{"id":123012,"date":"2026-05-14T00:51:07","date_gmt":"2026-05-14T00:51:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/123012\/"},"modified":"2026-05-14T00:51:07","modified_gmt":"2026-05-14T00:51:07","slug":"neue-therapien-aber-grosse-luecke-in-der-versorgung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/123012\/","title":{"rendered":"Neue Therapien, aber gro\u00dfe L\u00fccke in der Versorgung"},"content":{"rendered":"<p>Viele Diabetiker kennen den Wert von Gewichtsverlust, doch \u00c4rzte begleiten sie oft nicht ausreichend dabei.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend neue Medikamente und Ern\u00e4hrungsstrategien eine Umkehr von Stoffwechselerkrankungen erm\u00f6glichen, bleiben viele Patienten in Deutschland ohne ausreichende \u00e4rztliche Begleitung. Das zeigt eine aktuelle Umfrage unter Betroffenen.<\/p>\n<p>Patienten wissen Bescheid \u2013 \u00c4rzte handeln nicht<\/p>\n<p>Eine repr\u00e4sentative Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag von Lilly Deutschland zeichnet ein widerspr\u00fcchliches Bild. Befragt wurden 1.000 Menschen ab 50 Jahren mit einem Body-Mass-Index von mindestens 27. Die zwischen Dezember 2025 und Januar 2026 erhobenen Daten, die diese Woche ver\u00f6ffentlicht wurden, belegen: 58 Prozent der Betroffenen sehen \u00dcbergewicht als Hauptursache ihrer Diabetes-Erkrankung. Sogar 65 Prozent sind \u00fcberzeugt, dass eine Gewichtsreduktion von f\u00fcnf bis zehn Prozent ihre Blutzuckerwerte deutlich verbessern w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Neben der Ern\u00e4hrung spielt gezielte Bewegung eine entscheidende Rolle bei der Regulierung des Stoffwechsels. Ein ehemaliger Schwerst-Diabetiker zeigt in diesem kostenlosen Ratgeber 7 einfache 3-Minuten-\u00dcbungen, mit denen Sie Ihren Blutzucker auf nat\u00fcrliche Weise senken k\u00f6nnen. <a href=\"https:\/\/www.diabetes-dr-limpinsel.de\/ebooks\/diabetiker-uebungen\/?af=KOOP_G_DNH_DNV_YES_DIABETES-UEBUNGEN_X-RSS-Ad-Hoc-News-AD1of2-EAID-900160\" rel=\"noopener nofollow\" style=\"color: #337ab7 !important; font-weight: bold; text-decoration: underline;\" target=\"_blank\">Kostenlosen \u00dcbungs-Guide jetzt herunterladen<\/a><\/p>\n<p>Doch dieses Bewusstsein prallt auf eine Versorgungsl\u00fccke. In mehr als 40 Prozent der F\u00e4lle wird das Thema Gewichtsreduktion von \u00c4rzten entweder gar nicht angesprochen oder nicht von professioneller medizinischer Begleitung flankiert. Besonders alarmierend: Fast die H\u00e4lfte der Befragten (49,6 Prozent) lebte mindestens sechs Jahre mit \u00dcbergewicht, bevor die Diagnose Typ-2-Diabetes gestellt wurde. Experte Dr. F\u00fcchtenbusch betont: \u201eGewichtsreduktion muss das prim\u00e4re Therapieziel sein \u2013 nicht ein nachrangiger Gedanke.&#187;<\/p>\n<p>Die Dimension des Problems ist enorm. Aktuell leben rund 23 Prozent der M\u00e4nner und 24 Prozent der Frauen in Deutschland mit Adipositas. Die Deutsche Leberstiftung meldet zudem, dass etwa ein Drittel der Erwachsenen an einer nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD) leidet \u2013 jedes dritte \u00fcbergewichtige Kind ist ebenfalls betroffen. Da es f\u00fcr NAFLD keine spezifische Medikation gibt, bleiben Gewichtsreduktion und Bewegung die einzig wirksame Therapie.<\/p>\n<p>Neue Studien: Probiotika und H\u00fclsenfr\u00fcchte im Fokus<\/p>\n<p>Die Wissenschaft liefert zunehmend Belege f\u00fcr gezielte Ern\u00e4hrungsstrategien. Eine 2026 im Fachjournal Nutrients ver\u00f6ffentlichte Studie untersuchte in einer zw\u00f6lfw\u00f6chigen, placebokontrollierten Doppelblindstudie 39 Erwachsene. Das Ergebnis: Ein multispezies-Probiotikum mit St\u00e4mmen wie L. fermentum, L. rhamnosus, L. plantarum und B. longum senkte den N\u00fcchternblutzucker sowie Entz\u00fcndungsmarker wie hs-CRP und LBP signifikant.<\/p>\n<p>Noch konkreter werden die Zahlen bei H\u00fclsenfr\u00fcchten. Eine Metaanalyse im BMJ Nutrition Prevention &amp; Health von 2026 wertete Daten von \u00fcber 300.000 Menschen aus. Demnach senkt ein hoher Konsum von H\u00fclsenfr\u00fcchten das Risiko f\u00fcr Bluthochdruck um 16 Prozent, Sojaprodukte sogar um 19 Prozent. Die st\u00e4rkste Wirkung zeigte sich bei einer t\u00e4glichen Aufnahme von 170 Gramm H\u00fclsenfr\u00fcchten \u2013 das Risiko sank um fast 30 Prozent. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Verzehr in Europa liegt bei mageren acht bis 15 Gramm pro Tag.<\/p>\n<p>Auch die Art des Zuckers spielt eine Rolle. Forscher der Universit\u00e4t Murcia ver\u00f6ffentlichten 2026 in Food and Function eine Studie, die 25 Gramm Zucker aus 100-prozentigem Orangensaft mit der gleichen Menge aus einem Softdrink verglich. Der Blutzuckeranstieg nach 15 Minuten fiel beim Saft deutlich niedriger aus (95,9 mg\/dl gegen\u00fcber 108,7 mg\/dl). Verantwortlich sind Polyphenole wie Hesperidin sowie Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium, die die Zuckeraufnahme verlangsamen. Allerdings: Die Ergebnisse lassen sich nicht ohne Weiteres auf \u00e4ltere Menschen oder bereits Erkrankte \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Medikamente revolutionieren die Therapie \u2013 aber nicht allein<\/p>\n<p>Die Behandlungsleitlinien f\u00fcr Typ-2-Diabetes haben sich zwischen 2023 und 2026 grundlegend gewandelt. Aktuelle Empfehlungen setzen auf fr\u00fche und aggressive Intervention. GLP-1-Rezeptor-Agonisten sollen oft schon zusammen mit Metformin verschrieben werden \u2013 besonders bei Patienten mit kardiorenalem Risiko. Daten des DPV-Registers best\u00e4tigen den Trend zu einem fr\u00fcheren Einsatz dieser Wirkstoffe.<\/p>\n<p>Die medikament\u00f6sen M\u00f6glichkeiten sind beeindruckend: Semaglutid (2 mg) senkt sowohl den HbA1c-Wert als auch das K\u00f6rpergewicht. Der duale Agonist Tirzepatid erm\u00f6glicht Gewichtsverluste von 15 bis 22 Prozent. Der dreifache Agonist Retatrutid erreichte in klinischen Studien sogar eine Reduktion um bis zu 24 Prozent \u2013 ist in Deutschland aber noch nicht verf\u00fcgbar. SGLT2-Hemmer wiederum sch\u00fctzen nachweislich die Nierenfunktion bei chronischer Nierenerkrankung, wie die EMPA-KIDNEY- und DAPA-CKD-Studien belegten.<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Eine angepasste Ern\u00e4hrung ist das Fundament, um Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes Typ 2 nachhaltig zu kontrollieren. Erfahren Sie in diesem Gratis-Ratgeber von Dr. med. Rainer Limpinsel die 6 goldenen Regeln der Ern\u00e4hrung und erhalten Sie praxiserprobte Rezepte direkt in Ihr Postfach. <a href=\"https:\/\/diabetes-dr-limpinsel.de\/ernaehrungstipps\/?af=KOOP_G_DNH_DNV_YES_DIABETES-KUECHE-ERNAEHRUNGSTIPPS_X-RSS-Ad-Hoc-News-AD2of2-EAID-900160\" rel=\"noopener nofollow\" style=\"color: #337ab7 !important; font-weight: bold; text-decoration: underline;\" target=\"_blank\">Limpinsels lecker-leichte Diabetes-K\u00fcche kostenlos sichern<\/a><\/p>\n<p>Doch Medikamente allein sind nicht die L\u00f6sung. Dr. Matthias Riedl pl\u00e4diert f\u00fcr einen ausgewogenen Ansatz. In einem Interview am 13. Mai 2026 propagierte er die 20:80-Regel: Patienten behalten 80 Prozent ihrer gewohnten Ern\u00e4hrung bei und \u00e4ndern 20 Prozent \u2013 hin zu mehr Gem\u00fcse, hochwertigen Proteinen und gesunden Fetten wie Oliven\u00f6l. Entscheidend sei die Reduktion schnell verf\u00fcgbarer Kohlenhydrate aus Kartoffeln, Reis und Wei\u00dfbrot sowie der Verzicht auf versteckten Zucker und Phosphate in verarbeiteten Fleischprodukten.<\/p>\n<p>Ballaststoffe: Die untersch\u00e4tzte Waffe<\/p>\n<p>Die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrung (DGE) empfiehlt weiterhin mindestens 30 Gramm Ballaststoffe t\u00e4glich. L\u00f6sliche Fasern aus Hafer, Gerste und \u00c4pfeln stabilisieren den Blutzucker und senken durch Beta-Glucan den Cholesterinspiegel. Unl\u00f6sliche Ballaststoffe aus Vollkornprodukten f\u00f6rdern die Verdauung.<\/p>\n<p>Auf einer Fachveranstaltung am 5. Mai 2026 in Berlin, deren Aufzeichnung am 12. Mai ausgestrahlt wurde, r\u00e4umten Experten mit Ern\u00e4hrungsmythen auf. Die \u00c4rztin Luisa Werner und die Biologin Heike Vogel betonten: Spezielle \u201eDarmkuren&#187; oder Reinigungsprogramme sind medizinisch unn\u00f6tig \u2013 das Verdauungssystem reguliert sich selbst. Eine Ern\u00e4hrung mit H\u00fclsenfr\u00fcchten, N\u00fcssen und Vollkornprodukten reiche v\u00f6llig aus. Vogel wies zudem darauf hin, dass Intervallfasten (etwa nach der 16:8-Methode) zwar Stoffwechsel und Blutzucker verbessert, f\u00fcr klinisch relevante Gewichtsverluste von 20 bis 30 Prozent aber oft nicht ausreicht.<\/p>\n<p>Die Forschung besch\u00e4ftigt sich auch mit dem sogenannten \u201eAdipositas-Ged\u00e4chtnis&#187; \u2013 dem Ph\u00e4nomen, dass der K\u00f6rper nach einer Di\u00e4t hartn\u00e4ckig zum Ausgangsgewicht zur\u00fcckkehrt. Neue Erkenntnisse deuten darauf hin, dass bestimmte Darmbakterien den Jo-Jo-Effekt abmildern k\u00f6nnten. Eine Studie mit 74 Teilnehmern fand zudem, dass Brokkolisprossen-Extrakt den N\u00fcchtern blutzucker bei Menschen mit Pr\u00e4diabetes senken kann \u2013 besonders bei leichtem \u00dcbergewicht.<\/p>\n<p>Die genetische Verbindung: Mehr als nur Lebensstil<\/p>\n<p>Forscher der University of Birmingham haben k\u00fcrzlich eine genetische Verbindung zwischen Typ-2-Diabetes, Adipositas und Bauchspeicheldr\u00fcsenkrebs identifiziert. Bestimmte Gene, die an Entz\u00fcndungsprozessen beteiligt sind, sind bei allen drei Erkrankungen aktiv. Das erkl\u00e4rt, warum Stoffwechselerkrankungen h\u00e4ufig zu schlechteren Krebsprognosen f\u00fchren. Diese Erkenntnis unterstreicht: Adipositas ist eine reine Lebensstilfrage, sondern eine chronische Entz\u00fcndungserkrankung, die systemisch behandelt werden muss.<\/p>\n<p>Die Verwirrung um \u201ezuckerfreie&#187; Produkte macht die Sache nicht leichter. Experten warnen: Rezepte mit Datteln oder Agavendicksaft enthalten immer noch hohe Zuckermengen, die die Ziele von Diabetikern untergraben k\u00f6nnen. Selbst Eier \u2013 obwohl sie einen glyk\u00e4mischen Index von null haben und hochwertiges Protein liefern \u2013 entfalten ihre Wirkung erst im Zusammenspiel mit der gesamten Mahlzeit.<\/p>\n<p>Ausblick: Ursachentherapie statt Symptommanagement<\/p>\n<p>Die Integration der Ern\u00e4hrungstherapie in die medizinische Regelversorgung scheint unausweichlich. Doch sie erfordert ein Umdenken: weg von der reinen Blutzuckerkontrolle, hin zur Ursachenbek\u00e4mpfung. Das Ziel muss die Umkehr der Insulinresistenz sein \u2013 nicht nur die medikament\u00f6se Symptomlinderung.<\/p>\n<p>Die Entwicklung von Multi-Agonisten und pr\u00e4ziseren Probiotika wird k\u00fcnftig personalisierte Ans\u00e4tze erm\u00f6glichen. Doch das Fundament bleibt eine ballaststoffreiche, pflanzenbetonte Ern\u00e4hrung. Die Mittelmeer-Di\u00e4t \u2013 in einer Metaanalyse von 31 Studien als wirksamste Ern\u00e4hrungsform f\u00fcr die Blutzuckerkontrolle identifiziert \u2013 wird auch k\u00fcnftig der Goldstandard bleiben. Die Frage ist nur: Werden die Patienten die n\u00f6tige Begleitung bekommen, um ihn zu erreichen?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Viele Diabetiker kennen den Wert von Gewichtsverlust, doch \u00c4rzte begleiten sie oft nicht ausreichend dabei. W\u00e4hrend neue Medikamente&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":123013,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[17],"tags":[46,9463,67,4089,66,3134,45,44,8264,1607,14056,26766],"class_list":["post-123012","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-gesundheit","tag-ch","tag-diabetiker","tag-gesundheit","tag-gewichtsverlust","tag-health","tag-luecke","tag-schweiz","tag-switzerland","tag-therapien","tag-typ-2-diabetes","tag-versorgung","tag-wert"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116570185306408610","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/123012","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=123012"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/123012\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/123013"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=123012"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=123012"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=123012"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}