{"id":110339,"date":"2026-05-04T19:51:11","date_gmt":"2026-05-04T19:51:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/110339\/"},"modified":"2026-05-04T19:51:11","modified_gmt":"2026-05-04T19:51:11","slug":"ibuprofen-und-bewegung-schuetzen-vor-chemobrain","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/110339\/","title":{"rendered":"Ibuprofen und Bewegung sch\u00fctzen vor \u201eChemobrain\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Eine US-Studie belegt: Bewegung und niedrig dosiertes Ibuprofen k\u00f6nnen kognitive Defizite w\u00e4hrend einer Chemotherapie messbar reduzieren.<\/p>\n<p>Schon geringe Dosen Ibuprofen oder regelm\u00e4\u00dfige Bewegung k\u00f6nnen kognitive Einbu\u00dfen w\u00e4hrend einer Chemotherapie deutlich mildern. Das zeigt eine aktuelle Phase-II-Studie aus den USA, die im April 2026 im Fachjournal CANCER ver\u00f6ffentlicht wurde.<\/p>\n<p>Neue Hoffnung f\u00fcr Krebspatienten mit Ged\u00e4chtnisproblemen<\/p>\n<p>Bis zu 80 Prozent aller Chemotherapie-Patienten leiden unter Konzentrationsst\u00f6rungen, Vergesslichkeit und einem verlangsamten Denkverm\u00f6gen \u2013 dem sogenannten \u201eChemobrain\u201c oder fachsprachlich Cancer-Related Cognitive Impairment (CRCI). Lange galt dieser Zustand als kaum behandelbare Begleiterscheinung der Krebstherapie. Nun liefert die Forschung des Wilmot Cancer Institute und der University of Rochester erstmals klinische Belege f\u00fcr wirksame Gegenma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Vergesslichkeit und Konzentrationsprobleme im Alltag k\u00f6nnen viele Ursachen haben \u2013 ein spezieller Selbsttest zeigt Ihnen jetzt, wie es um Ihre mentale Fitness steht. <a href=\"https:\/\/info.gesundheitswissen-aktuell.de\/gehirntraining-leicht-gemacht\/?af=KOOP_G_TG_DNV_YES_GEHIRNTRAINING-LEICHT-GEMACHT_X-RSS-Ad-Hoc-News-AD1of2-EAID-881716\" rel=\"noopener nofollow\" style=\"color: #337ab7 !important; font-weight: bold; text-decoration: underline;\" target=\"_blank\">Pr\u00fcfen Sie Ihre geistige Leistungsf\u00e4higkeit mit dem kostenlosen Experten-Test<\/a><\/p>\n<p>Die Wissenschaftler um Michelle C. Janelsins untersuchten 86 erwachsene Patienten, die sich einer Chemotherapie mit Heilungsabsicht unterzogen und \u00fcber kognitive Probleme klagten. \u00dcber sechs Wochen wurden die Teilnehmer in vier Gruppen eingeteilt: ein Heimtrainingsprogramm (EXCAP) kombiniert mit niedrig dosiertem Ibuprofen, Training mit einem Placebo, Ibuprofen allein sowie eine reine Placebogruppe.<\/p>\n<p>Bewegung erweist sich als st\u00e4rkster Schutzfaktor<\/p>\n<p>Die Ergebnisse sind vielversprechend: Beide Ans\u00e4tze \u2013 Bewegung und Ibuprofen \u2013 verbesserten die Aufmerksamkeit und Konzentrationsf\u00e4higkeit der Patienten messbar. Die Trainingsgruppe schnitt dabei am besten ab: Die Probanden zeigten in speziellen Aufmerksamkeitstests eine Verbesserung von \u00fcber 21 Sekunden. Die Gruppe, die zweimal t\u00e4glich 200 Milligramm Ibuprofen einnahm, verbesserte sich um rund 11 Sekunden.<\/p>\n<p>Besonders bemerkenswert: Auch das soziale Umfeld der Patienten bemerkte die Ver\u00e4nderung. Familienangeh\u00f6rige, Freunde und Kollegen berichteten, dass die Betroffenen im Studienzeitraum weniger kognitive Aussetzer hatten.<\/p>\n<p>\u201eDie Ergebnisse zeigen, dass sowohl Verhaltens- als auch medikament\u00f6se Interventionen einen echten Unterschied machen k\u00f6nnen\u201c, erkl\u00e4rt Studienleiterin Janelsins. Allerdings sei die Wirkung von Ibuprofen weniger konsistent gewesen als die von Bewegung. So zeigte die reine Ibuprofen-Gruppe bei Tests zum Kurzzeitged\u00e4chtnis schlechtere Ergebnisse als die Placebogruppe \u2013 ein \u00fcberraschender Befund, den die Forscher nun genauer untersuchen wollen.<\/p>\n<p>Entz\u00fcndungsreaktionen als Ursache identifiziert<\/p>\n<p>Der wissenschaftliche Hintergrund der Studie ist klar: Chemotherapeutika l\u00f6sen im K\u00f6rper eine systemische Entz\u00fcndungsreaktion aus. Dabei werden Botenstoffe wie Interleukin-1, Interleukin-6 und Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-alpha) freigesetzt. Diese k\u00f6nnen die Blut-Hirn-Schranke \u00fcberwinden oder die Mikrogliazellen im Gehirn aktivieren \u2013 die dort ans\u00e4ssigen Immunzellen.<\/p>\n<p>Eine dauerhafte Aktivierung dieser Zellen st\u00f6rt nach Erkenntnissen der Neuroimmunologie die neuronale Plastizit\u00e4t und sch\u00e4digt die Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Fr\u00fchere Studien des Rochester-Teams hatten bereits TNF-alpha als starken Indikator f\u00fcr kognitive Probleme bei Brustkrebspatientinnen identifiziert.<\/p>\n<p>Ibuprofen als nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAR) hemmt die Cyclooxygenase-Enzyme und reduziert die Prostaglandin-Synthese \u2013 und damit die Entz\u00fcndungsreaktion. Bewegung wiederum wirkt \u00fcber andere biologische Mechanismen ebenfalls entz\u00fcndungshemmend. Die Forscher vermuten, dass beide Ans\u00e4tze synergistisch wirken k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Vorsicht bei der Selbstmedikation<\/p>\n<p>Trotz der ermutigenden Ergebnisse mahnen die Mediziner zur Zur\u00fcckhaltung. \u201ePatienten sollten keinesfalls eigenm\u00e4chtig mit einer Ibuprofen-Einnahme beginnen\u201c, betont Janelsins. Die Risiken von Wechselwirkungen mit Chemotherapeutika, m\u00f6gliche Magen-Darm-Probleme oder Auswirkungen auf die Blutgerinnung m\u00fcssten sorgf\u00e4ltig abgewogen werden.<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Neben Bewegung spielt die gezielte N\u00e4hrstoffversorgung eine zentrale Rolle f\u00fcr die Regeneration und Leistungsf\u00e4higkeit des K\u00f6rpers. 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Zudem ist der Zeitpunkt der Intervention entscheidend: W\u00e4hrend fr\u00fchere Studien oft die Zeit nach der Behandlung untersuchten, fokussierte sich diese Studie auf Patienten w\u00e4hrend der aktiven Therapiephase.<\/p>\n<p>Ausblick: Gr\u00f6\u00dfere Studien in Planung<\/p>\n<p>Der Erfolg der Phase-II-Studie ebnet den Weg f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere, landesweite Phase-III-Untersuchungen. Diese sollen mit deutlich mehr Teilnehmern die optimale Dosierung bestimmen und herausfinden, welche Patienten am meisten von entz\u00fcndungshemmenden Therapien profitieren.<\/p>\n<p>Parallel dazu forschen Wissenschaftler an den molekularen Schaltern, die die Gehirnentz\u00fcndung antreiben. Erkenntnisse aus der Alzheimer-Forschung, etwa zum cGAS-STAX-Signalweg, k\u00f6nnten dabei helfen, gezieltere Therapien f\u00fcr Krebspatienten zu entwickeln.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Moment best\u00e4tigen die Ergebnisse die bereits bestehenden Empfehlungen, Krebspatienten zu Bewegung zu raten. Schon moderate Aktivit\u00e4ten wie Spazierengehen oder leichtes Krafttraining k\u00f6nnen neuroprotektive Effekte haben. Die Integration von Biomarker-Tests \u2013 etwa die Messung bestimmter Zytokinspiegel im Blut \u2013 k\u00f6nnte k\u00fcnftig eine personalisierte Unterst\u00fctzung w\u00e4hrend der Krebstherapie erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Die wirtschaftliche und soziale Belastung durch CRCI ist erheblich: Viele Betroffene k\u00f6nnen nach der Behandlung nicht in ihren Beruf zur\u00fcckkehren oder ihren Haushalt nicht mehr eigenst\u00e4ndig f\u00fchren. Dass bereits einfache, kosteng\u00fcnstige Ma\u00dfnahmen wie Bewegung oder rezeptfreie Schmerzmittel messbare Verbesserungen bringen k\u00f6nnen, markiert einen bedeutenden Fortschritt in der unterst\u00fctzenden Krebstherapie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eine US-Studie belegt: Bewegung und niedrig dosiertes Ibuprofen k\u00f6nnen kognitive Defizite w\u00e4hrend einer Chemotherapie messbar reduzieren. 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