{"id":104271,"date":"2026-04-30T07:39:08","date_gmt":"2026-04-30T07:39:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/104271\/"},"modified":"2026-04-30T07:39:08","modified_gmt":"2026-04-30T07:39:08","slug":"schauspielerin-sandra-hueller-glaenzt-im-historiendrama-rose","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/104271\/","title":{"rendered":"Schauspielerin Sandra H\u00fcller gl\u00e4nzt im Historiendrama &#171;Rose&#187;"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/hueller-116.jpg\" alt=\"Sandra H\u00fcller als Rose in einer Szene des Films &quot;Rose&quot; (undatierte Filmszene). \" title=\"Sandra H\u00fcller als Rose in einer Szene des Films &quot;Rose&quot; (undatierte Filmszene).  | Schubert\/ROW Pictures\/dpa\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 30.04.2026 \u2022 06:38 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Eine Frau gibt sich im 17. Jahrhundert als Mann aus. In Markus Schleinzers &#171;Rose&#187; geht es um Fragen von Identit\u00e4t und \u00dcberlebenskampf. Erneut r\u00fcckt ein Historienfilm Sandra H\u00fcllers Schauspielkunst ins Rampenlicht.\n    <\/p>\n<p>Von Nora Gro\u00dfe Harmann, MDR\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ein staubiger Hut, kurzes Haar und eine markante Narbe im Gesicht: Sandra H\u00fcller ist in ihrer Rolle kaum wiederzuerkennen. In &#171;Rose&#187;, dem <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/regional\/thueringen\/mdr-berlinale-zeigt-historienfilm-mit-sandra-hueller-als-weltpremiere-100.html\" title=\"Th\u00fcringen: Berlinale zeigt Historienfilm mit Sandra H\u00fcller als Weltpremiere\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">neuen Werk des Regisseurs Markus Schleinzer<\/a>, verk\u00f6rpert sie eine Person, die in einer Zeit extremer religi\u00f6ser und sozialer Enge alles auf eine Karte setzt. Der Film ist ab heute in den deutschen Kinos zu sehen.<\/p>\n<p>    Riskantes Spiel um Anerkennung<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Geschichte beginnt in einem protestantischen Dorf im Deutschland des 17. Jahrhunderts. Mitten im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg taucht ein vermeintlicher Soldat auf &#8211; der K\u00f6rper schwerf\u00e4llig von den Strapazen, das Gesicht verunstaltet, weil eine Kugel die Wange zerschossen hat. Zur\u00fcck kehrt &#171;Rose&#187; &#8211; gespielt von Sandra H\u00fcller &#8211; aber nicht in das eigene Leben, sondern in das eines gefallenen Kameraden, dem einem Dokument zufolge ein verwaister Hof geh\u00f6rt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Dorfbewohner sind skeptisch, doch &#171;Rose&#187;, die sich als Mann ausgibt, \u00fcberzeugt durch Flei\u00df und Gottesfurcht. Niemand ahnt, dass sich hinter der Maskerade eine Frau verbirgt, deren Identit\u00e4tswechsel der einzige Weg ist, um in einer von M\u00e4nnern dominierten Welt Freiheit und Grundbesitz zu erlangen.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Das Historiendrama des \u00d6sterreichers Markus Schleinzer spielt im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg. Darin geht es um Roses lebensbedrohliche Verkleidung als Mann.\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Um ihren Betrug noch glaubhafter zu machen, plant &#171;Rose&#187; eine arrangierte Ehe mit der Bauerntochter Suzanna, gespielt von Caro Braun. Zwischen den beiden Frauen entwickelt sich ein komplexes B\u00fcndnis. Rose nimmt sich das Privileg, an der m\u00e4nnlichen Gesellschaft teilzunehmen, indem sie ihre Identit\u00e4t \u00e4ndert und ihre Geschichte neu erz\u00e4hlt. Die Handlung kreist um diese Selbsterm\u00e4chtigung &#8211; und das Risiko der Hochstaplerin, aufzufliegen.<\/p>\n<p>    H\u00fcller ausgezeichnet mit dem Silbernen B\u00e4ren<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">F\u00fcr ihre Darstellung der &#171;Rose&#187; wurde H\u00fcller bereits bei der Weltpremiere auf der Berlinale 2026 mit dem Silbernen B\u00e4ren f\u00fcr die beste schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle geehrt. Die Jury und Kritiker lobten insbesondere ihre F\u00e4higkeit, die st\u00e4ndige Anspannung und den Selbstverzicht der Figur k\u00f6rperlich greifbar zu machen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">H\u00fcller selbst beschreibt ihre Rolle, die ein Leben in st\u00e4ndiger Verkleidung zeigt, als &#171;tolle Herausforderung&#187;. Als Schauspielerin oder Schauspieler verkleide man sich die ganze Zeit, sagte H\u00fcller im Gespr\u00e4ch mit dem MDR. &#171;Nur ist das nicht lebensbedrohlich.&#187; Was sie am Filmstoff fasziniert habe, sei das Thema Identit\u00e4t gewesen. Verbunden mit der Frage, inwieweit man &#171;man selbst sein kann&#187;: &#171;Das hat mich sehr interessiert, weil es eben auch mit meinem Beruf verbunden ist.&#187;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Sie war f\u00fcr einen Oscar nominiert und taucht f\u00fcr ihre Rollen voll in ihre Figuren ein: Sandra H\u00fcller. Sie sagt im MDR-Interview: &#171;Die Kunst l\u00e4sst sich nicht instrumentalisieren. Wird sie nie.&#187; Am 30. April wird sie 48 Jahre alt.\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Regisseur Markus Schleinzer inszeniert &#171;Rose&#187; als ein strenges, fast fabelhaftes Drama in Schwarz-Wei\u00df. Trotz des historischen Settings im 17. Jahrhundert ist das Thema hochaktuell: Es geht um die Konstruktion von Geschlechterrollen und den Preis, den Individuen f\u00fcr ihre Selbstbestimmung zahlen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>    Figur der &#171;Rose&#187; ist historisch inspiriert<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Figur der &#171;Rose&#187; ist historisch inspiriert. 300 verb\u00fcrgte F\u00e4lle von Frauen, die sich als M\u00e4nner ausgaben, haben Regisseur Markus Schleinzer und sein Co-Autor in Gerichtsakten und Tageb\u00fcchern gefunden, wie Schleinzer auf der Berlinale erz\u00e4hlte. Die Frauen h\u00e4tten das aus unterschiedlichsten Gr\u00fcnden getan. Heute w\u00fcrde man manche als transgender oder queer lesen. Viele aber taten es, um zu \u00fcberleben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Laut der Literaturwissenschaftlerin und Schriftstellerin Angela Steidele hat es in Europa in der Zeit vom 17. bis zum 19. Jahrhundert etwa tausend Frauen gegeben, die in die Rollen von M\u00e4nnern geschl\u00fcpft sind. Steidele forscht dazu seit mehr als 20 Jahren, ihr Roman &#171;Rosenstengel&#187; wurde 2015 mit dem Bayerischen Buchpreis geehrt. Man m\u00fcsse allerdings bedenken, so die Autorin, dass nur die F\u00e4lle bekannt wurden, bei denen etwas &#171;schiefgegangen&#187; sei, die L\u00fcge also aufgedeckt wurde. &#171;Die Dunkelziffer von Frauen, die erfolgreich als M\u00e4nner durchs Leben gegangen sind, ist wesentlich h\u00f6her.&#187;<\/p>\n<p>    Zu wenig historische Genauigkeit?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">An der historischen Genauigkeit des Films \u00fcbt Steidele indes Kritik. &#171;Rose&#187; beziehe dutzende Details aus dem Leben der Catharina Margaretha Linck aus Halle (Saale), die als &#171;Anastasius Lagrantinus Rosenstengel&#187; lebte, mit einer Frau verheiratet war und 1721 in Halberstadt hingerichtet wurde.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Aber: Trotz all dieser Details habe der Film nichts mit der historischen Catharina Linck zu tun. Vor allem die Hinrichtung betrachte der Film in einem falschen Kontext, so Steidele. Die historische Figur Rosenstengel sei nicht &#8211; wie im Film &#8211; aufgrund ihrer \u00dcbernahme der m\u00e4nnlichen Rolle verurteilt worden, sondern aufgrund von &#171;Sodomie&#187;, dem Vollzug sexueller Praktiken au\u00dferhalb der christlichen Ehe.<\/p>\n<p>    Aktuelle Geschichte in historischem Gewand<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Als Schauspielerin erfindet sich Sandra H\u00fcller mit &#171;Rose&#187; noch einmal neu. Sie schafft es, die Geschichte stets gegenw\u00e4rtig erscheinen zu lassen &#8211; trotz der leicht altert\u00fcmlichen Sprache, der historischen Kost\u00fcme und der Standbilder.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#171;Konsequent und radikal&#187; spiele H\u00fcller die &#171;m\u00e4nnliche&#187; Hauptrolle, sagte Filmkritiker Knut Elstermann dem MDR. H\u00fcller gehe mit einer &#171;ungeheuren Intensit\u00e4t und Klugheit&#187; an ihre Rollen heran &#8211; &#171;mit kompletter Hingabe&#187;. Gerade in ihrem Zusammenspiel mit der Schauspiel-Newcomerin Caro Braun zeige sich, dass sie sich, obwohl sie bereits ein internationaler Star sei, nicht in den Vordergrund spiele. Auch deshalb sei sie zurecht mit dem Silbernen B\u00e4ren bei der Berlinale ausgezeichnet worden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 30.04.2026 \u2022 06:38 Uhr Eine Frau gibt sich im 17. Jahrhundert als Mann aus. 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