{"id":101738,"date":"2026-04-28T13:37:09","date_gmt":"2026-04-28T13:37:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/101738\/"},"modified":"2026-04-28T13:37:09","modified_gmt":"2026-04-28T13:37:09","slug":"pilotprojekt-zum-nichtgewinnorientierten-verkauf-von-cannabis-projekt-cann-l-erfreuliche-zwischenergebnisse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/101738\/","title":{"rendered":"Pilotprojekt zum nichtgewinnorientierten Verkauf von Cannabis \/ Projekt Cann-L: erfreuliche Zwischenergebnisse"},"content":{"rendered":"<p>Lausanne (ots) &#8211; <\/p>\n<p>Mehr als 1750 Erwachsene aus Lausanne haben sich f\u00fcr das Projekt Cann-L angemeldet, und jede Woche kommen neue hinzu. Zwei Jahre nach Er\u00f6ffnung der Verkaufsstelle f\u00e4llt die Bilanz sehr positiv aus: Die grosse Mehrheit der Teilnehmenden hat den illegalen Markt verlassen, der Cannabiskonsum nimmt ab, fast hundert Personen haben Kontakt zu einem Arzt aufgenommen, und die verkauften Produkte sind im Durchschnitt weniger stark als die auf dem Schwarzmarkt. Letzterer hat insgesamt zwei Millionen Franken Umsatz eingeb\u00fcsst, w\u00e4hrend das Projekt Arbeitspl\u00e4tze sowie legale Einnahmen f\u00fcr Forschung und Pr\u00e4vention geschaffen hat. Diese Ergebnisse best\u00e4tigen die Zweckm\u00e4ssigkeit des Entwurfs f\u00fcr ein Cannabisproduktegesetz, da Cann-L dieselben Ziele im Bereich der \u00f6ffentlichen Gesundheit verfolgt und die meisten Vorschriften des vorgesehenen CanPG anwendet.<\/p>\n<p>&#171;Die Ergebnisse des Cann-L-Projekts sind sehr positiv. Wir haben nicht nur dem illegalen Markt zwei Millionen Franken entzogen und decken nun 20% des Konsums in Lausanne ab, sondern tragen dar\u00fcber hinaus zum Gesundheitsschutz der teilnehmenden Personen bei&#187;, freut sich \u00c9milie Moeschler, Stadtr\u00e4tin f\u00fcr Sport und sozialen Zusammenhalt. &#171;Vor diesem Hintergrund danke ich den Mitgliedern des Bundesparlaments, dass sie den Entwurf des Bundesgesetzes \u00fcber Cannabisprodukte wohlwollend pr\u00fcfen. Denn dieser orientiert sich unter anderem an dem von uns angewandten Modell.&#187; Pierre-Antoine Hildbrand, Stadtrat f\u00fcr Sicherheit und Wirtschaft, f\u00fcgt hinzu: &#171;Viele Menschen stehen diesem Modell skeptisch gegen\u00fcber, daher lade ich sie ein, sich f\u00fcr unser Projekt zu interessieren. Neben den erheblichen Auswirkungen auf den illegalen Markt erm\u00f6glicht uns Cann-L, besser auf den Cannabiskonsum einzuwirken.&#187;<\/p>\n<p>R\u00fcckl\u00e4ufiger Konsum <\/p>\n<p>Die Cann-L-Verkaufsstelle wurde im Dezember 2023 im Zentrum von Lausanne er\u00f6ffnet. Die \u00fcber 1750 Teilnehmerinnen und Teilnehmer stammen aus unterschiedlichen sozialen und kulturellen Milieus. Sie waren bei der Aufnahme zwischen 18 und 79 Jahre alt (Durch-schnittsalter 36 Jahre), wobei die Mehrheit M\u00e4nner (75%) sowie Personen in Besch\u00e4ftigung (68%) oder in Ausbildung (11%) waren. Was den Cannabiskonsum betrifft, so konsumierten 72% seit mehr als 10 Jahren und 50% taten dies zum Zeitpunkt der Aufnahme t\u00e4glich oder fast t\u00e4glich.<\/p>\n<p>Die Nachbeobachtung einer ersten Kohorte von 670 Teilnehmenden, die seit mindestens 18 Monaten am Projekt teilnehmen, zeigt, dass sie ihren Cannabiskonsum um durchschnittlich 20% reduziert haben. Dieser R\u00fcckgang betrifft alle Altersgruppen und ist besonders ausgepr\u00e4gt bei den Personen, die am meisten konsumieren. Dar\u00fcber hinaus haben rund hundert Teilnehmende Kontakt zu einem Arzt aufgenommen, um \u00fcber ihren Konsum zu sprechen, und 130 haben einen Verdampfer gekauft, um zu versuchen, die Risiken zu verringern, die mit dem Cannabisrauchen im Zusammenhang stehen.<\/p>\n<p>Weniger potente Produkte als auf dem Schwarzmarkt<\/p>\n<p>Eine aktuelle Studie zum illegalen Markt im Kanton Waadt zeigt, dass die dort gekauften Cannabisbl\u00fcten mittlerweile 14,5% THC enthalten, w\u00e4hrend das Harz im Durchschnitt mehr als 32% aufweist. In beiden F\u00e4llen sind die bei Cann-L verkauften Produkte weniger stark dosiert (im Jahr 2025 durchschnittlich 12,5% bzw. 17,5%) und den Teilnehmenden werden auch andere Produkte angeboten, die ein geringeres Risiko f\u00fcr die Atemwege darstellen, wie \u00d6le oder E-Liquids.<\/p>\n<p>Ein verringerter illegaler Markt und legale Einnahmen<\/p>\n<p>Der Cannabisverkauf bei Cann-L deckt etwa 20% des gesch\u00e4tzten Konsums in Lausanne ab und hat dem illegalen Markt bereits mindestens zwei Millionen Franken Umsatz entzogen. Direkt und indirekt wurden mehrere Arbeitspl\u00e4tze geschaffen, zudem flossen im Jahr 2025 mehr als 60&#8217;000 Franken Mehrwertsteuer in die Bundeskasse, w\u00e4hrend 300&#8217;000 Franken Einnahmen f\u00fcr lokale Pr\u00e4ventions- oder Forschungsaktivit\u00e4ten verwendet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ein Modell f\u00fcr eine k\u00fcnftige Regulierung von Cannabis?<\/p>\n<p>Cann-L setzt ein nichtprofitorientiertes, auf den Gesundheitsschutz ausgerichtetes Verkaufsmodell um, wie es auch der Entwurf des Cannabisproduktegesetzes (CanPG) vorsieht, der derzeit in den eidgen\u00f6ssischen R\u00e4ten diskutiert wird. Die Ergebnisse des Lausanner Pilotversuchs zeigen, dass diese Gesetzgebung umsetzbar ist, aber auch, dass sie Hebel bietet und Wirkungen erzielt, die das derzeitige Cannabisverbot oft nicht zul\u00e4sst. &#171;Mit Cann-L war es stets unser Ziel, die laufenden \u00dcberlegungen in Bern zu unterst\u00fctzen. Deshalb laden wir die Bundesbeh\u00f6rden ein, unsere Ergebnisse zu ber\u00fccksichtigen, um die Situation im Zusammenhang mit Cannabis in der Schweiz zu verbessern&#187;, erkl\u00e4rt Tania S\u00e9verin, Direktorin von Sucht Schweiz.<\/p>\n<p>Ein Antrag auf Verl\u00e4ngerung und weiterhin offene Anmeldungen<\/p>\n<p>Aufgrund der Ergebnisse und Erkenntnisse aus dem Projekt haben die Verantwortlichen von Cann-L beim BAG einen Antrag auf Verl\u00e4ngerung bis Mitte 2029 gestellt, um weitere Aspekte im Zusammenhang mit dem Cannabiskonsum und dessen Regulierung untersuchen zu k\u00f6nnen. Das Projekt wird somit noch einige Jahre fortgesetzt, und die Anmeldungen bleiben f\u00fcr erwachsene Einwohnerinnen und Einwohner von Lausanne, die bereits Cannabis konsumieren, offen.<\/p>\n<p>Zur Studie (https:\/\/www.suchtschweiz.ch\/publication\/cann-l-lalternative-responsable-au-cannabis-illegal-situation-et-resultats-a-fin-2025\/) (auf Franz\u00f6sisch mit einer deutschen und italienischen Zusammenfassung)<\/p>\n<p>Zum Factsheet der Studie (https:\/\/www.suchtschweiz.ch\/publication\/factsheet-cann-l-stand-der-dinge-und-ergebnisse-ende-2025\/) (auf Deutsch)<\/p>\n<p>Die Stadt Lausanne \/ Sucht Schweiz<\/p>\n<p>Pressekontakt:<\/p>\n<p>Frank Zobel, Vize-Direktor, Sucht Schweiz, Tel. +41 79 859 67 21<br \/>\u00c9milie Moeschler, Stadtr\u00e4tin, Direktion f\u00fcr Sport und sozialen Zusammenhalt,<br \/>Tel. +41 21 315 42 00<br \/>Pierre-Antoine Hildbrand, Stadtrat, Direktion f\u00fcr Sicherheit und Wirtschaft,<br \/>Tel. +41 79 964 27 39<br \/>Salom\u00e9 Donzallaz, Leiterin Suchtbereich, Tel. +41 21 315 71 40<\/p>\n<p>Original-Content von: Sucht Schweiz \/ Addiction Suisse \/ Dipendenze Svizzera, \u00fcbermittelt durch news aktuell<br \/>Originalmeldung: https:\/\/www.presseportal.ch\/de\/pm\/100000980\/100939709<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Lausanne (ots) &#8211; Mehr als 1750 Erwachsene aus Lausanne haben sich f\u00fcr das Projekt Cann-L angemeldet, und jede&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":94520,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[26936,11234,26937,118,26935,25138,25805,45,5609,26938],"class_list":{"0":"post-101738","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-lausanne","8":"tag-cann","9":"tag-cannabis","10":"tag-erfreuliche","11":"tag-lausanne","12":"tag-nichtgewinnorientierten","13":"tag-pilotprojekt","14":"tag-projekt","15":"tag-schweiz","16":"tag-verkauf","17":"tag-zwischenergebnisse"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116482600465041891","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/101738","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=101738"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/101738\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/94520"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=101738"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=101738"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=101738"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}