{"id":120154,"date":"2026-05-12T04:19:15","date_gmt":"2026-05-12T04:19:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/120154\/"},"modified":"2026-05-12T04:19:15","modified_gmt":"2026-05-12T04:19:15","slug":"uebermortalitaet-am-unispital-zuerich-warum-die-vorwuerfe-gegen-ex-direktor-maisano-fragen-aufwerfen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/120154\/","title":{"rendered":"\u00dcbermortalit\u00e4t am Unispital Z\u00fcrich? Warum die Vorw\u00fcrfe gegen Ex-Direktor Maisano Fragen aufwerfen"},"content":{"rendered":"<p>Die Vorw\u00fcrfe gegen Francesco Maisano, den ehemaligen Direktor der Herzklinik am Z\u00fcrcher Universit\u00e4tsspital, wiegen schwer. Ein aktueller Untersuchungsbericht spricht von 71 vermeintlich unn\u00f6tigen Todesf\u00e4llen w\u00e4hrend seiner Amtszeit. Es ist eine Zahl, die in ihrer schieren Wucht beinahe jede sachliche Debatte im Keim erstickt und medial weitgehend ungepr\u00fcft als absolute Wahrheit \u00fcbernommen wurde. Doch wer sich die M\u00fche macht, die methodischen Grundlagen dieses Berichts einer journalistischen Pr\u00fcfung zu unterziehen, st\u00f6sst auf erhebliche Ungereimtheiten.<\/p>\n<p>                <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/693537899_highres-1024x683.jpg\" alt=\"\u00a9 KEYSTONE \/ MICHAEL BUHOLZER\" itemprop=\"contentUrl\" class=\"story-img story-img--landscape\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\"\/><\/p>\n<p>                                                    Universit\u00e4tsspital Z\u00fcrich (Symbolbild)<br \/>\n                                                                            <\/p>\n<p>                                        \u00a9 KEYSTONE \/ MICHAEL BUHOLZER<\/p>\n<p>Es stellt sich die grundlegende Frage, wie seri\u00f6s diese statistische Ableitung einer \u00dcbermortalit\u00e4t tats\u00e4chlich ist. Der Bericht vergleicht Patientengruppen der Universit\u00e4t Z\u00fcrich mit jenen anderer Kliniken, ohne dabei das spezifische Risikoprofil ausreichend zu gewichten. Professor Maisano galt als Spezialist f\u00fcr avantgardistische, minimalinvasive Operationsmethoden, was zwangsl\u00e4ufig dazu f\u00fchrt, dass ihm besonders risikobehaftete Patienten zugewiesen wurden \u2013 Menschen, die f\u00fcr herk\u00f6mmliche Eingriffe bereits zu schwach waren. Eine statistische Eins-zu-eins-Vergleichbarkeit mit Standorten wie Lausanne oder Bern erscheint daher logisch fragw\u00fcrdig.<\/p>\n<p>\n                 _e(&#8218;Werbung&#8216;, &#8218;weltwoche&#8216;); ?&gt;\n            <\/p>\n<p>Besonders kritisch ist zudem die Aufschl\u00fcsselung der F\u00e4lle: Der Bericht h\u00e4lt fest, dass von insgesamt 263 Todesf\u00e4llen 11 \u00abnicht erwartbar\u00bb und 63 \u00abeher nicht erwartbare\u00bb gewesen seien. In der medialen Darstellung werden diese Zahlen einfach zusammengez\u00e4hlt, um die dramatische Marke von 71 Toten zu erreichen. Dabei machen die 11 nicht erwartbaren F\u00e4lle lediglich 4 Prozent aus \u2013 f\u00fcr einen Chirurgen, der innovative, minimalinvasive Methoden bei extrem geschw\u00e4chten Patienten anwendet, ist dies keine massive statistische Abweichung.<\/p>\n<p>\n                 _e(&#8218;Werbung&#8216;, &#8218;weltwoche&#8216;); ?&gt;\n            <\/p>\n<p>Zudem gibt es erhebliche Ungereimtheiten bei den Kritikern: Wie Recherchen der NZZ zeigen, haben prominente Maisano-Kritiker, die die Verwendung sogenannter Cardiob\u00e4nder anprangern, diese Instrumente in ihrer eigenen Zeit als Klinikdirektoren selbst in Dutzenden F\u00e4llen eingesetzt. Die gr\u00f6ssten Kritiker der Elche sind am Ende oft selber welche. Es herrscht ein Klima, in dem die Gerichtsh\u00f6fe der Moral vorausgaloppieren und G\u00f6tter in Weiss auf andere G\u00f6tter in Weiss losgehen, w\u00e4hrend die Unschuldsvermutung und der elementare Grundsatz \u00abim Zweifel f\u00fcr den Angeklagten\u00bb auf der Strecke bleiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Vorw\u00fcrfe gegen Francesco Maisano, den ehemaligen Direktor der Herzklinik am Z\u00fcrcher Universit\u00e4tsspital, wiegen schwer. 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