
Dieser Inhalt wurde am veröffentlicht
18. Februar 2026 – 10:00

Wo steht die Schweiz in der Welt? Und wohin steuert sie? Aktuelle und künftige Entwicklungen stehen bei mir im Fokus.
Nach dem Studium (Geschichte, Rechtswissenschaften und Europastudien) eine Zeit lang auf der Schweizer Botschaft in Athen gearbeitet. Journalistische Erfahrungen im In- und Ausland, auf lokaler wie nationaler Ebene, als Freelancer wie auch als Angestellter. Heute mit internationalem Fokus.
Mehr von dieser Autorin / diesem Autoren
Weitere Sprache: 1
DE Original
Français
fr
Genève, un atout maître
Mehr Genève, un atout maître
Liebe Leserin, lieber Leser
Trilaterale Gespräche zwischen der Ukraine, Russland und den USA, Atomverhandlungen zwischen den USA und Iran: Diese Woche ist viel los in Genf. Das freut auch viele in Bundesbern – denn zuletzt kam das Internationale Genf als Standort unter Druck.
Genf ging schon immer mit den Zeiten: Die frühe Hinwendung zum Protestantismus (1536) brachte der Stadt nicht nur den Beinamen «protestantisches Rom» ein, sondern legte auch einen Grundstein für ihren Wohlstand – durch den Zufluss fleissiger Emigrantinnen und Emigranten. Die Gründung des Roten Kreuzes (1863) katapultierte sie auf das internationale Parkett, die Etablierung des Völkerbundes (1920) und der UNO (1946) haben sie endgültig zum Internationalen Genf gemacht. (Auch die USA spielten eine Rolle dabei.)
Während im UNO-Hauptsitz in New York die hohe Politik gemacht wird, ist Genf der multilaterale Maschinenraum, der permanent läuft. Für die Schweiz ist das Internationale Genf ein wesentliches Element für die Diplomatie des Landes: Dadurch baut man wertvolle Kontakte auf, im günstigen Fall schafft man auch Goodwill.
Zurzeit sind die Zeiten aber schwer für Genf. Das multilaterale System erodiert, und das kriegt auch Genf zu spüren. Stadt, Kanton und Bund versuchen die finanziellen Löcher zu stopfen.
Dazu kommt, dass andere die Gelegenheit beim Schopf packen: UNO-Agenturen, internationale Organisationen und NGOs werden von anderen Städten und Staaten umworben. In Zeiten sinkender Budgets kann ein Umzug verlockend sein, zumal Genf eine teure Stadt in einem teuren Land ist.
Swissinfo unterhält ein eigenes Büro im Palais des Nations, meine Kolleginnen und Kollegen berichten direkt aus dem UNO-Universum. Leider tun das in Zeiten knapper werdenden Budgets immer weniger Medien. Auch ein Zeichen für die abnehmende Bedeutung des Multilateralismus.
Gibt es etwas, dass Sie speziell interessiert am Internationalen Genf? Haben Sie eine Geschichte oder Idee für eine Berichterstattung, die Sie mit uns teilen möchten? Oder sind Sie sogar von den Änderungen in Genf selbst betroffen? Schreiben Sie mir auf giannis.mavris@swissinfo.ch
Mit freundlichen Grüssen,
Giannis Mavris
P.S. Wenn Sie den Newsletter nützlich finden, können Sie ihn gerne an Interessierte weiterleiten – hier kann man ihn abonnieren.
Die neuesten Beiträge zu geopolitischen Themen

Mehr
Aussenpolitik
Ein Jahrhundert chemische Waffen: Warum das weltweite Verbot wichtig ist
Dieser Inhalt wurde am veröffentlicht
18. Feb. 2026
Seit dem ersten Chlorgasangriff 1915 prägen chemische Waffen Konflikte weltweit. Unsere Bildstrecke zeigt ihre Geschichte – und ihre Opfer.
Mehr Ein Jahrhundert chemische Waffen: Warum das weltweite Verbot wichtig ist

Mehr
Aussenpolitik
Diese Schweizerin soll die Welt vor Chemiewaffen bewahren
Dieser Inhalt wurde am veröffentlicht
18. Feb. 2026
Sabrina Dallafior übernimmt die Leitung der Organisation für das Verbot chemischer Waffen – und eine schwierige Ausgangslage.
Mehr Diese Schweizerin soll die Welt vor Chemiewaffen bewahren

Mehr
Internationales Genf
Was von den Verhandlungen Russland-Ukraine-USA in Genf zu erwarten ist
Dieser Inhalt wurde am veröffentlicht
17. Feb. 2026
Am Dienstag und Mittwoch werden russische, ukrainische und US-Vertreter in Genf erwartet, um über einen Frieden in der Ukraine zu verhandeln
Mehr Was von den Verhandlungen Russland-Ukraine-USA in Genf zu erwarten ist

Mehr
Internationale Zusammenarbeit
UNRWA im Libanon: Retterin im Überlebensmodus
Dieser Inhalt wurde am veröffentlicht
16. Feb. 2026
Ein Besuch im Camp Burj El Barajneh im Libanon zeigt, was das politische Tauziehen für die Betroffenen bedeutet.
Mehr UNRWA im Libanon: Retterin im Überlebensmodus

Mehr
Aussenpolitik
Gabriel Lüchinger – der Beziehungsmanager der Schweiz
Dieser Inhalt wurde am veröffentlicht
16. Feb. 2026
Die Schweiz navigiert durch eine Welt, die kaum noch auf sie zugeschnitten ist. Wie hält sie Kontakt? Der Bundesrat vertraut auf die Fähigkeiten von Top-Diplomat Gabriel Lüchinger. Ein Porträt.
Mehr Gabriel Lüchinger – der Beziehungsmanager der Schweiz
Hier geht es zu unserer Übersichtsseite zur Geopolitik.