Hamburger Luftfahrtexperte
Aktualisiert am 18.08.2026, 16:27 Uhr

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Was passierte mit der Maschine der Vietnam Airlines am Münchner Flughafen? Jetzt gibt es erste Informationen aus Vietnam.
Die beinahe beim Start am Münchner Flughafen verunglückte Boeing 787-9 soll bereits kurz nach dem Vorfall Warnmeldungen gesendet haben. Nach vorläufigen Angaben der vietnamesischen Luftfahrtbehörde (CAAV) wiesen die Meldungen auf einen möglichen sogenannten Tailstrike – eine Berührung der Startbahn mit dem Heck – und einen ungewöhnlichen Reifendruck hin.
Beim Beschleunigen auf dem Rollfeld habe die Besatzung bereits Probleme bei der Boeing 787-9 festgestellt, hiess es demnach in dem Bericht unter Berufung auf die Piloten des Fluges: Ungefähr auf halbem Weg auf der Startbahn habe die Maschine rund zwei Sekunden lang nicht an Tempo zugelegt. Danach habe die Maschine zunächst bis zur kritisch erforderlichen Geschwindigkeit beschleunigt, aber dann sei das Tempo abgefallen.
Da nicht mehr genug Strecke auf der Bahn vorhanden gewesen sei, um den Start sicher abzubrechen, habe der Pilot den Startvorgang fortgesetzt, heisst es weiter im Bericht der Luftfahrtbehörde. Der Pilot habe die Triebwerks-Schubhebel auf maximale Position gebracht und die Flugzeugnase hochgezogen.
Warnmeldung veranlassten Pilot zur Umkehr
Die Besatzung habe daraufhin die Flugsicherung informiert und entschieden, für eine technische Überprüfung nach München zurückzukehren, berichtet das vietnamesische Staatsmedium «Bao Moi» unter Berufung auf CAAV.
Vor dem Landen liess die Maschine noch Kerosin ab, um die Maschine leicht genug für eine sichere Landung zu machen. Zudem liess der Pilot die Maschine zwei Schleifen in niedriger Höhe über dem Flughafen drehen, damit die Flugsicherung den Zustand des Fahrwerks beurteilen konnte. Nachdem keine Abnormitäten daran festgestellt wurden, habe der Pilot das Flugzeug gelandet, heisst es in dem Bericht.
Bei einer späteren ersten Inspektion sei festgestellt worden, dass die Reifen – drei auf der linken Fahrwerksseite, einer auf der rechten – geplatzt waren.
Dass die Maschine nur knapp einem Unglück entging, bestätigte nun ein Hamburger Luftfahrtexperte. Beim Start fehlte laut Heinrich Grossbongardt nicht viel, und es wäre zu einem Inferno gekommen. Dem «Spiegel» sagte er: «Das war haarscharf an der Katastrophe vorbei.» Es wäre laut Grossbongardt ein Unglück gewesen, das in die Kategorie «nicht überlebbar» fällt.
Sicherheit soll verstärkt werden
Derweil soll die vietnamesische Regierung die Luftfahrtbehörde und die staatliche Fluggesellschaft Vietnam Airlines angewiesen haben, dringend mit den deutschen Behörden bei der Untersuchung des Vorfalls zusammenzuarbeiten und zugleich die Aufsicht über die Sicherheitsverfahren im Luftverkehr zu verstärken, berichteten staatliche Medien am Dienstag.
Die vietnamesische Luftfahrtbehörde sei zudem aufgefordert worden, die Sicherheitsaufsicht über die Ausbildung von Luftfahrtpersonal sowie über den Flugbetrieb und die Wartung von Flugzeugen durch vietnamesische Fluggesellschaften zu verstärken.
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Die Boeing 787-9 war am Samstag über die Startbahn hinaus gerast und – eine Staubwolke hinterlassend – gerade noch abgehoben, wie ein in den sozialen Medien geteiltes Video zeigt. Bei der Landung rund zwei Stunden später ist Qualm zu sehen, der am Fahrwerk aufsteigt. Verletzt wurde niemand. (dpa/bearbeitet von nap/ng)
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Teaserbild: © picture alliance/dpa/Karl-Josef Hildenbrand