{"id":101342,"date":"2026-04-28T08:41:11","date_gmt":"2026-04-28T08:41:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/101342\/"},"modified":"2026-04-28T08:41:11","modified_gmt":"2026-04-28T08:41:11","slug":"swiss-ski-pressechefin-zoe-chastan-ich-war-mama-mentaltrainerin-und-vertraute-fuer-die-athleten-und-ihre-trainer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/101342\/","title":{"rendered":"Swiss-Ski-Pressechefin Zo\u00e9 Chastan: \u00abIch war Mama, Mentaltrainerin und Vertraute f\u00fcr die Athleten und ihre Trainer\u00bb"},"content":{"rendered":"<p>  <img decoding=\"async\" class=\"m-image-and-caption__image lazyload\" alt=\"Zo\u00e9 Chastan mit Ehemann Loic Meillard.\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/5e12ef24-f89d-410c-b3a1-f6c1a3fc6bec.jpeg\"  data-\/><\/p>\n<p>      Zo\u00e9 Chastan mit Ehemann Loic Meillard.<\/p>\n<p>        KEYSTONE\n      <\/p>\n<p class=\"a-paragraph a-paragraph--lead\" data-t-name=\"Paragraph\">Zo\u00e9 Chastan, die Pressechefin der M\u00e4nner im Ski alpin, war bei der Schweizer Dominanz in den vergangenen Jahren eine wichtige Figur. Die B\u00fcndnerin blickt mit blue Sport auf ein \u00abspannendes, pr\u00e4gendes, erfolgreiches und vor allem unvergessliches Abenteuer\u00bb zur\u00fcck.<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Das Kapitel bei Swiss-Ski endet vorerst: Zo\u00e9 Chastan hat acht Jahre lang an der Seite der Schweizer Herrenmannschaft im alpinen Skisport die Welt bereist, nun gibt sie ihren Posten als Pressechefin auf, um eine neue Rolle zu entdecken: die der Mutter. Wirklich entdecken? War sie das nicht manchmal stellvertretend f\u00fcr Marco Odermatt &amp; Co.?<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">\u00abDas stimmt (lacht). Mama, Mentaltrainerin, Vertraute &#8230; Und das nicht nur f\u00fcr die Athleten, sondern auch f\u00fcr ihre Trainer. Ich glaube, sie haben es genossen, manchmal eine Frau an ihrer Seite zu haben, mit der sie reden konnten\u00bb, meint Chastan. Vor wenigen Tagen heiratete die B\u00fcndnerin &#8230; Ski-Star Lo\u00efc Meillard \u2013 im Sommer soll das Baby auf die Welt kommen.<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Eine Frau in einem weitgehend m\u00e4nnlich dominierten Umfeld zu sein, war jedoch nicht immer einfach, insbesondere bei ihrem Deb\u00fct im Jahr 2018. \u00abBei den ersten Rennen, an denen ich teilgenommen habe, musste ich k\u00e4mpfen, um mir meinen Platz zu erk\u00e4mpfen und akzeptiert zu werden. Jetzt sieht man mehr Frauen auf der Rennstrecke. Aber vor acht Jahren gab es nur M\u00e4nner. Ausserdem ist es mit der heutigen Generation auch einfacher. F\u00fcr junge Skifahrer wie Alexis Monney oder Franjo von Allmen ist es normal, mit Frauen zu arbeiten.\u00bb<\/p>\n<p>Verborgene Heldin<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">W\u00e4hrend das Gesicht der B\u00fcndnerin im Ski-Zirkus nach acht Jahren treuer Dienste im \u00abSwiss Dream Team\u00bb bekannt ist, ist es der breiten \u00d6ffentlichkeit weit weniger vertraut. Es ist kein Zufall, dass sie zu den Anw\u00e4rtern <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.swiss-ski.ch\/fr\/newsroom\/news\/les-premieres-nominations\">auf den \u00abHidden Hero Award<\/a>\u00bb\u00a0geh\u00f6rt, der am 12. Mai anl\u00e4sslich der Swiss-Ski-Night verliehen wird.<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">\u00abKurz gesagt, ich bin die Person, die das Programm der Athleten abseits der Pisten managt. Im Winter k\u00fcmmere ich mich um alle Interviewanfragen, die ihnen am Rande des Trainings oder der Rennen gestellt werden. Meine Arbeit besteht aber nicht nur aus dem, was im Zielbereich passiert, sondern auch aus der Verlosung der Startnummern, den Siegerehrungen oder der Koordination von Veranstaltungen mit den Sponsoren. Im Sommer erstelle ich Inhalte f\u00fcr Swiss-Ski, zum Beispiel w\u00e4hrend des Trainings, und mache auch Medientraining mit den jungen Athleten\u00bb, erkl\u00e4rt Chastan, die zuvor als Journalistin gearbeitet hatte.<\/p>\n<p>Im Herzen der Schweizer Maschine<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">\u00abIch habe das Gef\u00fchl, mit Marco (Odermatt) aufgewachsen zu sein, denn ich war von seinem ersten Podestplatz (Anm. d. Red.: am 9. M\u00e4rz 2019 im Riesenslalom in Kranjska Gora) bis heute dabei. Seinen Aufstieg an die Weltspitze des Skisports und alles, was drumherum passiert, mitzuerleben, hat mich enorm viel gelehrt, aber es war auch eine ziemliche Herausforderung. In anderen Verb\u00e4nden hat ein Athlet seines Kalibers jemanden, der nur f\u00fcr ihn da ist und die Medien betreut\u00bb, f\u00e4hrt die 30-J\u00e4hrige fort.<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Zo\u00e9 Chastan hat also den Aufstieg von Marco Odermatt auf das h\u00f6chste Niveau miterlebt, gefolgt von Lo\u00efc Meillard, <a href=\"https:\/\/www.bluewin.ch\/fr\/sport\/sport-d-hiver\/portrait-alexis-monney-2948869.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Alexis Monney<\/a> und Franjo von Allmen. Das sind nur einige davon. Zwangsl\u00e4ufig ist also auch ihr Arbeitspensum explodiert.<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">\u00abAls ich anfing, hatte man \u2013 wenn alles gut lief \u2013 einen Athleten auf dem Podium. In den letzten Jahren waren es zwei bis drei, mit noch zwei oder drei Teamkollegen in den Top 10. Das ist ein grosser Luxus, aber auch enorm viel Arbeit. Ich h\u00e4tte mir oft gew\u00fcnscht, dass jemand bei mir ist, dass wir zu zweit sind. Abgesehen von den Rennen zu Hause in der Schweiz habe ich alles alleine gemanagt, auch bei Grossereignissen wie der WM oder den Olympischen Spielen\u00bb, verr\u00e4t die werdende Mutter. Mit 255 Schweizer Podestpl\u00e4tzen alleine im Weltcup hatte Zo\u00e9 Chastan alle H\u00e4nde voll zu tun.<\/p>\n<p>Die H\u00f6hen und Tiefen bew\u00e4ltigen<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Die starken Bindungen, die sie im Laufe der Saison zu den Schweizer Ski-Assen \u2013 Techniker wie Speed-Spezialisten \u2013 aufgebaut hat, haben ihr jedoch geholfen, mit dem Tempo Schritt zu halten: \u00abSie sind wirklich zu Freunden geworden. Es hilft, wenn du von Oktober bis M\u00e4rz dein Leben auf Pause stellst und weit weg von zu Hause und deinen Lieben bist.\u00bb<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Auch ihre Vergangenheit als Athletin, zun\u00e4chst im alpinen Skisport, dann im Skicross, war ein wertvoller Trumpf. Dadurch konnte sie die Emotionen von Skifahrern besser verstehen, vor allem, wenn die Ergebnisse nicht stimmten. Die Bew\u00e4ltigung solcher Momente wurde zu ihrer gr\u00f6ssten Herausforderung.<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">\u00abDu verbringst viel Zeit mit den Skifahrern. Du bist das erste Gesicht, das sie sehen, und die erste Person, mit der sie sprechen, wenn sie die Ziellinie \u00fcberqueren. Wenn auf der Piste alles gut lief, war meine Arbeit einfach. Wenn es aber komplizierter war, dann war es wichtig, eine gute Beziehung zu haben. Ich habe den Athleten immer gesagt, dass es eine Chance ist, ihre Stimme zu erheben und mit ihren Worten zu erkl\u00e4ren, was schiefgelaufen ist \u2013 auch wenn sie schlecht gelaunt sind\u00bb, erkl\u00e4rt Chastan.<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Und weiter: \u00abBei Athleten wie Marco (Odermatt) oder Lo\u00efc (Meillard) ist das Problem ein ganz anderes: Sie neigen dazu, zu allem Ja und Amen zu sagen, aber sie haben zu viele Anfragen. Meine Rolle bestand also auch darin, auszusortieren, um sie zu sch\u00fctzen. Sonst h\u00e4tten sie sich nicht mehr auf den Sport konzentrieren k\u00f6nnen.\u00bb<\/p>\n<p>Eiserne Hand in einem Samthandschuh<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Zo\u00e9 Chastan ist quasi eine eiserne Hand in einem Samthandschuh, die \u00fcber eine ganze Generation von Champions gewacht hat. Da sind die Erinnerungen nat\u00fcrlich zahlreich. \u00abEs ist schwierig, eine auszuw\u00e4hlen, weil es so viele gute Momente gab. Aber als wir bei der WM in Saalbach in der Kombination das Triple holten und damit sechs Medaillen gewannen, war das ein unvergesslicher Tag. Ich war froh, dass es Jerome (Anm. d. Red.: Krieg, der die gleiche Position f\u00fcr die Frauenmannschaft innehat) gab, der mir an diesem Tag half. Man musste kontrollieren, dass die Duos zusammenblieben, es war fast wie in einem Kindergarten\u00bb, erinnert sie sich lachend.\u00a0<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" class=\"m-image-and-caption__image lazyload\" alt=\"Das Swiss-Ski-Team ehrt nach dem Weltcup-Finale in Lillehammer Zo\u00e9 Chastan.\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/e89868d3-b93d-48ea-8dca-ff2558cdbd2a.jpeg\"  data-\/><\/p>\n<p>      Das Swiss-Ski-Team ehrt nach dem Weltcup-Finale in Lillehammer Zo\u00e9 Chastan.<\/p>\n<p>        KEYSTONE\n      <\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Obschon es oft viel zu jubeln gab, gab es auch schwierige Momente: \u00abDas Schlimmste waren die St\u00fcrze. Du stehst im Zielraum und weisst nicht, wie es dem Athleten geht. Die heftigsten waren die von Marc Gisin (Anm. d. Red.: 2018 Val Gardena) und Urs Kryenb\u00fchl (Anm. d. Red.: 2021 in Kitzb\u00fchel).\u00bb<\/p>\n<p class=\"a-paragraph\" data-t-name=\"Paragraph\">Auch wenn sie das Team wie ihre \u00abkleine Familie im Zielraum\u00bb vermissen wird, freut sich Zo\u00e9 Chastan heute darauf, ihre eigene zu gr\u00fcnden und in den kommenden Wintern mehr als nur f\u00fcnf N\u00e4chte \u2013 im besten Fall zehn \u2013 zuhause zu verbringen. Ihre Zusammenarbeit mit Swiss-Ski ist dabei aktuell nur auf Eis gelegt. Derzeit laufen Gespr\u00e4che dar\u00fcber, in welcher Form die B\u00fcndnerin ihr Engagement mit dem Verband fortsetzen wird. Sie erkl\u00e4rte sich auf jeden Fall bereit, bei den Schweizer Etappen die Luxusverst\u00e4rkung zu spielen.<\/p>\n<p>  Ein typischer Renntag bei Zo\u00e9 Chastan\u00a0<\/p>\n<p>    \u00abNehmen wir das Beispiel von Adelboden. Bevor ich mich an den Ort des Geschehens begebe, nehme ich Kontakt mit dem Veranstalter auf, um verschiedene Dinge zu regeln: Organisation von Presseterminen, Autogrammstunden etc. Da in Adelboden am Mittwoch zuvor der Slalom in Madonna di Campiglio stattfindet, komme ich erst am Donnerstagnachmittag im Berner Oberland an.<br \/>Am Samstag, dem Tag des Rennens, verlasse ich das Hotel zusammen mit den Athleten gegen 7.00 Uhr. W\u00e4hrend sie auf Erkundungstour gehen, bringe ich ihre Ausr\u00fcstung in den Zielbereich und nehme dort die Anfragen der Journalisten und Fernsehteams entgegen. Wenn dann einer der Skifahrer unter den Top 3 landet, begleite ich ihn ins VIP-Zelt, zur Dopingkontrolle, mache seinen Fussabdruck, wenn er gewonnen hat &#8230;<br \/>Gegen 16:00 Uhr fahren wir zur\u00fcck ins Hotel. Wenn man Zeit hat, isst man schnell etwas, schaut, ob man vor dem Abendprogramm noch ein Fotoshooting oder etwas anderes machen muss, und dann ist es schon wieder Zeit, zur Preisverleihung und zur Startnummernausgabe f\u00fcr das Rennen am Sonntag aufzubrechen. Da bleibt die Dusche oft auf der Strecke.<br \/>Schliesslich haben wir gegen 20 Uhr Sitzungen, sodass ich, wenn alles gut geht, um 21 Uhr in meinem Zimmer bin. Aber ich arbeite noch ein wenig am Computer, sodass ich gegen 23 Uhr ins Bett gehe. Kurz gesagt, es sind lange Tage (lacht).\u00bb<\/p>\n<p>      Marco Odermatt, wie gross ist der Erfolgshunger noch?<\/p>\n<p class=\"m-teaser__lead\">10.04.2026<\/p>\n<p>      Ski-Talent Sandro Manser: Mein Vorbild ist Franjo von Allmen\u00bb<\/p>\n<p class=\"m-teaser__lead\">09.03.2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zo\u00e9 Chastan mit Ehemann Loic Meillard. 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