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Los Angeles (USA) – Comeback aus dem Jenseits! Der neue Film über den „King of Pop“ Michael Jackson (†50) sorgt weltweit für volle Säle. Fast 40 Millionen Dollar (knapp 34 Mio. Euro) spielte das Biopic am ersten Tag in den USA ein. Und obwohl viele Kritiker den Film in der Luft zerrissen, scheinen die Fans an der Kinokasse das Machtwort gesprochen zu haben. Denn dank ihnen bricht Jackson auch posthum Rekorde.

Der Jackson-Film übertrifft die Biopics über Elvis Presley (†42) und Freddie Mercury (†45): Während „Elvis“ 2022 in den USA am ersten Tag auf rund 12 Millionen Euro kam, lag „Bohemian Rhapsody“ 2018 bei etwa 16 Millionen Euro.

Jacksons Neffe Jaafar (29) in „Michael“. Für den Sohn von Michaels älterem Bruder Jermaine (71) ist es die erste Rolle überhaupt

Jacksons Neffe Jaafar (29) in „Michael“. Für den Sohn von Michaels älterem Bruder Jermaine (71) ist es die erste Rolle überhaupt

Foto: Lionsgate

Zählt man die internationale Kinokasse mit, hat „Michael“ Stand Sonntagmorgen schon 70 Mio. Euro eingespielt. Bei Produktionskosten von etwa 170 Mio. Euro ist das auch aus Sicht der Macher ein großer Erfolg.

„Michael“ zeigt die ersten 30 Jahre

Der Streifen konzentriert sich ausschließlich auf die ersten 30 Jahre von Michael Jackson – vom Kinderstar bis zum globalen Megastar. Spätere, besonders kontroverse Kapitel seines Lebens werden ausgeklammert. Und wie schon zu Lebzeiten scheiden sich auch 17 Jahre nach seinem Tod die Geister. Die Fans feiern ihren „King of Pop“, die klassischen Film-Kritiker sind nicht überzeugt.

März 1983: Michael Jackson (damals 24), drei Wochen nachdem sein Album „Thriller“ auf Platz 1 gegangen war. Jackson trägt seine ikonische rote Lederjacke von J. Park aus dem „Beat It“-Video

März 1983: Michael Jackson (damals 24), drei Wochen nachdem sein Album „Thriller“ auf Platz 1 gegangen war. Jackson trägt seine ikonische rote Lederjacke von J. Park aus dem „Beat It“-Video

Foto: Getty Images

Der „Guardian“ schreibt, der Film sei „bereinigt und schwach“ – also ein glattgebügeltes Biopic ohne echte Reibung. Auch der „Telegraph“ spricht von einer „Schönfärberei“ und wirft den Machern vor, ein einseitiges Bild zu zeichnen. Viele Kritiker bemängeln vor allem, dass die heikelsten Kapitel komplett fehlen. Die Missbrauchsvorwürfe gegen Michael Jackson werden nicht thematisiert – obwohl entsprechende Szenen ursprünglich sogar gedreht worden sein sollen und später wieder aus dem Film verschwanden.

Jaafar (r.) mit Michaels Sohn Prince (29). Jacksons ältestes Kind wirkte als ausführender Produzent am Biopic mit

Jaafar (r.) mit Michaels Sohn Prince (29). Jacksons ältestes Kind wirkte als ausführender Produzent am Biopic mit

Foto: Geisler-Fotopress

Mehr zum ThemaEmotionaler Dank mit Seitenhieb

Colman Domingo (56), der Michael Jacksons Vater Joseph Jackson spielt, erklärt: „Der Film spielt von den 60er-Jahren bis 1988, er geht also nicht auf die ersten Vorwürfe ein.“ Es gehe vielmehr um ein „intimes Porträt dessen, wer er war“. Der Film wurde unter anderem von den Nachlassverwaltern produziert, die maßgeblichen Einfluss auf die Darstellung hatten. Und mit Jaafar Jackson (29) steht Michaels eigener Neffe in der Hauptrolle. Es scheint, als wäre dieser Film von seiner Familie für seine Fans gemacht worden. Und davon gibt es bis heute Millionen. Hauptdarsteller Jaafar Jackson reagiert am Wochenende nach dem Start des Films überwältigt – und mit einem kleinen Seitenhieb auf die Kritiker: „Wow, das ist einfach unglaublich!! Die Welt hat gesprochen (…).“

Der King of Pop lebt: Überwältigende Weltpremiere von „Michael“

Quelle: Instagram, Universal, BILD, Fotostation10.04.2026

„Michael“-Teil 2 soll schon in Planung sein

Wie stark der Film hierzulande startet, zeigt sich am Montag, wenn die offiziellen Kinozahlen veröffentlicht werden. Vieles deutet jedoch schon jetzt auf einen Erfolg hin: Michael Jackson hat seit Jahrzehnten eine riesige Fanbase in Deutschland. Nicht ohne Grund fand die Weltpremiere des Films in Berlin statt. Hinter den Kulissen soll schon über eine Fortsetzung nachgedacht werden, die rein theoretisch nach seiner „Bad“-Ära ansetzen würde, also in den 90ern. Die ersten schwerwiegenden öffentlichen Vorwürfe gegen Jackson wegen sexuellen Kindesmissbrauchs wurden im Jahr 1993 laut. Der zweite Film müsste sich dann sicherlich mit diesen und den weiteren auseinandersetzen.