{"id":124484,"date":"2026-05-15T09:32:10","date_gmt":"2026-05-15T09:32:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/124484\/"},"modified":"2026-05-15T09:32:10","modified_gmt":"2026-05-15T09:32:10","slug":"zu-wenig-oder-zu-viel-schlaf-macht-unsere-organe-alt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/124484\/","title":{"rendered":"Zu wenig oder zu viel Schlaf macht unsere Organe alt"},"content":{"rendered":"\n<p>Auf die richtige Dauer kommt es an: Ein zu kurzer oder zu langer Nachtschlaf kann unserer Gesundheit langfristig schaden \u2013 und l\u00e4sst auch unsere Organe vorzeitig altern, wie Forschende ermittelt haben. Die biologischen \u201eUhren\u201c von neun verschiedenen Organsystemen, darunter Leber, Lunge, Herz oder Gehirn, altern demnach schneller, wenn wir l\u00e4ngere Zeit weniger als sechs Stunden oder mehr als acht Stunden pro Nacht schlafen. Optimal seien dagegen zwischen 6,4 und 7,8 Stunden Schlaf, berichtet das Team in \u201eNature\u201c.<\/p>\n<p>Schlaf ist f\u00fcr uns unverzichtbar: Unser Gehirn ben\u00f6tigt die Ruhepause, um Abf\u00e4lle auszuschwemmen, Synapsen zu rekalibrieren und Gelerntes abzuspeichern, Muskeln und Organe brauchen diese Phase zur Regeneration. Schlafen wir dauerhaft zu wenig oder wird unser Nachtschlaf immer wieder gest\u00f6rt, leidet daher unsere k\u00f6rperliche und mentale Gesundheit. Studien zeigen, dass eine Schlafdauer unter f\u00fcnf Stunden langfristig das Risiko f\u00fcr Depressionen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Fettleibigkeit erh\u00f6ht.<\/p>\n<p>17 Organsysteme und 23 verschiedene Altersuhren<\/p>\n<p>Doch ein zu langer oder zu kurzer Schlaf beeintr\u00e4chtigt auch unsere Organe und l\u00e4sst sie vorzeitig altern, wie ein internationales Forschungsteam um Junhao Wen von der Columbia University in New York ermittelt hat. \u201eFr\u00fchere Studien haben schon gezeigt, dass Schlaf eng mit der Alterung und Krankheitsbelastung des Gehirns verkn\u00fcpft ist\u201c, erkl\u00e4rt Wen. Er und sein Team haben nun erstmals umfassend untersucht, ob und in welcher Form dies auch f\u00fcr einzelne Organe im Rest unseres K\u00f6rpers gilt.<\/p>\n<p>F\u00fcr ihre Studie nutzten Wen und sein Team die medizinischen Daten von rund einer halben Million Teilnehmenden der Langzeitstudie der UK Biobank. Sie werteten die durchschnittliche Schlafdauer der Testpersonen aus und bestimmten anhand von Blutwerten und organspezifischen Proteinen sowie MRT-Aufnahmen f\u00fcr 17 verschiedene Organsysteme das biologische Alter. Dabei nutzte das Team jeweils mehrere verschiedene \u201eAltersuhren\u201c. \u201eF\u00fcr die Leber gibt es beispielsweise eine Altersuhr auf Basis von Proteinen, eine f\u00fcr Stoffwechseldaten und eine auf Basis von Bildgebung\u201c, erkl\u00e4rt Wen. \u201eDadurch k\u00f6nnen wir genauer sehen, wie die Schlafdauer diese Funktionen beeinflusst.\u201c<\/p>\n<p>Schlaf-Auswirkungen zeigen U-f\u00f6rmige Kurve<\/p>\n<p>In der Auswertung zeigte sich eine auffallend U-f\u00f6rmige Kurve: Schliefen Studienteilnehmende dauerhaft weniger als sechs Stunden oder l\u00e4nger als acht Stunden, hatte dies negative Auswirkungen auf nahezu alle Organe. Systeme wie Lunge, Leber, Herz, Verdauungstrakt, Haut oder Nieren, aber auch Immunsystem, Hormonhaushalt und Stoffwechsel waren bei diesen Testpersonen vorzeitig gealtert. \u201eUnsere Studie belegt, dass zu wenig oder zu viel Schlaf fast jedes Organ schneller altern l\u00e4sst\u201c, berichtet Wen.<\/p>\n<p>Dies hat Folgen: \u201eOb zu kurz oder zu lang \u2013 ein gest\u00f6rtes Schlafmuster ist eng mit einer breiten Palette von systemischen Erkrankungen und einem erh\u00f6hten Sterberisiko verkn\u00fcpft\u201c, schreiben die Forschenden. Dabei wirkt Schlafmangel oft direkt auf die Organsysteme. Sch\u00e4dlich sind dann vor allem der vermehrte physiologische Stress und eine Dysregulation der nat\u00fcrlichen Rhythmen. Ein zu langer Nachtschlaf hat dagegen prim\u00e4r Folgen f\u00fcr das Gehirn und f\u00fchrt dann indirekt \u00fcber neuropsychiatrische Effekte zu k\u00f6rperlichen Sp\u00e4tfolgen, wie die Analysen ergaben.<\/p>\n<p>Wie viel Schlaf ist optimal?<\/p>\n<p>Nach Ansicht von Wen und seinem Team unterstreicht dies, wie wichtig die richtige Portion Schlaf f\u00fcr unsere Gesundheit ist. \u201eDie Resultate zeigen erneut, dass Schlaf weitreichende molekulare und physiologische Einfl\u00fcsse auf den gesamten K\u00f6rper hat\u201c, so das Team. Wichtig sei dies vor allem deshalb, weil der Nachtschlaf ein Faktor ist, den wir selbst beeinflussen k\u00f6nnen. Wer seine Organe und sein Gehirn m\u00f6glichst jung erhalten m\u00f6chte, der sollte demnach nachts zwischen 6,4 und 7,8 Stunden lang schlafen.<\/p>\n<p>Quelle: Junhao Wen (Columbia University, New York) et al., Nature, 2026; <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41586-026-10524-5\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">doi: 10.1038\/s41586-026-10524-5<\/a><\/p>\n<p class=\"entry-meta meta-small\"> \u00a9 wissenschaft.de &#8211; Nadja Podbregar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Auf die richtige Dauer kommt es an: Ein zu kurzer oder zu langer Nachtschlaf kann unserer Gesundheit langfristig&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":124485,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[17],"tags":[10781,46,67,66,31468,16782,15734,31469,45,44],"class_list":["post-124484","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-gesundheit","tag-biologisches-alter","tag-ch","tag-gesundheit","tag-health","tag-nachtschlaf","tag-organe","tag-schlafdauer","tag-schlafen","tag-schweiz","tag-switzerland"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116577896464377476","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/124484","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=124484"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/124484\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/124485"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=124484"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=124484"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=124484"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}