Ein berühmter Modellname der 1990er- und 2000er-Jahre kehrt aus dem Ruhestand zurück. Zwar hat der Terrano nicht dieselbe Strahlkraft, doch Millennials werden sich an den Namen erinnern – eine Reminiszenz an Zeiten, in denen Leiterrahmen-SUVs eher die Regel als die Ausnahme waren.

Technische Daten bleiben zwar weitgehend im Dunkeln, der Eindruck deutet aber klar auf eine klassische Leiterrahmen-Konstruktion hin. Im übrigen ist «Ruhestand» beim Terrano nicht ganz korrekt: Auf einigen Märkten wie Russland bot Nissan unter diesem Namen einen überarbeiteten Dacia Duster an. 

2026 Nissan Terrano PHEV-Konzept

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Quelle: Nissan

Nissan bestätigt immerhin einen Plug-in-Hybridantrieb, was darauf hindeutet, dass eine technische Verwandtschaft zum im vergangenen Jahr vorgestellten Frontier Pro PHEV bestehen könnte. Der elektrifizierte Pick-up ist das erste echte Plug-in-Hybrid-Modell der Marke – denn die e-Power-Modelle sind streng genommen E-Autos mit einem Verbrenner als Reichweitenverlängerer. Wenn das SUV auf derselben Basis steht wie der Pick-up, kommt ein 1,5-Liter-Turbobenziner zum Einsatz, kombiniert mit einem Elektromotor, der in das Getriebe integriert ist.

Im Frontier Pro PHEV liefert dieses System 402 PS (296 kW) Systemleistung und 800 Nm Drehmoment. Dank eines 33-kWh-Batteriepacks fährt der Pick-up 135 km rein elektrisch – allerdings nach dem vergleichsweise großzügigen CLTC-Prüfzyklus. Entsprechende WLTP- und EPA-Werte würden deutlich niedriger ausfallen.

Bild von: Nissan

Obwohl als Konzept bezeichnet, wirkt der Wagen bereits so seriennah, dass er mit wenigen Änderungen an Kunden verkauft werden könnte. Tatsächlich soll die Serienversion des Terrano schon bald folgen. Nissan will den höhergelegten SUV innerhalb eines Jahres in China auf den Markt bringen. Außerdem sollen «ausgewählte globale Märkte» das All-Terrain-Fahrzeug ebenfalls erhalten – eine Einführung in Nordamerika oder Europa gilt jedoch als sehr unwahrscheinlich.

Zur Größe äußert sich Nissan nicht, optisch wirkt der Terrano aber kleiner als Armada/Patrol und zugleich deutlich größer als der ursprüngliche Terrano, der ein kompaktes SUV war. Für die USA ergäbe eine Einführung wenig Sinn, weil er dort dem wiederbelebten Xterra in die Quere kommen könnte.

Gefertigt werden soll der Terrano in China mit Unterstützung des lokalen Joint-Venture-Partners Dongfeng. Optisch bringt er alles mit, was ein «Go-anywhere»-SUV auszeichnet: kantige Radhäuser, grobstollige Reifen, robuste Unterfahrschutz-Elemente und Zusatzleuchten. Für bessere Böschungswinkel hat Nissan die Stoßfänger-Ecken gekürzt, außerdem gibt es eine seitliche Leiter, um an den Dachträger zu gelangen.

Nissan Terrano (1991)

So kennen wir ihn noch: Nissan Terrano von 1991

Das weitgehend frei liegende Reserverad am Heck deutet auf einen seitlich angeschlagenen Zugang zum Laderaum hin – ob das in der Serie so bleibt, ist offen. Ein Innenraumfoto zeigt Nissan noch nicht. Sollte der Terrano tatsächlich auf dem Frontier Pro PHEV basieren, dürfte sich die Kabine des Pick-ups für das SUV-Schwestermodell jedoch nicht grundlegend verändern.

Nissans Sanierungsplan nimmt spürbar Fahrt auf – und neue Produkte auf den Markt zu bringen, ist genau das, was das Unternehmen jetzt braucht. Mit Dongfeng kann Nissan die Entwicklung beschleunigen und Kosten senken, um nach einigen schwierigen Jahren wieder wettbewerbsfähiger zu werden. Der kantige SUV hat klar erkennbares Potenzial – umso schade, dass er wohl nur in wenigen Regionen angeboten wird, mit Schwerpunkt auf dem chinesischen Markt.

Die Rückkehr von Terrano und Xterra bedeutet neue Einträge in einem schrumpfenden Portfolio: Weltweit streicht Nissan 11 schwach performende Modelle aus dem Programm. Wir sind gespannt auf diese neue Produktwelle – darunter ein elektrischer Juke, der Rogue E-Power, eine Skyline-Limousine (in den USA mit Infiniti-Emblem) und natürlich der nächste GT-R.