{"id":120722,"date":"2026-05-12T13:19:10","date_gmt":"2026-05-12T13:19:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/120722\/"},"modified":"2026-05-12T13:19:10","modified_gmt":"2026-05-12T13:19:10","slug":"ki-erkennt-herzrisiken-mammografie-wird-zum-doppel-check","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/120722\/","title":{"rendered":"KI erkennt Herzrisiken: Mammografie wird zum Doppel-Check"},"content":{"rendered":"<p>Eine Studie belegt: K\u00fcnstliche Intelligenz wertet Brustkrebs-Scans aus und sagt Herzinfarkt-Risiko voraus. Die Technik kommt nun nach Europa.<\/p>\n<p>Eine gro\u00dfe klinische Studie belegt: K\u00fcnstliche Intelligenz kann aus Routine-Mammografien das Risiko f\u00fcr Herzinfarkte und Schlaganf\u00e4lle vorhersagen \u2013 ohne zus\u00e4tzliche Kosten oder Strahlenbelastung.<\/p>\n<p>Millionen Frauen in Deutschland gehen j\u00e4hrlich zur Brustkrebsvorsorge. K\u00fcnftig k\u00f6nnte diese Untersuchung gleich zwei lebensbedrohliche Krankheiten aufsp\u00fcren. Die im European Heart Journal ver\u00f6ffentlichte Studie von Forschern der Emory University und der Mayo Clinic wertete Mammografien von 123.762 Frauen ohne bekannte Herzerkrankungen aus. Das Ergebnis: Eine spezielle KI kann Verkalkungen in den Brustarterien \u2013 sogenannte breast arterial calcifications (BAC) \u2013 pr\u00e4zise quantifizieren und daraus das Herzrisiko ableiten.<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Da viele medizinische Diagnosen auf Laborwerten basieren, ist es entscheidend, diese Daten auch als Patient richtig interpretieren zu k\u00f6nnen. 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Bei Frauen mit starken Verkalkungen ist das Risiko zwei- bis dreimal h\u00f6her als bei Frauen ohne Ablagerungen.<\/p>\n<p>Besonders aufschlussreich ist der Befund f\u00fcr Frauen unter 50 Jahren. W\u00e4hrend Verkalkungen mit dem Alter zunehmend normal werden, sind sie bei j\u00fcngeren Patientinnen ein starker, unabh\u00e4ngiger Indikator f\u00fcr Herzinfarkt und Schlaganfall. Die KI-Analyse liefert damit Informationen, die herk\u00f6mmliche Risikorechner auf Basis von Blutwerten nicht bieten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das \u201eZwei-f\u00fcr-eins&#187;-Modell kommt auf den Markt<\/p>\n<p>Die Industrie reagiert bereits. Im Februar 2026 startete Onsite Women&#8217;s Health, einer der gr\u00f6\u00dften Brustgesundheitsanbieter in den USA, das Programm \u201eMammo with heart&#187;. Es nutzt eine von der US-Arzneimittelbeh\u00f6rde FDA zugelassene KI der Firma CureMetrix. Deren cmAngio-Software erkennt und bewertet Verkalkungen automatisch w\u00e4hrend der 3D-Mammografie.<\/p>\n<p>Die Technologie wandert nun auch nach Europa. Der franz\u00f6sischen KI-Entwickler Gleamer brachte Anfang 2025 mit \u201eBreastView&#187; einen Algorithmus f\u00fcr 2D-Mammografien auf den Markt, der die CE-Kennzeichnung f\u00fcr den EU-Markt erhielt. Parallel dazu arbeiten CureMetrix und Therapixel an einer gemeinsamen Plattform, die Brustkrebs- und Herzrisikobewertung in einem System vereint.<\/p>\n<p>Warum dieser Ansatz eine L\u00fccke schlie\u00dft<\/p>\n<p>Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit die h\u00e4ufigste Todesursache bei Frauen \u2013 doch sie werden systematisch seltener diagnostiziert und behandelt als bei M\u00e4nnern. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: W\u00e4hrend knapp 70 Prozent der berechtigten US-Frauen regelm\u00e4\u00dfig zur Mammografie gehen, kennen weniger als 40 Prozent ihren Cholesterinspiegel.<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Oft bleiben ernsthafte Gesundheitsrisiken wie Bluthochdruck lange unbemerkt, da die Symptome schleichend auftreten. Ein spezialisierter Gratis-Report zeigt Ihnen 7 einfache Tipps, wie Sie Ihren Blutdruck auf nat\u00fcrliche Weise regulieren und Ihr Herzinfarktrisiko minimieren k\u00f6nnen. <a href=\"https:\/\/www.gesundheitswissen-aktuell.de\/lp\/bluthochdruck_fs\/?af=KOOP_G_BLU_DNV_YES_BLUTHOCHDRUCK-KOMPAKT_X-RSS-Ad-Hoc-News-AD2of2-EAID-896571\" rel=\"noopener nofollow\" style=\"color: #337ab7 !important; font-weight: bold; text-decoration: underline;\" target=\"_blank\">7 Tipps zur nat\u00fcrlichen Blutdrucksenkung hier gratis sichern<\/a><\/p>\n<p>Eine weitere Studie aus dem Heart-Journal zeigt, wie effizient der neue Ansatz ist. Australische Forscher des George Institute for Global Health entwickelten ein KI-Modell, das allein aus Mammografie-Merkmalen und dem Alter der Patientin das Herzrisiko berechnet. Bei knapp 50.000 Frauen erreichte es die gleiche Genauigkeit wie klassische Risikorechner, die Blutdruck und Laborwerte ben\u00f6tigen.<\/p>\n<p>Der Clou: Die Mammografie ist ein etablierter Ber\u00fchrungspunkt im Gesundheitssystem. Frauen nehmen diese Untersuchung ohnehin wahr. Die KI-Analyse erfordert keine zus\u00e4tzliche Strahlung, keinen zweiten Termin und kaum Mehrkosten. F\u00fcr Krankenkassen k\u00f6nnte das Milliarden sparen, wenn Risiken fr\u00fch erkannt und akute Ereignisse vermieden werden.<\/p>\n<p>H\u00fcrden auf dem Weg zur Praxis<\/p>\n<p>Doch der Weg in den Klinikalltag ist noch weit. Aktuell schreiben die meisten radiologischen Leitlinien die Dokumentation von Brustarterienverkalkungen nicht vor. Sie gelten schlicht als nicht relevant f\u00fcr die Krebsdiagnose. Um das zu \u00e4ndern, braucht es neue Berichtsstandards und klare \u00dcberweisungswege: Wer von der KI als Risikopatientin identifiziert wird, muss auch tats\u00e4chlich beim Kardiologen landen.<\/p>\n<p>Ein weiteres Problem: Die Kommunikation der Ergebnisse. Wie sagt man einer Frau, die zur Krebsvorsorge kam, dass ihr Herz in Gefahr ist \u2013 ohne Panik auszul\u00f6sen? Forscher arbeiten daran, die Risikoinformationen so aufzubereiten, dass sie zu konkreten Ma\u00dfnahmen f\u00fchren: Cholesterin-Test, Lebensstilberatung oder fr\u00fchzeitige Statin-Therapie.<\/p>\n<p>Was die Zukunft bringt<\/p>\n<p>Die Entwicklung steht erst am Anfang. Wenn Langzeitstudien best\u00e4tigen, dass die KI-gest\u00fctzte BAC-Erkennung tats\u00e4chlich weniger Herzinfarkte und niedrigere Behandlungskosten bedeutet, werden Krankenkassen und Gesundheitsbeh\u00f6rden nicht umhinkommen, die automatische Auswertung zu verg\u00fcten. In den USA, Europa und Australien liefern die aktuellen Studien bereits eine solide Grundlage f\u00fcr eine neue \u00c4ra der opportunistischen Vorsorge \u2013 Untersuchungen, die nebenbei lebensrettende Informationen liefern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eine Studie belegt: K\u00fcnstliche Intelligenz wertet Brustkrebs-Scans aus und sagt Herzinfarkt-Risiko voraus. 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