Mit Schalk blickte Stadtpräsidentin Barbara Dillier in ihrer Eröffnungsrede auf ihr erstes Amtsjahr zurück. «Ich als Zürcherin ohne Fasnachtserfahrung kann ja eigentlich nichts falsch machen – ausser alles.» Finanzkritik verpackte sie mit trockenem Humor. «Leichen habe ich keine gefunden – im Keller. Aber ein paar Überraschungen. Die sind eher in einer Excel-Tabelle.» Ein treffendes Bild fand sie für ihre Rolle als Stadtpräsidentin: Parteilos zu sein sei wie Autofahren ohne Airbag. Man spüre jeden Zusammenstoss direkt.
Zum Schluss wurde sie persönlich. Der Wechsel von Fischenthal an den See sei eine bewusste Entscheidung gewesen. «Ich mache meinen Job unglaublich gern» und erhob das Glas auf Rapperswil-Jona, auf mutige Schritte und auf die Tradition. Eis, Zwei, Geissebei!
Zwischen Bergen und See
Mit Witz, Selbstironie und politischem Seitenhieb pendelte Ehrengast Christian Jott Jenny am Geissebei zwischen Hochkultur, Hochgebirge und Hochprozentigem.Jenny nahm das Publikum mit auf eine Reise durch seine politische Biografie – vom Vorwurf, «keine Ahnung» zu haben, bis zur Lust, trotzdem Verantwortung zu tragen. Mit spitzer Zunge kommentierte er Zürcher Stadtpolitik, rot-grüne Mehrheiten, Parkplatzdebatten und bürgerliche Selbsttäuschungen.
Zürich, Zünfte und Zweifel
Fasnacht sei in Zürich Nebensache, das «Sechseläuten» eher Ersatz als Exzess. Rapperswil-Jona dagegen fasziniere ihn, auch wenn er noch immer staune, dass es zu St. Gallen gehöre. Charmant kokettierte er mit möglichen Kandidaturen, in Zürich wie am Obersee, nur um sie ebenso charmant wieder zu verwerfen.