{"id":116369,"date":"2026-05-08T22:38:11","date_gmt":"2026-05-08T22:38:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/116369\/"},"modified":"2026-05-08T22:38:11","modified_gmt":"2026-05-08T22:38:11","slug":"gedaechtnis-der-menschheit-das-internet-archive-schlaegt-wurzeln-in-der-schweiz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/116369\/","title":{"rendered":"Ged\u00e4chtnis der Menschheit: Das Internet Archive schl\u00e4gt Wurzeln in der Schweiz"},"content":{"rendered":"<p>Vor drei Jahrzehnten trat Brewster Kahle mit der Vision an, einen universellen Zugang zum Wissen zu erm\u00f6glichen. Was 1996 als ehrgeiziges Projekt des US-Informatikers mit dem <a href=\"https:\/\/archive.org\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Internet Archive<\/a> und der mittlerweile <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Internet-Archive-Wir-bauen-unsere-Verteidigungslinien-aus-10039855.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">vor allem bekannt gewordenen Wayback Machine<\/a> begann, ist heute Teil des digitalen R\u00fcckgrats der kollektiven Erinnerung. Doch das Internet transformiert sich aktuell durch generative KI radikal, was die Bewahrung des Wissens vor neue H\u00fcrden stellt. In diesem Umfeld schl\u00e4gt die Organisation nun mit der Gr\u00fcndung des Internet Archive Switzerland in St. Gallen ein neues Kapitel auf.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Die Wahl des Standorts ist kein Zufall: St. Gallen blickt mit ihrer Unesco-gesch\u00fctzten Stiftsbibliothek auf eine \u00fcber tausendj\u00e4hrige Tradition der Archivierung zur\u00fcck. Laut dem Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des <a href=\"https:\/\/internetarchive.ch\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Schweizer Ablegers<\/a>, Roman Griesfelder, <a href=\"https:\/\/blog.archive.org\/2026\/05\/06\/internet-archive-switzerland-expanding-a-global-mission-to-preserve-knowledge\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">bietet das dortige akademische Umfeld den idealen N\u00e4hrboden<\/a>, um das universelle Wissen in einer sicheren Umgebung einen Schritt weiter in die Zukunft zu tragen.<\/p>\n<p>KI-Modelle als neues Kulturgut<\/p>\n<p>Die eidgen\u00f6ssische Stiftung agiert nach Angaben der Institution rechtlich eigenst\u00e4ndig, ist aber Teil eines globalen Netzwerks unabh\u00e4ngiger Bibliotheken. Ein Schwerpunkt liegt auf der Sicherung bedrohter Archive weltweit. Ein Thema, das auch bei einer im November geplanten Pariser Unesco-Konferenz im Fokus stehen wird. Parallel dazu widmet sich die Stiftung in Kooperation mit der Universit\u00e4t St. Gallen dem <a href=\"https:\/\/internetarchive.ch\/project-genai-archive\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Gen AI Archive<\/a>: Unter der Leitung von Professor Damian Borth sollen erstmals KI-Modelle systematisch archiviert werden.<\/p>\n<p>Dabei handelt es sich um einen Wettlauf mit der Zeit. Webseiten gelten bereits als fl\u00fcchtiges Medium. Doch KI-Modelle ver\u00e4ndern sich so rasant, dass ihre historische Dokumentation klassische Archive \u00fcberfordert. Um in Zukunft zu verstehen, wie Algorithmen die heutige Gesellschaft formen, will die Einrichtung neben Ergebnissen der KI auch die Modelle selbst konservieren. Weitere Internet-Archive-Dependancen gibt es bereits <a href=\"https:\/\/internetarchivecanada.org\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">in beziehungsweise f\u00fcr Kanada<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.internetarchive.eu\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Europa als Ganzes<\/a>.<\/p>\n<p>Kollateralschaden im KI-Krieg<\/p>\n<p>Parallel w\u00e4chst der Widerstand gegen die Bem\u00fchungen der Online-Historiker. Immer mehr Verlage wie die New York Times blockieren die Crawler der Wayback Machine: Sie f\u00fcrchten, ihre Inhalte k\u00f6nnten ungefragt als Trainingsmaterial f\u00fcr KI-Giganten wie OpenAI dienen. Der Direktor der Suchmaschine, Mark Graham, <a href=\"https:\/\/blog.archive.org\/2026\/05\/06\/wayback-machine-director-we-are-collateral-damage-in-the-fight-between-ai-companies-and-publishers\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">sieht das Archiv so zum Kollateralschaden in einem Konflikt<\/a> werden, in dem es eigentlich um Urheberrechte und Lizenzgeb\u00fchren geht und der auf dieser Ebene gel\u00f6st werden m\u00fcsste.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Dabei zeigt sich oft, dass selbst gro\u00dfe Medienh\u00e4user ihre eigene digitale Historie nicht l\u00fcckenlos pflegen k\u00f6nnen. Graham berichtet von Redakteuren, die in eigenen Archiven Material vermissten. Dieses sei dann nur noch in der Wayback Machine auffindbar. Experten wie die Medienanw\u00e4ltin Kendra Albert warnen: Wer Archiv-Bots pauschal sperre, um KI-Scraper fernzuhalten, drohe, das kulturelle Ged\u00e4chtnis der Gegenwart zu l\u00f6schen. Die neue Schweizer Pr\u00e4senz soll hier als stabiler Anker f\u00fcr die \u00f6ffentliche Zug\u00e4nglichkeit dienen.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:mma@heise.de\" title=\"Mark Mantel\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mma<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. Jetzt eine Woche unverbindlich testen \u2013 ohne Verpflichtung!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vor drei Jahrzehnten trat Brewster Kahle mit der Vision an, einen universellen Zugang zum Wissen zu erm\u00f6glichen. 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