft die Tormaschine in Genf wie geschmiert. Die Voraussetzungen könnten nicht gegensätzlicher sein.
Letzter Tanz für den Aarau-Rückhalt
Auch intern machten die Red Boots kürzlich von sich reden: Torhüterin Lorena Barth wird nach dieser Saison zum SC Freiburg wechseln . Und auch eine andere Ankündigung schlug hohe Wellen, nämlich dass Starspielerin Vanesa Hoti sich künftig in der Frauenabteilung des FC Nordstern Basel engagieren wird. Weitere Details zu diesem Schritt verriet die FCB-Rekordspielerin noch nicht, allerdings wird sich dieses Engagement nicht auf ihre spielerische Zeit bei den Red Boots auswirken, wie sie selbst betont. Hoti bleibt in Aarau, die Fans können also aufatmen.
Im Hin- und Rückspiel gegen Servette gab es für die Red Boots jeweils nicht viel zu holen.
Bild: Alexander Wagner
Nach diesem kleinen Schreckmoment gilt nun also der volle Fokus auf das kommende Heimspiel gegen die scheinbar übermächtigen Genferinnen. Auch die Statistik spricht gegen Aarau: In der Qualifikation ging das Hinspiel mit 1:4, das Rückspiel mit 0:3 verloren. In beiden Spielen gaben sich die Aarauerinnen aber keineswegs kampflos auf und es gab viele gute Ansätze zu beobachten.
Vor allem individuelle Fehler führten zu unnötigen Gegentoren. Der aufmerksame Beobachter der letzten Red-Boots-Spiele wird allerdings feststellen, dass sich die Aarauerinnen in dieser Hinsicht stark verbessert haben, blieben sie doch in den letzten drei Spielen ganz ohne Gegentor.
Der grenzenlose Glaube an sich selbst ist Aaraus Hauptargument
Man muss sich aber nichts vormachen: Alles andere als ein Ausscheiden der Red Boots wäre eine grosse Überraschung. Auch Vanesa Hoti weiss: «Servette ist die wohl stärkste Mannschaft der Liga.» In den Playoffs werden allerdings die Karten neu gemischt und den Red Boots kommt zugute, was sie schon die ganze Saison auszeichnet: die Fähigkeit, Rückschläge wegzustecken, der unerschütterliche Glaube an sich selbst und der scheinbar unendliche Optimismus. Wenn es in dieser Liga ein Team gibt, das sich nie aufgibt und bis zum Schluss kämpft, dann sind es die Red Boots aus Aarau.
Vanesa Hoti schlägt in die gleiche Kerbe: «Wichtig ist, dass alle bis zum Schluss gewinnen wollen und wir als Team gut zusammenarbeiten. Im Fussball ist alles möglich. Wenn nun beim Toreschiessen noch das nötige Glück auf unsere Seite fällt, dann haben wir eine Chance.»
Die Red Boots empfangen Servette im Hinspiel am Samstag. Anpfiff im Schachen ist um 16.30 Uhr.