{"id":116432,"date":"2026-05-08T23:54:16","date_gmt":"2026-05-08T23:54:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/116432\/"},"modified":"2026-05-08T23:54:16","modified_gmt":"2026-05-08T23:54:16","slug":"wohnen-und-arbeiten-wie-kann-basels-wachstum-gesteuert-werden-loerrach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/116432\/","title":{"rendered":"Wohnen und Arbeiten: Wie kann Basels Wachstum gesteuert werden? &#8211; L\u00f6rrach"},"content":{"rendered":"<p>Erleidet die Schweiz den Dichtestress? Diese Frage spaltet derzeit entlang der Frontlinien im Zusammenhang mit der Initiative \u201eKeine 10-Millionen-Schweiz\u201c das ganze Land. Zu viel Zuwanderung, zu viel Infrastruktur f\u00fcr zu viele Menschen, zu viel Beton, zu volle Z\u00fcge, sagen deren Bef\u00fcrworter. <\/p>\n<p>Wohlstand braucht Wachstum und Wachstum braucht Zuwanderung, sagen die Gegner, zu denen im Raum <a href=\"https:\/\/www.schwarzwaelder-bote.de\/thema\/Basel\" title=\"Basel\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Basel<\/a> alle Parteien au\u00dfer der SVP, die Kantonsregierung und die Wirtschaftsverb\u00e4nde geh\u00f6ren. Vor dem Hintergrund dieser nationalen Debatten stellte die Stiftung \u201eArchitektur Dialoge\u201c, die sich als Plattform f\u00fcr Baukultur versteht, das urbane Wachstum in der Stadtregion Basel zur Diskussion. \u201eMillionenstadt Basel \u2013 Die Stadtwerdung der Agglomeration\u201c lautete die Fragestellung, auf die es dieser Tage bei der Podiumsdiskussion im Haus der UBS keine einfache Antworten gab.<\/p>\n<p>Basel w\u00e4chst <\/p>\n<p>Dass der Gro\u00dfraum Basel w\u00e4chst und vermutlich weiter wachsen wird, wurde an diesem Abend nicht grunds\u00e4tzlich in Frage gestellt. Auch nicht die Einsch\u00e4tzung, dass es f\u00fcr eine weitere bauliche Entwicklung positive Narrative geben muss, um namentlich au\u00dferhalb des st\u00e4dtischen Zentrums die Akzeptanz f\u00fcr Planen und Bauen zu steigern. <\/p>\n<p>Doch bei den Konsequenzen aus diesem Befund gingen die Meinungen dann doch etwas auseinander. Gedankliches innehalten, um Begriffe wie Wachstum neu zu sortieren, war ein Ratschlag von Lilitt Bollinger, die den Architektenverband vertrat. Die Dichte dort, wo sie erw\u00fcnscht ist und Vorteile bringt, positiv zu besetzen, war eine Empfehlung der Planungssoziologin Christina Schumacher. <\/p>\n<p>Schl\u00fcssige Projekte <\/p>\n<p>Thomas Waltert, der Raumplaner des Kantons Basel-Land, empfahl, im ohnehin jetzt schon mit rund 800.000 Einwohnern auf die Millionengrenze zusteuernden trinationalen Raum die Chancen der Konversionsareale zu nutzen.<\/p>\n<p>Johannes Eisenhut, der als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Senn Development AG naturgem\u00e4\u00df eine Offenheit f\u00fcr Bauinvestitionen besitzt, sah in der aktuellen Diskussion den Wunsch, die l\u00e4ndliche Schweiz zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p> Dem stimmte er ausdr\u00fccklich zu. F\u00fcr die metropolen Zentren des Landes empfahl er jedoch, die Rolle einer \u201eerwachsenen Stadt\u201c aktiv einzunehmen und mit schl\u00fcssigen Projekten, die Wohnen und Arbeiten zusammenbringen und die guten \u00f6ffentlichen Raum schaffen, positiv besetzte Narrative zu erz\u00e4hlen. F\u00fcr die Agglomeration, die Eisenhut als eine Vorstufe zur Stadt sieht, w\u00e4hlte er den Vergleich mit der Pubert\u00e4t. Deshalb m\u00fcsse man deren Wachstum im Vertrauen f\u00f6rdern, dass daraus der erwachsene Status der guten Stadt entsteht.<\/p>\n<p>In diesem Sinn pl\u00e4dierte Eisenhut f\u00fcr mehr Mut bei der Urbanisierung. Dabei griff er auf Beispiele aus der eigenen unternehmerischen T\u00e4tigkeit zur\u00fcck. Die Senn Development AG investiert massiv im Allschwiler Biotechnologiezentrum Bachletten. <\/p>\n<p> Lebhafte Urbanit\u00e4t <\/p>\n<p>Auf die dortigen B\u00fcro- und Laborgeb\u00e4ude h\u00e4tte man laut Eisenhut noch \u201evier Stockwerke Wohnungen\u201c setzen k\u00f6nnen, um lebhafte Urbanit\u00e4t zu schaffen. So kritisierte er auch den seiner Meinung nach zu geringen Wohnraumanteil eines anderen, beispielhaft in die Diskussion eingebrachten Allschwiler Entwicklungsgebiets als zu wenig urban. <\/p>\n<p>Germanist Johannes Eisenhut empfahl sogar, aus dem baurechtlichen Terminus \u201eDichte\u201c das Wort \u201eDichtung\u201c herauszulesen. Mit solchen poetischen Assoziationen stand er an diesem Abend allein, insgesamt war der Veranstaltung n\u00e4mlich eine gewisse Zur\u00fcckhaltung anzumerken. Einen Grund daf\u00fcr k\u00f6nnten neue Umfragen zur 10-Millionen-Initiative geliefert haben. <\/p>\n<p>Nach derzeitigen Prognosen hat die Initiative durchaus Erfolgsaussichten \u2013 allen Warnungen zum Trotz. Die Wachstumsgeschichten k\u00f6nnten also ohne Happy End ausgehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Erleidet die Schweiz den Dichtestress? 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