{"id":111883,"date":"2026-05-05T20:20:13","date_gmt":"2026-05-05T20:20:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/111883\/"},"modified":"2026-05-05T20:20:13","modified_gmt":"2026-05-05T20:20:13","slug":"schwere-versaeumnisse-in-der-herzchirurgie-am-unispital-zuerich-mit-dutzenden-todesfaellen-was-bedeutet-der-skandal-politisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/111883\/","title":{"rendered":"Schwere Vers\u00e4umnisse in der Herzchirurgie am Unispital Z\u00fcrich \u2013 mit Dutzenden Todesf\u00e4llen. Was bedeutet der Skandal politisch?"},"content":{"rendered":"<p>Das Universit\u00e4tsspital Z\u00fcrich (USZ) hat mit der Administrativ-Untersuchung zur Herzchirurgie einen Skandal offengelegt, der weit \u00fcber eine medizinische Panne hinausgeht. In den Jahren 2016 bis 2020 war die Patientensicherheit nicht jederzeit gew\u00e4hrleistet. Der Bericht zeigt ein Zusammenspiel aus Fehlentscheiden, mangelnder Kontrolle und einer F\u00fchrungskultur, in der Warnsignale zu lange ignoriert wurden. Das ist f\u00fcr ein \u00f6ffentliches Zentrumsspital von dieser Bedeutung schlicht schwerwiegend.<\/p>\n<p>                <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/693537899_highres-1024x683.jpg\" alt=\"\u00a9 KEYSTONE \/ MICHAEL BUHOLZER\" itemprop=\"contentUrl\" class=\"story-img story-img--landscape\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\"\/><\/p>\n<p>                                                    Universit\u00e4tsspital Z\u00fcrich (USZ) in Z\u00fcrich (Symbolbild)<br \/>\n                                                                            <\/p>\n<p>                                        \u00a9 KEYSTONE \/ MICHAEL BUHOLZER<\/p>\n<p>Die politische Einordnung geh\u00f6rt dabei zwingend dazu. Die Probleme entstanden in der Zeit, als Martin Waser als Spitalratspr\u00e4sident des Universit\u00e4tsspitals Z\u00fcrich amtete. Der Spitalrat hat die direkte Aufsicht \u00fcber das Spital. Der ehemalige Stadtrat trat per Ende Juni 2021 zur\u00fcck. Und Thomas Heiniger, der die Z\u00fcrcher Gesundheitsdirektion f\u00fchrte. In ihren Amtszeiten wurden die Risiken offenbar nicht mit der n\u00f6tigen Konsequenz erkannt und eingegrenzt. Die Untersuchung legt nahe, dass die damalige Aufsicht zu lange auf Beschwichtigung setzte, statt die Lage hart zu pr\u00fcfen und fr\u00fchzeitig durchzugreifen.<\/p>\n<p>\n                 _e(&#8218;Werbung&#8216;, &#8218;weltwoche&#8216;); ?&gt;\n            <\/p>\n<p>Dass sp\u00e4ter Natalie Rickli die oberste Verantwortung \u00fcbernahm, ist ebenfalls relevant. Sie erbte keine geordnete Situation, sondern einen belasteten Fall, und sie handelte rasch. Sie sagt: \u00abDen betroffenen Patientinnen und Patienten und ihren Angeh\u00f6rigen spreche ich mein Mitgef\u00fchl aus. Angesichts der Vorkommnisse wurden grundlegende Ver\u00e4nderungen vorgenommen. So wurden die gesetzlichen Grundlagen angepasst, die Governance, das Qualit\u00e4ts- und das Risikomanagement am USZ verbessert und der Spitalrat, die Spitaldirektion und die Klinikleitung personell erneuert. Damit wurden die Voraussetzungen geschaffen, dass das Vertrauen in das USZ wiederhergestellt wird und die Patientensicherheit gew\u00e4hrleistet ist. Ich danke der Untersuchungskommission unter der Leitung von Dr.\u00a0Niklaus Oberholzer und dem Spitalrat f\u00fcr die transparente und konsequente Aufarbeitung. Insbesondere danke ich Spitalratspr\u00e4sident Andr\u00e9 Zemp und der CEO Monika J\u00e4nicke, die damals noch nicht im Amt waren, f\u00fcr die \u00fcbernommene Verantwortung.\u00bb<\/p>\n<p>\n                 _e(&#8218;Werbung&#8216;, &#8218;weltwoche&#8216;); ?&gt;\n            <\/p>\n<p>Die Zahlen der Administrativuntersuchung sind in der Tat erschreckend. Auf Basis von 4500 Operationen wurde unter dem ehemaligen Klinikleiter Francesco Maisano eine \u00dcbermortalit\u00e4t von 68 bis 74 F\u00e4llen errechnet. In 11 F\u00e4llen stuft die Kommission Todesf\u00e4lle als nicht erwartbar ein, in 13 F\u00e4llen war der Einsatz von Medizinprodukten unangemessen. Hier ging es nicht um Pech, sondern um ein strukturelles und personelles Totalversagen. Prof.\u00a0Ren\u00e9 Pr\u00eatre, Experte der Untersuchungskommission, sprach an der Pressekonferenz offen davon, es sei Maisano nicht das Patienteninteresse im Vordergrund gestanden, sondern sein Interesse an einer experimentellen Behandlung und Nutzung neuer Ger\u00e4te in der Herzchirurgie.<\/p>\n<p>\n                 _e(&#8218;Werbung&#8216;, &#8218;weltwoche&#8216;); ?&gt;\n            <\/p>\n<p>Richtig ist, dass das USZ nun Transparenz schafft und die strafrechtliche Pr\u00fcfung einleitet. Das ist \u00fcberf\u00e4llig. Ebenso richtig ist, dass Betroffene entsch\u00e4digungs- und beratungsm\u00e4ssig begleitet werden m\u00fcssen. Aber die eigentliche Lehre bleibt: Wenn eine \u00f6ffentliche Institution wie das USZ \u00fcber Jahre hinweg auf Selbstkontrolle statt auf echte Kontrolle setzt, dann wird am Ende nicht nur Vertrauen zerst\u00f6rt, sondern auch politisches Kapital verbrannt. Die Schuldigen von damals sind l\u00e4ngst nicht mehr an Bord. Aufr\u00e4umen und Handeln m\u00fcssen jetzt andere.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Universit\u00e4tsspital Z\u00fcrich (USZ) hat mit der Administrativ-Untersuchung zur Herzchirurgie einen Skandal offengelegt, der weit \u00fcber eine medizinische&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":111884,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[25],"tags":[178,67,175,3855,45,436,2404,176,104],"class_list":{"0":"post-111883","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-zuerich","8":"tag-gesellschaft","9":"tag-gesundheit","10":"tag-politik","11":"tag-recht","12":"tag-schweiz","13":"tag-untersuchung","14":"tag-vertrauen","15":"tag-wirtschaft","16":"tag-zuerich"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116523821559007420","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/111883","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=111883"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/111883\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/111884"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=111883"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=111883"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=111883"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}