{"id":100328,"date":"2026-04-27T13:44:09","date_gmt":"2026-04-27T13:44:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/100328\/"},"modified":"2026-04-27T13:44:09","modified_gmt":"2026-04-27T13:44:09","slug":"spotify-tantiemen-steigen-kritik-an-verteilung-bleibt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/100328\/","title":{"rendered":"Spotify: Tantiemen steigen, Kritik an Verteilung bleibt"},"content":{"rendered":"<p>              Spotify: Tantiemen steigen, Kritik an Verteilung bleibt<\/p>\n<p>515 Millionen Euro hat der Musikstreaming-Marktf\u00fchrer Spotify im vergangenen Jahr an Rechteinhaber in Deutschland ausgesch\u00fcttet. Das geht aus dem j\u00e4hrlichen Transparenzbericht des Unternehmens hervor und entspricht einem Anstieg von 7 Prozent zum Vorjahr. Das eigene Gesch\u00e4ft sei damit etwa drei Mal st\u00e4rker gewachsen als der deutsche Gesamtmarkt f\u00fcr Musik. Rund 40 Prozent der Erl\u00f6se gingen zudem auf H\u00f6rer au\u00dferhalb Deutschlands zur\u00fcck.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Von den Einnahmen aus den rund 183 Milliarden Streams des Jahres entfielen nach Angaben des Unternehmens, <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Spotify-17-000-Kuenstler-aus-der-EU-verdienen-mehr-als-10-000-Euro-10421406.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">wie im Vorjahr<\/a>, mehr als die H\u00e4lfte auf unabh\u00e4ngige K\u00fcnstler und Labels. \u201eDie Zahl der K\u00fcnstler*innen aus Deutschland, die \u00fcber Spotify mehr als 50.000 Euro erzielen\u201c, sei ebenfalls um 7 Prozent zum Vorjahr gestiegen, schreibt Spotify. Absolute Angaben nennt das Unternehmen jedoch nicht.<\/p>\n<p>Politischer Druck auf Streaming-Markt<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/spotify_presse.prowly.com\/455054-loud-clear-spotify-veroffentlicht-deutschland-zahlen-fur-2025\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Spotifys Publikation der Rekordzahlen<\/a> erfolgt vor dem Hintergrund einer versch\u00e4rften politischen Debatte um die Verg\u00fctungsmodelle von Streaming-Diensten. Erst Mitte M\u00e4rz hatte Kulturstaatsminister Wolfram Weimer f\u00fcr den Fr\u00fchsommer <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Kulturstaatsminister-Streaming-Fairness-soll-an-rundem-Tisch-kommen-11209178.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">einen branchenweiten runden Tisch<\/a> zur \u201eStreaming-Fairness\u201c angek\u00fcndigt. Zuvor hatte er sich unter anderem mit K\u00fcnstlern, Vertretern von Labels und den Plattformbetreibern getroffen.<\/p>\n<p>Bereits eine im Februar vergangenen Jahres ver\u00f6ffentlichte <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Streaming-Studie-Verguetungsmodelle-bevorteilen-grosse-Kuenstler-10279067.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Studie im Auftrag der Bundesregierung<\/a> hatte dem Musikstreaming-Markt Informationsasymmetrien und strukturelle Ungleichheit attestiert. Auch das Europaparlament <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Musikstreaming-EU-Parlament-fordert-Regeln-fuer-gerechtere-Verguetung-9600724.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">hatte die EU-Kommission 2024 dazu aufgefordert<\/a>, die Gesch\u00e4ftspraktiken auf dem Musikstreaming-Markt zu \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n<p>Pro-Rata, 1.000-Streams-H\u00fcrde und Discovery Mode<\/p>\n<p>In der Kritik steht vor allem der Verteilungsmechanismus von Spotify. Angaben zu den von Musikern kritisierten algorithmischen und \u00f6konomischen Verteilungsmechanismen der Plattform f\u00fchrt Spotifys Bericht allerdings nicht auf.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Die Einnahmen werden bei Spotify weiterhin nach dem sogenannten Pro-Rata-Modell ausgesch\u00fcttet: Die Abogeb\u00fchren der Nutzerschaft flie\u00dfen in einen zentralen Topf und werden nach nationalen Marktanteilen der Streams verteilt \u2013 unabh\u00e4ngig davon, welche K\u00fcnstler ein einzelner zahlender Nutzer tats\u00e4chlich geh\u00f6rt hat. Von diesem Modell profitieren vor allem globale Megastars und Major-Labels, w\u00e4hrend unabh\u00e4ngige K\u00fcnstler und Nischengenres laut aktuellen Branchenstudien systematisch benachteiligt werden.<\/p>\n<p>Ebenfalls unerw\u00e4hnt bleibt die seit Anfang 2024 geltende <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Spotify-schliesst-kleine-Kuenstler-und-White-Noise-von-Einnahmen-aus-9344679.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Mindestgrenze f\u00fcr Auszahlungen<\/a>. Demnach generieren Songs mit u. a. weniger als 1.000 Streams in den vorausgegangenen zw\u00f6lf Monaten keine Tantiemen mehr. Die von diesen Titeln erwirtschafteten Kleinstbetr\u00e4ge verbleiben im Pro-Rata-Topf und werden anteilig an die \u00fcbrigen, \u00fcber dieser Schwelle liegenden Acts ausgesch\u00fcttet.<\/p>\n<p>Wie viele K\u00fcnstler unter dieser Schwelle liegen oder nur ganz geringe Betr\u00e4ge erwirtschaften, ist damit nicht nachvollziehbar. Nach einer <a href=\"https:\/\/miz.org\/de\/studien\/verguetung-im-deutschen-markt-fuer-musikstreaming\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Studie des Forschungsnetzwerks Digitale Kultur<\/a> erzielten etwa im Jahr 2023 68 Prozent der K\u00fcnstler weniger als 1 Euro Umsatz.<\/p>\n<p>Zudem klammert der Bericht den \u201eDiscovery Mode\u201c aus. \u00dcber dieses Instrument k\u00f6nnen Rechteinhaber einer 30-prozentigen Kommission auf Tantiemen aus Discovery-Mode-Streams zustimmen, um im Gegenzug eine h\u00f6here algorithmische Gewichtung in den Autoplay- und Radio-Funktionen der App zu erhalten. Branchenvertreter und Kritiker bezeichnen diese Mechanik regelm\u00e4\u00dfig als eine Form von digitalem Pay-to-Play, bei der finanzstarke Akteure systematisch bevorzugt w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Rechteinhaber statt K\u00fcnstlerkonten<\/p>\n<p>Die im Bericht von Spotify ausgewiesenen 515 Millionen Euro sowie die Einnahmen jener K\u00fcnstler, die \u201e\u00fcber 50.000 Euro erzielen\u201c, flie\u00dfen nicht direkt an die Interpreten. Spotify \u00fcberweist diese Summen als Brutto-Aussch\u00fcttungen an die jeweiligen Rechteinhaber. Dazu geh\u00f6ren in erster Linie Musiklabels, Vertriebe und Verwertungsgesellschaften wie die GEMA.<\/p>\n<p>Je nach vertraglicher Konstellation verbleibt ein erheblicher Teil dieser Tantiemen bei den Labels. Die von Spotify angef\u00fchrte Statistik, wonach mehr als die H\u00e4lfte der Zahlungen auf den \u201eIndependent\u201c-Sektor entfalle, umfasst in der Z\u00e4hlweise der Musikindustrie nicht nur unabh\u00e4ngige Musiker, die ihre Werke selbst hochladen. Unter diesen Begriff fallen auch kapitalstarke B2B-Digitalvertriebe und gr\u00f6\u00dfere Indie-Labels, die als Zwischenh\u00e4ndler fungieren.<\/p>\n<p>Gespr\u00e4che am runden Tisch<\/p>\n<p>Die Fronten zwischen dem Plattformbetreiber und den K\u00fcnstlern sind also verh\u00e4rtet. Sollten die Gespr\u00e4che der Branchenvertreter zu keinem Ergebnis f\u00fchren, stellte der Kulturstaatsminister gesetzliche Eingriffe in das Gesch\u00e4ftsmodell in Aussicht. <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Premium-Abo-Spotify-hebt-Preise-fuer-die-USA-und-andere-Laender-an-11144476.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Gegen\u00fcber heise online hatte Spotify mitgeteilt<\/a>, dass es etwa durch die <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Premium-wird-teurer-Spotify-erhoeht-in-Deutschland-die-Preise-10530661.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">j\u00fcngsten Preiserh\u00f6hungen<\/a> bereits darauf hinwirke, die Auszahlungen zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>J\u00e4hrliche Berichte unter dem Titel \u201eLoud &amp; Clear\u201c hatte Spotify 2021 nach Protesten der Gewerkschaft Union of Musicians and Allied Workers (UMAW) eingef\u00fchrt. L\u00e4nderspezifische Aufschl\u00fcsselungen f\u00fcr den deutschen Markt publiziert Spotify erst seit 2023. Detaillierte Zahlen, wie etwa die durchschnittliche Netto-Verg\u00fctung pro Stream im direkten Vergleich zu Konkurrenten wie <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/thema\/Apple-Music\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Apple Music<\/a>, werden dabei nicht ausgewiesen.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:hag@heise.de\" title=\"Hartmut Gieselmann\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">hag<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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