{"id":113771,"date":"2026-05-07T06:54:18","date_gmt":"2026-05-07T06:54:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/113771\/"},"modified":"2026-05-07T06:54:18","modified_gmt":"2026-05-07T06:54:18","slug":"grippesaison-2025-2026-endet-mit-258-an-influenza-verstorbenen-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/113771\/","title":{"rendered":"Grippesaison 2025\/2026 endet mit 258 an Influenza Verstorbenen \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Der Berichtszeitraum der Influenzasaison 2025\/2026 wurde mit dem Ende der 17. Kalenderwoche (KW) 2026 abgeschlossen. Insgesamt kamen ab der 40. KW 2025 bis einschlie\u00dflich der 17. KW 2026 in Sachsen 28.550 Influenza-Erkrankungen zur Meldung. Nach der im Vergleich sehr stark ausgepr\u00e4gten Influenzawelle der Saison 2024\/2025, in welcher 44.432 F\u00e4lle von Influenza \u00fcbermittelt wurden, waren 2025\/2026 \u00e4hnlich hohe Gesamtfallzahlen wie in den Saisons 2022\/2023 und 2023\/2024 zu verzeichnen. <\/p>\n<p>Trotz im Vergleich geringerer Fallzahlen verstarben mit Datenstand 30.04.2026 in der Saison 2025\/2026 in Sachsen insgesamt 258 Patienten nachweislich an Influenza. Dies \u00fcbertrifft den bisherigen H\u00f6chststand an Todesf\u00e4llen (seit Einf\u00fchrung des Infektionsschutzgesetzes im Jahr 2001) aus der Vorsaison 2024\/2025, in welcher 202 Todesf\u00e4lle registriert wurden.<\/p>\n<p>Bei den an Influenza Verstorbenen in Sachsen in der Saison 2025\/2026 handelte es sich um 126 m\u00e4nnliche und 132 weibliche Personen. Der Altersmedian der Verstorbenen lag bei 86 Jahren und damit h\u00f6her als in der Vorsaison 2024\/2025, in welcher er 83 Jahre betrug. Bis auf den Todesfall eines 3-j\u00e4hrigen Kindes, das durch Vorerkrankungen belastet war, verstarben nur erwachsene Personen im Alter zwischen 44 und 101 Jahren an einer Influenza-Infektion. <\/p>\n<p>Acht der Betroffenen waren gesichert aktuell gegen Influenza geimpft. Bei 40 an Influenza Verstorbenen lag kein Impfschutz vor, in den restlichen F\u00e4llen wurden keine Angaben zum Impfstatus \u00fcbermittelt. Die gemeldete Zahl von 258 Influenza-Todesf\u00e4llen, die aufgrund von Nachmeldungen durchaus noch steigen kann, stellt einen neuen traurigen Rekord in Sachsen dar. Niemals zuvor wurden so viele Todesf\u00e4lle innerhalb einer Saison gemeldet.<\/p>\n<p>Gesundheitsministerin Petra K\u00f6pping: \u201eDie Influenza-Saison 2025\/2026 mit der hohen Zahl gemeldeter Todesf\u00e4lle unterstreicht erneut, dass die Influenza keine harmlose Erkrankung ist und man sich und damit auch Andere durch eine Impfung sch\u00fctzen sollte. Bedauerlicherweise zeigen Auswertungen der S\u00e4chsischen Impfdaten jedoch, dass sowohl die Durchimmunisierungsraten als auch die verabreichte Anzahl der Influenza-Impfdosen in den letzten Jahren stetig gesunken sind. <\/p>\n<p>F\u00fcr die sinkenden Influenza-Impfquoten k\u00f6nnen verschiedene Gr\u00fcnde in Betracht gezogen werden. Diese reichen von einem simplen Vers\u00e4umnis der j\u00e4hrlichen Impfung \u00fcber die Angst vor Nebenwirkungen oder gar Impfsch\u00e4den, Unwissenheit sowie Fehl- und Falschinformationen bis zu einer generellen Impfskepsis. Daher weisen wir immer wieder auf die M\u00f6glichkeit hin, sich bei seiner Haus\u00e4rztin, seinem Hausarzt beraten zu lassen. Nat\u00fcrlich werden wir auch im Herbst wieder daf\u00fcr sensibilisieren, sich impfen zu lassen und somit sich und andere vor der Erkrankung zu sch\u00fctzen.\u201c<\/p>\n<p>Es stellt sich die Frage, aus welchen Gr\u00fcnden die Zahl der gemeldeten Influenza-Todesf\u00e4lle in den letzten Jahren und vor allem auch in der Saison 2025\/2026 so deutlich angestiegen ist. Im Rahmen von in Australien und dem Vereinigten K\u00f6nigreich durchgef\u00fchrten Studien wurde keine erh\u00f6hte Virulenz der zirkulierenden Virustypen festgestellt. <\/p>\n<p>Das hei\u00dft, der Auspr\u00e4gungsgrad der F\u00e4higkeit eines Erregers (schwere) Infektionen hervorzurufen, war nicht st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt als in Vorjahren. Auch die Impfstoffwirksamkeit lag im Normalbereich. Vereinzelt angefragte \u00c4rzte aus Klinik und Praxis in Sachsen berichteten subjektiv ebenfalls weder \u00fcber schwerere Krankheitsverl\u00e4ufe noch \u00fcber vermehrt aufgetretene Impfdurchbr\u00fcche im Vergleich zu Vorjahren.<\/p>\n<p>Eine ma\u00dfgebliche Rolle k\u00f6nnten h\u00f6here Fallfindungsraten und dadurch im Gegenzug eine gesunkene Dunkelziffer spielen. Die breite und in den vergangenen Jahren gestiegene Anwendung von Schnelltests sowie die zunehmende Verf\u00fcgbarkeit kombinierter Mehrfachtests auf verschiedene Atemwegserreger und deren Einsatz in station\u00e4ren und ambulanten medizinischen und pflegerischen Einrichtungen f\u00fchrte zu einer zunehmenden Identifizierung von Influenza-Erkrankungsf\u00e4llen und damit einhergehend zur Registrierung als Todesfall bei letalem Verlauf. Es ist anzunehmen, dass Influenza-Todesf\u00e4lle durch die leichtere und bessere Verf\u00fcgbarkeit von Tests zunehmend auch als solche erkannt und erfasst werden.<\/p>\n<p>Zudem sind eine abnehmende Impfbereitschaft und sinkende Impfquoten nicht nur in den Risikogruppen, sondern vor allem auch bei den Kontaktpersonen vulnerabler Personen sowie medizinischem und pflegerischem Personal als miturs\u00e4chlich anzunehmen. Hierdurch kommt es zu vermehrter \u00dcbertragung auf Personengruppen, bei denen bekannterweise eine schlechtere Impfeffektivit\u00e4t erzielt werden kann und bei denen somit ein h\u00f6heres Risiko f\u00fcr einen schweren oder sogar t\u00f6dlichen Krankheitsverlauf besteht.<\/p>\n<p>Die saisonale Influenza-Welle hatte laut Definition des RKI bundesweit in der 48. KW 2025 und damit fr\u00fcher als gew\u00f6hnlich begonnen und endete mit der 10. Woche 2026. In Sachsen erreichte sie ihren Gipfel von der 4. bis zur 6. KW 2026. Mit einer Gesamtdauer von 15 Wochen hielt die Influenzawelle in Deutschland wie bereits in den beiden vorherigen Jahren vergleichsweise lang an. W\u00e4hrend der gesamten Saison wurde Influenza A als dominierender Virustyp detektiert, wobei der Subtyp A(H3N2) deutlich vor dem Subtyp A(H1N1)pdm09 rangierte. Influenza B-Infektionen wurden nur sehr selten diagnostiziert.<\/p>\n<p>Influenza-Erkrankungen traten in allen Altersgruppen auf, wobei die h\u00f6chsten Inzidenzwerte (Erkrankungen pro 100.000 der Altersgruppe) bei Kleinkindern, gefolgt von S\u00e4uglingen und Grundsch\u00fclern errechnet wurden. Qualifizierte Auswertungen bez\u00fcglich des Impfstatus der Erkrankten sowie der Hospitalisierungsrate sind auf Grund unvollst\u00e4ndiger Datenerfassung nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Innerhalb des s\u00e4chsischen Influenza-Sentinels wurden im Zeitraum zwischen der 40. KW 2025 und der 17. KW 2026 in den beteiligten Sentinelpraxen bzw. Krankenh\u00e4usern insgesamt 209 Rachenabstriche abgenommen und zur Untersuchung eingesandt. In den eingegangenen Proben erfolgten mittels PCR 89 Nachweise von Influenza A (davon 18 als Influenza A(H1N1)pdm09 und 63 als Influenza A(H3N2) subtypisiert) sowie 12 Nachweise von SARS-CoV-2.<\/p>\n<p>Neben den Influenzaviren trug w\u00e4hrend der Saison die Zirkulation weiterer Atemwegserreger, wie zum Beispiel RS- oder SARS-CoV-2-Viren, zur Aktivit\u00e4t akuter respiratorischer Erkrankungen bei. Laut RKI-Definition begann die RSV-Welle ab der 2. KW 2026 KW und endete mit der 15. KW 2026 nach 14 Wochen. In Sachsen waren von der 7. bis zur 12. KW 2026 mit jeweils \u00fcber 600 F\u00e4llen pro Woche hohe Fallzahlen zu verzeichnen, wobei der Gipfel der Welle in der 10. KW 2026 erreicht wurde. <\/p>\n<p>In der gesamten Saison ab der 40. KW 2025 bis einschlie\u00dflich der 17. KW 2026 wurden in Sachsen 8.230 RSV-Infektionen \u00fcbermittelt (im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 7.935 F\u00e4lle). Auch wenn anteilig insbesondere Kleinkinder von der Erkrankung betroffen waren, wurden auch bei \u00e4lteren Erwachsenen viele Infektionen detektiert.<\/p>\n<p>Die in der gleichen Zeitspanne gemeldeten 11.529 SARS-CoV-2-Infektionen (Vorjahreszeitraum: 15.375 F\u00e4lle) traten \u00fcberwiegend bei \u00e4lteren Patienten auf. Die h\u00f6chsten SARS-CoV-2-Fallzahlen der Saison wurden bereits zum Jahresende zwischen der 49. und 51. KW 2025 \u00fcbermittelt. Nach dem Jahreswechsel rangierten die gemeldeten COVID-F\u00e4lle deutlich hinter Influenza und RSV. <\/p>\n<p>Auch die infolge einer RSV- sowie SARS-CoV-2-Infektion registrierten Todesf\u00e4lle betrafen vorrangig erkrankte Personen im h\u00f6heren Lebensalter. 46 Erkrankte von 61 bis 99 Jahren (Altersmedian von 85 Jahren) verstarben an einer Infektion mit RS-Viren. Aufgrund einer COVID-19-Erkrankung kamen insgesamt 147 Patienten im Alter zwischen 53 und 99 Jahren (Altersmedian 86 Jahre) zu Tode.<\/p>\n<p>Weitere Informationen<\/p>\n<p>Da Influenza-Viren haupts\u00e4chlich \u00fcber direkten Kontakt von Mensch zu Mensch \u00fcbertragen werden, haben vor allem Personen die (z. B. berufsbedingt) viel Kontakt mit anderen Menschen haben, ein erh\u00f6htes Infektionsrisiko. Au\u00dferdem ist die Gefahr eines schweren Krankheitsverlaufs f\u00fcr Schwangere sowie f\u00fcr Menschen mit chronischen Grunderkrankungen wie Herz-, Atemwegs-, Leber-, Nierenerkrankungen, Diabetes mellitus oder Immundefekten deutlich gr\u00f6\u00dfer. F\u00fcr die genannten Personengruppen ist daher eine Impfung gegen Influenza besonders wichtig. Grunds\u00e4tzlich wird sie in Sachsen als Standardimpfung f\u00fcr alle Personen ab dem 7. Lebensmonat empfohlen.<\/p>\n<p>Kein Impfstoff bietet einen hundertprozentigen Schutz. Vor allem Personengruppen (z. B. \u00e4ltere oder chronisch kranke Menschen), deren Immunsystem generell weniger gut auf Impfungen anspricht, entwickeln zum Teil nicht die gew\u00fcnschte Immunantwort. Demzufolge ist ein Impfschutz insbesondere f\u00fcr Angeh\u00f6rige, Betreuungspersonen sowie medizinisches Personal wichtig, damit diese die Influenza nicht auf die Risikogruppen \u00fcbertragen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Influenza-Schutzimpfung ist sicher und sehr gut vertr\u00e4glich. Als m\u00f6gliche Nebenwirkungen k\u00f6nnen, wie bei anderen Impfungen auch, vor\u00fcbergehend Lokalreaktionen an der Impfstelle, leichtes Fieber oder Unwohlsein auftreten. Die Ausl\u00f6sung der Virusgrippe durch die Impfung ist dagegen nicht m\u00f6glich. Aufgrund der sich st\u00e4ndig wandelnden Virusst\u00e4mme ist es erforderlich, dass die Komponenten des Impfstoffes den mutma\u00dflich zirkulierenden Virusvarianten angepasst werden und die Impfung j\u00e4hrlich erfolgt, zumal die Schutzwirkung der Impfung (individuell unterschiedlich) meist auch nur einige Monate anh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Die Influenzawelle breitet sich mit unterschiedlicher Intensit\u00e4t Jahr f\u00fcr Jahr, beginnend meist in den ersten Januarwochen, aus. Da es ca. 10 bis 14 Tage dauert, bis nach der Impfung ein entsprechender Schutz aufgebaut ist, sollte eine Schutzimpfung m\u00f6glichst in der Regel ab Oktober bis zum Jahresende vorgenommen werden. Von einer Impfung vor diesem Zeitraum sollte abgesehen werden, da die Schutzwirkung insbesondere bei \u00e4lteren und immungeschw\u00e4chten Personen im Verlauf nachl\u00e4sst und diese Gruppen zudem teilweise eine geringere Impfantwort entwickeln als j\u00fcngere, gesunde Menschen. <\/p>\n<p>Gleichwohl kann die Impfung, wenn auch nicht immer vor einer Infektion, dennoch vor schweren Krankheitsverl\u00e4ufen sch\u00fctzen. Daher kann sie auch noch nach dem empfohlenen Zeitraum, also nach dem Jahreswechsel sinnvoll sein. Im Einzelfall sollte dies mit den behandelnden \u00c4rzten besprochen werden, da Influenzawellen auch von Saison zu Saison l\u00e4nger andauern oder nach einem ersten R\u00fcckgang erneut aufflammen k\u00f6nnen. Vor diesem Hintergrund gilt grunds\u00e4tzlich: Eine Impfung in der Influenzasaison ist in der Regel selten \u201ezu sp\u00e4t\u201c aber manchmal eben zu fr\u00fch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Berichtszeitraum der Influenzasaison 2025\/2026 wurde mit dem Ende der 17. Kalenderwoche (KW) 2026 abgeschlossen. 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