{"id":10074,"date":"2026-02-18T12:07:09","date_gmt":"2026-02-18T12:07:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/10074\/"},"modified":"2026-02-18T12:07:09","modified_gmt":"2026-02-18T12:07:09","slug":"harvard-reduziert-bitcoin-etf-position-um-21-prozent-und-kauft-erstmals-ethereum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/10074\/","title":{"rendered":"Harvard reduziert Bitcoin ETF-Position um 21 Prozent und kauft erstmals Ethereum"},"content":{"rendered":"<p>Harvard Management Company (HMC) hat ihre Bitcoin-Best\u00e4nde im vierten Quartal 2025 deutlich verkleinert. Die Verwalterin des gr\u00f6ssten akademischen Endowments weltweit reduzierte ihre IBIT-Position von 6.81 Millionen auf 5.35 Millionen Shares (208 Mio. USD). Das entspricht einem R\u00fcckgang von 21.5 Prozent.<\/p>\n<p>Gleichzeitig er\u00f6ffnete HMC eine neue Position in BlackRocks iShares Ethereum Trust (ETHA): 3.87 Millionen Shares im Wert von 86.8 Millionen Dollar. Es handelt sich um die erste Ethereum-Investition des 56.9 Milliarden Dollar schweren Endowments. Insgesamt halten Harvards Krypto-Positionen damit 352.6 Millionen Dollar, rund 0.62 Prozent des Gesamtportfolios. Bitcoin bleibt trotz Reduktion die gr\u00f6sste \u00f6ffentlich deklarierte Aktienposition und \u00fcbertrifft Alphabet, Microsoft sowie Amazon.<\/p>\n<p>Kein reines Rebalancing<\/p>\n<p>Die Zahlen aus dem j\u00fcngsten SEC 13F Filing zeigen eine gezielte Umschichtung. Im Vorquartal hatte HMC ihre Bitcoin-Position noch um 257 Prozent aufgestockt &#8211; von 1.91 Millionen auf 6.81 Millionen IBIT Shares. Entsprechend f\u00e4llt die Q4-Reduktion um 1.48 Millionen Shares ins Gewicht, rund 177 Millionen Dollar weniger Bitcoin-Exposure.<\/p>\n<p>Denn das Marktumfeld im vierten Quartal war turbulent. Bitcoin erreichte im Oktober 2025 ein Hoch von rund 126&#8217;000 Dollar, fiel bis zum 31. Dezember aber auf 88&#8217;429 Dollar. Ethereum verlor im selben Zeitraum etwa 28 Prozent. Harvards verbleibende Bitcoin-Position lag daher per Quartalsende bei 265.8 Millionen Dollar.<\/p>\n<p>Ob die Reduktion als taktische Gewinnmitnahme nahe dem Oktober-Hoch oder als strategische Umschichtung Richtung Ethereum erfolgte, bleibt offen. Ein HMC-Sprecher lehnte einen Kommentar zur Investmentstrategie ab. Auch CEO N.P. Narvekar \u00e4usserte sich \u00f6ffentlich nicht zur Krypto-Allokation.<\/p>\n<p>Breite Portfolio-Rotation im Q4<\/p>\n<p>Die Krypto-Anpassungen standen nicht isoliert. Harvard nahm im vierten Quartal umfassende \u00c4nderungen an seinem Public-Equity-Portfolio vor. Zun\u00e4chst kam eine 141 Millionen Dollar schwere Position in Union Pacific Corporation hinzu.<\/p>\n<p>Bei Technologiewerten zeigte sich ein differenziertes Bild. HMC stockte Broadcom um 222 Prozent auf, erh\u00f6hte Google um 25 Prozent und Taiwan Semiconductor um 45 Prozent. Hingegen reduzierte der Fonds Amazon um 36 Prozent, Microsoft um 21 Prozent und Nvidia um 30 Prozent. Vollst\u00e4ndig abgestossen wurden Light &amp; Wonder und Maze Therapeutics.<\/p>\n<p>Das Muster deutet auf aktives Risikomanagement hin. Gewinne flossen bei Positionen mit starker Vorperformance ab, w\u00e4hrend der Aufbau in Sektoren mit Nachholpotenzial stattfand. So f\u00fcgt sich auch die Krypto-Strategie ein &#8211; Reduktion bei Bitcoin nach dem Preisanstieg, Diversifikation in Ethereum als zweites Exposure.<\/p>\n<p>Universit\u00e4ten und Krypto &#8211; ein stiller Trend<\/p>\n<p>Harvard steht mit seiner Krypto-Allokation nicht allein. Yale leistete bereits 2018 Pionierarbeit unter dem legend\u00e4ren CIO David Swensen, damals \u00fcber Beteiligungen an Andreessen Horowitz Crypto Fund und Paradigm VC. Emory University wurde im Oktober 2024 zur ersten US-Universit\u00e4t mit einer \u00f6ffentlich deklarierten Krypto-Position. Die Summe betrug 52 Millionen Dollar im Grayscale Bitcoin Mini Trust. Bis November 2025 hatte Emory diese Position verdoppelt. Auch Brown University h\u00e4lt 13.8 Millionen Dollar in IBIT, und die University of Texas at Austin deklarierte ebenfalls Bitcoin ETF-Positionen.<\/p>\n<p>Der Performance-Beitrag ist messbar. Die Research-Firma MPI sch\u00e4tzt, dass digitale Assets 200 bis 300 Basispunkte zu den Top-University-Endowment-Renditen beitrugen. Konkret erzielte die University of Michigan 15.5 Prozent Jahresrendite, davon rund 2.9 Prozentpunkte durch digitale Assets. MIT kam auf 14.8 Prozent, Stanford auf 14.3 Prozent. Harvard selbst meldete f\u00fcr das Fiskaljahr 2025 eine Rendite von 11.9 Prozent und \u00fcbertraf damit den Benchmark von 8 Prozent.<\/p>\n<p>Die politische Sensibilit\u00e4t der Thematik erkl\u00e4rt, warum sich kaum ein Endowment-Manager \u00f6ffentlich zu Krypto-Positionen \u00e4ussert. Dennoch sprechen die 13F Filings eine deutliche Sprache.<\/p>\n<p>Staking als weiterer Anreiz<\/p>\n<p>Harvards Krypto-Engagement l\u00e4uft ausschliesslich \u00fcber BlackRock-Produkte. Sowohl der iShares Bitcoin Trust (IBIT) als auch der iShares Ethereum Trust (ETHA) stammen vom weltgr\u00f6ssten Verm\u00f6gensverwalter. ETHA ging im Juli 2024 an den Start und verwaltet inzwischen rund 11 Milliarden Dollar. IBIT etablierte sich seit seinem Launch 2024 als branchenf\u00fchrender Spot-Bitcoin-ETF.<\/p>\n<p>Im Dezember 2025 reichte BlackRock <a href=\"https:\/\/cvj.ch\/invest\/finanzprodukte\/blackrock-reicht-antrag-fuer-staking-ethereum-etf-bei-der-sec-ein\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">einen S-1-Antrag f\u00fcr einen Staked Ethereum ETF bei der SEC ein<\/a>. Sollte dieser genehmigt werden, k\u00f6nnten institutionelle Investoren wie Harvard k\u00fcnftig Staking-Renditen auf ihre Ethereum-Position erzielen. F\u00fcr Universit\u00e4ts-Endowments, die langfristig investieren und Ertr\u00e4ge maximieren m\u00fcssen, w\u00e4re das ein starker Anreiz.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Harvard Management Company (HMC) hat ihre Bitcoin-Best\u00e4nde im vierten Quartal 2025 deutlich verkleinert. 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