{"id":103396,"date":"2026-04-29T15:03:06","date_gmt":"2026-04-29T15:03:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/103396\/"},"modified":"2026-04-29T15:03:06","modified_gmt":"2026-04-29T15:03:06","slug":"wie-das-immunsystem-lebenslange-virusinfektionen-bekaempft-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/103396\/","title":{"rendered":"Wie das Immunsystem lebenslange Virusinfektionen bek\u00e4mpft"},"content":{"rendered":"<p>\n\t\t\t\t\t29. April 2026, 07:20 Uhr                <\/p>\n<p>Basel \u2013 Millionen Menschen weltweit tragen ein Leben lang Virusinfektionen in sich, die ihnen bei der Geburt \u00fcbertragen wurden. Lange ging man davon aus, dass das Immunsystem diese Erreger kaum bek\u00e4mpft. Forschende der Universit\u00e4t Basel zeigen nun: Die k\u00f6rpereigene Abwehr geht durchaus gegen das Virus vor. Dies k\u00f6nnte ein Ausgangspunkt f\u00fcr neue Therapien sein.<\/p>\n<p>Moderne Medizin kann heute oft verhindern, dass Viren w\u00e4hrend der Geburt von der Mutter auf das Kind \u00fcbertragen werden, etwa beim Hepatitis-B-Virus (HBV). Ist die Infektion jedoch einmal etabliert, l\u00e4sst sie sich bis heute nicht heilen. Mehr als 250 Millionen Menschen weltweit leben mit einer chronischen HBV-Infektion, fast alle seit ihrer Geburt.<\/p>\n<p>Bisher ging man davon aus, dass das Immunsystem solche Infektionen toleriert und sich kaum dagegen wehrt. Eine neue Studie von Forschenden des Departement Biomedizin der Universit\u00e4t Basel liefert Hinweise darauf, dass das Immunsystem effizienter gegen solche Infektionen vorgeht als bislang gedacht.<\/p>\n<p>\u00abUnsere Studie ver\u00e4ndert, wie wir \u00fcber chronische Infektionen denken, die fr\u00fch im Leben begonnen haben\u00bb, sagt Dr. Katrin Martin, Co-Erstautorin der in \u00abImmunity\u00bb ver\u00f6ffentlichten Arbeit. \u00abWir haben festgestellt, dass das Immunsystem das Virus im Erwachsenenalter mit Teilerfolg bek\u00e4mpft, obschon gewissermassen mit angezogener Handbremse.\u00bb<\/p>\n<p>Wie der K\u00f6rper auf das Virus reagiert<\/p>\n<p>Mithilfe eines Mausmodells, das wichtige Aspekte einer Infektion bei der Geburt nachbildet, untersuchte das Forschungsteam die Immunreaktion \u00fcber l\u00e4ngere Zeit. Dabei zeigte sich: Der K\u00f6rper bildet schrittweise Antik\u00f6rper, die helfen, die Menge an Viren zu verringern. Unterst\u00fctzt wird diese Reaktion von spezialisierten Immunzellen, sogenannten T-Helferzellen, die andere Abwehrzellen dabei unterst\u00fctzen, wirksamere Antik\u00f6rper zu produzieren.<\/p>\n<p>Diese T-Helferzellen sind im Erwachsenenalter durchaus aktiv und wirksam gegen das Virus. \u00abAllerdings sind sie seltener und weniger vielf\u00e4ltig als bei Infektionen, denen man sp\u00e4ter im Leben begegnet\u00bb, erkl\u00e4rt Co-Erstautor Dr. Peter Reuther. Somit bleibe die Immunantwort eingeschr\u00e4nkt und k\u00f6nne das Virus nicht vollst\u00e4ndig beseitigen.<\/p>\n<p>Die Abwehr gezielt st\u00e4rken<\/p>\n<p>In einem n\u00e4chsten Schritt wollten die Forschenden pr\u00fcfen, ob sich diese eingeschr\u00e4nkte Abwehr verst\u00e4rken l\u00e4sst. In ihren Experimenten gelang es tats\u00e4chlich, die Antik\u00f6rperreaktion zu verbessern, indem sie den M\u00e4usen zus\u00e4tzliche unterst\u00fctzende T-Helferzellen verabreichten. Dies deutet darauf hin, dass die reduzierte Verf\u00fcgbarkeit von T-Helferzellen eine wichtige Einschr\u00e4nkung der immunologischen Abwehr gegen fr\u00fchkindlich erworbene Infektionen darstellt.<\/p>\n<p>Den Grund daf\u00fcr vermuten die Forschenden in der Tatsache, dass die Virusinfektion w\u00e4hrend einer sensiblen Phase in der Entwicklung des Immunsystems stattfindet. Die Entstehung von spezifischen T-Zellen bleibe dadurch begrenzt, der Organismus entwickle eine partielle Toleranz gegen das Virus, was dessen langfristiges Verbleiben im K\u00f6rper beg\u00fcnstigt.<\/p>\n<p>\u00abDass sich die Immunreaktion durch Zugabe von zus\u00e4tzlichen T-Helferzellen verst\u00e4rken liess, ist im Hinblick auf neue Therapieans\u00e4tze vielversprechend\u00bb, sagt Studienleiter Prof. Dr. Daniel Pinschewer. \u00abWir bauen damit auf bestehende und teilweise effektive Mechanismen der Abwehr auf, statt dass wir versuchen m\u00fcssten, eine v\u00f6llig fehlende Abwehrreaktion herbeizuf\u00fchren.\u00bb (Universit\u00e4t Basel\/mc\/ps)<\/p>\n<p>Originalpublikation<br \/>Katrin Martin, Peter Reuther et al.<br \/><a href=\"http:\/\/doi.org\/10.1016\/j.immuni.2026.03.004\" type=\"link\" id=\"http:\/\/doi.org\/10.1016\/j.immuni.2026.03.004\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Perinatal infection elicits clonally restricted T follicular helper cell responses that drive antibody-mediated viral control<\/a><br \/>Immunity (2026), doi: 10.1016\/j.immuni.2026.03.004<br \/><a href=\"https:\/\/biomedizin.unibas.ch\/en\/research\/research-groups\/pinschewer-lab\/\" type=\"link\" id=\"https:\/\/biomedizin.unibas.ch\/en\/research\/research-groups\/pinschewer-lab\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Forschungsgruppe Prof. Dr. Daniel Pinschewer<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/www.unibas.ch\/de.html\" type=\"link\" id=\"https:\/\/www.unibas.ch\/de.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Universit\u00e4t Basel<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"29. 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