{"id":104259,"date":"2026-04-30T07:29:11","date_gmt":"2026-04-30T07:29:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/104259\/"},"modified":"2026-04-30T07:29:11","modified_gmt":"2026-04-30T07:29:11","slug":"seltsamer-vulkan-scheiterte-in-letzter-sekunde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/104259\/","title":{"rendered":"Seltsamer Vulkan scheiterte in letzter Sekunde"},"content":{"rendered":"<p>Seltsamer Vulkan scheiterte in letzter Sekunde &#8211; Spektrum der Wissenschaft<a id=\"top\" class=\"jump-to-content\" href=\"#main\" title=\"Direkt zum Inhalt\">Direkt zum Inhalt<\/a>Magmaschlot: Seltsamer Vulkanausbruch scheiterte in letzter Sekunde<\/p>\n<p>20\u00a0Kilometer stieg geschmolzenes Gestein unter diesem Vulkan auf\u00a0\u2013 nur um steckenzubleiben. Das aber seltsamerweise nicht, weil der weitere Weg blockiert war. Im Gegenteil: Der Weg nach oben war zu\u00a0frei.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Weite Landschaft mit gr\u00fcnen H\u00fcgeln und vereinzelten K\u00fchen im Vordergrund. Ein klarer blauer Himmel mit einigen Wolken erstreckt sich \u00fcber der Szenerie. Im Hintergrund ist das Meer sichtbar, das sich bis zum Horizont erstreckt. Ein Zaun verl\u00e4uft entlang des unteren Bildrandes.\" class=\"full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/GettyImages-2245533151.jpg\" title=\"Weite Landschaft mit gr\u00fcnen H\u00fcgeln und vereinzelten K\u00fchen im Vordergrund. Ein klarer blauer Himmel mit einigen Wolken erstreckt sich \u00fcber der Szenerie. Im Hintergrund ist das Meer sichtbar, das sich bis zum Horizont erstreckt. Ein Zaun verl\u00e4uft entlang des unteren Bildrandes.\"\/><\/p>\n<p> \u00a9 Ayla Harbich \/ Getty Images \/ iStock (Ausschnitt) <\/p>\n<p> Die Azoreninsel S\u00e3o\u00a0Jorge ist vulkanischen Ursprungs. Der letzte Ausbruch liegt allerdings mehr als 100 Jahre zur\u00fcck. <\/p>\n<p>Vulkane k\u00f6nnen auf ganz unterschiedliche Arten ausbrechen\u00a0\u2013 mit verheerenden Glutwolken, spektakul\u00e4ren Lavastr\u00f6men oder Bomben aus gl\u00fchendem Gestein. Doch eines der bemerkenswertesten vulkanischen Ereignisse der letzten Jahre lief fast v\u00f6llig ohne \u00e4u\u00dfere Anzeichen ab. Unter der Azoreninsel S\u00e3o Jorge str\u00f6mte 2022 geschmolzenes Gestein aus 20\u00a0Kilometern Tiefe in einem bis zu 70\u00a0Zentimeter breiten Spalt Richtung Oberfl\u00e4che. Anders als bei den meisten Vulkanausbr\u00fcchen habe es dabei keine Erdbeben ausgel\u00f6st, <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41467-026-71668-6\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">berichtet jetzt ein Team um den Geowissenschaftler Stephen P. Hicks in der Fachzeitschrift \u00bbNature Communications\u00ab<\/a>. Doch bevor das fl\u00fcssige Gestein ohne Vorwarnung hervorbrechen konnte, blieb es im letzten Moment stecken\u00a0\u2013 nur 1,6\u00a0Kilometer unter dem Vulkan. Die Analyse zeigt, welche Rolle Bruchzonen in der Tiefe f\u00fcr Vulkane spielen, und soll helfen, Ausbr\u00fcche besser zu verstehen und vorherzusagen. <\/p>\n<p>Die Azoren sind einer der besten Orte, um ein bedeutendes R\u00e4tsel des Vulkanismus zu untersuchen: welche Rolle Bruchzonen in der Erdkruste f\u00fcr aufsteigende Gesteinsschmelzen spielen. Sie n\u00e4mlich bestimmen mit dar\u00fcber, wie oft und wie heftig Vulkane ausbrechen. Doch die genauen Vorg\u00e4nge dabei sind noch kaum verstanden. An den Azoren treffen sich drei Erdplatten und verschieben sich gegeneinander. Deswegen \u00f6ffnen sich dort immer wieder Bruchzonen, die mit der Gesteinsschmelze in der Tiefe wechselwirken. Zudem befindet sich in dieser Region ein Hotspot, der f\u00fcr st\u00e4ndigen Magmennachschub aus dem tieferen Erdmantel sorgt und letzlich f\u00fcr die Bildung der Inselgruppe verantwortlich ist. <\/p>\n<p>Das Team um Hicks analysierte Daten von hochpr\u00e4zisen Seismometern auf der Insel und am Meeresboden, die insgesamt rund 18\u00a0000\u00a0Erdbeben unter der Insel aufzeichneten. Dank der hochaufgel\u00f6sten Beobachtungen lie\u00dfen sich die minimalen Ersch\u00fctterungen sehr genau lokalisieren und vermittelten so ein pr\u00e4zises Bild der Vorg\u00e4nge im Untergrund. Dabei zeigte sich, dass der gleiche Mechanismus, der das Magma schnell und ungew\u00f6hnlich ger\u00e4uschlos aufsteigen lie\u00df, es am Ende auch wieder stoppte.<\/p>\n<p>Wie die Arbeitsgruppe berichtet, nutzte das Magma aus dem oberen Erdmantel eine bereits zuvor existierende Bruchzone, die auf einer L\u00e4nge von sechs Kilometern rund 20\u00a0Kilometer in die Tiefe reichte. Der dadurch recht geringe Widerstand lie\u00df die Schmelze binnen weniger Tage bis 1,6\u00a0Kilometer unter dem Vulkan aufsteigen\u00a0\u2013 der gesamte Berg dar\u00fcber hob sich um rund sechs Zentimeter. Doch dann stoppte der Strom. Modelle des Teams zeigen, dass auch daf\u00fcr die hilfreiche Bruchzone im Gestein verantwortlich war. Denn die offene Spalte, bis dahin Garant des schnellen Aufstiegs, lie\u00df die im Magma gel\u00f6sten Gase und Fl\u00fcssigkeiten sehr leicht entweichen. Der Druck im Magma sank, und die Eruption blieb in der Tiefe stecken.<\/p>\n<p>Diesen Artikel empfehlen:<\/p>\n<p> ist Chemiker und Redakteur f\u00fcr Geowissenschaften, Chemie und scheu\u00dfliche Krankheiten. <\/p>\n<p>Digitalausgaben Printausgaben Topseller Bundles<\/p>\n<p> Hicks, S. et al., Nature Communications 10.1038\/s41467\u2013026\u201371668\u20136, 2026 <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" height=\"1\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/aa16108a69c1406da1137757bc536181.gif\" width=\"1\"\/><\/p>\n<p>Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalit\u00e4t von Spektrum.de zu erhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Seltsamer Vulkan scheiterte in letzter Sekunde &#8211; Spektrum der WissenschaftDirekt zum InhaltMagmaschlot: Seltsamer Vulkanausbruch scheiterte in letzter Sekunde&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":104260,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[27491,1606,27490,46,27493,23448,45,60,59,44,64,61,27492,13376,63,62],"class_list":{"0":"post-104259","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wissenschaft-technik","8":"tag-aufstieg","9":"tag-ausbruch","10":"tag-azoren","11":"tag-ch","12":"tag-erde-umwelt","13":"tag-magma","14":"tag-schweiz","15":"tag-science","16":"tag-science-technology","17":"tag-switzerland","18":"tag-technik","19":"tag-technology","20":"tag-tektonik","21":"tag-vulkan","22":"tag-wissenschaft","23":"tag-wissenschaft-technik"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116492478218590151","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/104259","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=104259"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/104259\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/104260"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=104259"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=104259"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=104259"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}