Dass im «Et cetera» alles so selbstverständlich wirkt, kommt nicht von ungefähr. Dahinter stehen Aurelia Stirnimann und Lea Hürlimann, die zwei Saisons lang in der Casa Alpina Belvedere auf der Alp Grüm gezeigt haben, was es bedeutet, mit wenig viel zu machen: konsequent regional, reduziert, produktfokussiert. Diese Haltung zieht sich durch die ganze Karte, vom Znacht bis zum Zmorgen: Granola mit Rhabarberkompott, eine Omelette mit Mangold, Sauerteigbrot mit aufgeschlagener Butter, Käse, Konfi und Wachsei oder getoasteter Zopf mit Stracciatella, Aubergine und Tomaten. In der Küche steht Maria Horwaska, die aus einer Familie kommt, in der Essen immer eine zentrale Rolle spielte: der Grossvater mit eigenem Hof, der Onkel Käser, Wildgerichte für grosse Familienrunden am Wochenende. Ursprünglich als Grafikerin ausgebildet, hat sie über Umwege in die Küche gefunden, zuletzt mit Stationen im «Gül», «Char» und bei der «Collective Bakery». Man merkt schnell, dass hier jemand kocht, der Produkte versteht – und weiss, was möglich ist in einer kleinen Küche. Aus diesem Mix entsteht im «Et cetera» eine ruhige, aber bestimmte Art, die sich nicht erklären muss.